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	<title>Meine Saison mit dem SVW &#187; Thomas Schaaf</title>
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	<description>Internet-Tagebuch eines Werderfans</description>
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		<title>Vier-Dri-Dri</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 17:44:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias (Meine Saison)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Testspiele a.k.a. Methadon]]></category>
		<category><![CDATA[Von der Trainerbank]]></category>
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		<description><![CDATA[Werder Bremen &#8211; Racing Santander 3:1 Das sieht langsam schon ganz gut aus. Für mich die spannendste Frage: Ist das 4-3-3 als ernsthafte Alternative vorgesehen, falls Özil gehen sollte? Und falls ja, wird die Angriffsreihe tatsächlich so offensiv besetzt sein? Almeida als Außenstürmer, das kann ich mir noch nicht so recht vorstellen, auch wenn er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Werder Bremen &#8211; Racing Santander 3:1</strong></p>
<p>Das sieht langsam schon ganz gut aus. Für mich die spannendste Frage: Ist das 4-3-3 als ernsthafte Alternative vorgesehen, falls Özil gehen sollte? Und falls ja, wird die Angriffsreihe tatsächlich so offensiv besetzt sein? Almeida als Außenstürmer, das kann ich mir noch nicht so recht vorstellen, auch wenn er am Sonntag einen ganz guten Job gemacht hat. Arnautovic scheint die Position dagegen sehr zu liegen und deshalb könnte ich mir das System inzwischen zumindest als Ausweichtaktik gut vorstellen: Zwei Sechser und davor ein zentraler Spielgestalter (wenn Özil geht Hunt, Borowski oder eventuell Wesley) im Mittelfeld. Arnautovic mit vielen Freiheiten auf rechts und links könnte man je nach Gegner einen echten Stürmer oder Marko Marin einsetzen. Von unserem momentanen Kader könnte sicherlich auch Marin (oder Arnautovic?) in einem 4-2-3-1 zentral hinter Pizarro spielen, aber gerade bei Marin sehe ich da noch einige Defizite in der Spielgestaltung.</p>
<p>Das größte Problem bei einem 4-3-3: Werder müsste die Spielweise deutlich umstellen. Bislang dienen die Flügel eher als Ausweg, wenn der Weg durch die Mitte versperrt ist. Ohne einen offensiven Spielmacher hinter der Spitze müssten die Bälle viel konsequenter auf die Außenstürmer gespielt werden, damit diese für Torgefahr sorgen können. Falls die Umstellung gelingt (sofern sie denn wirklich geplant ist) könnte Arnautovic genau der Spieler sein, der uns für dieses System bislang gefehlt hat.</p>
<p>Schaaf ist in puncto Formation inzwischen viel pragmatischer geworden, das hat gerade die letzte Saison gezeigt. Vor vier Jahren äußerte er sich bei einem Vortrag zur WM 2006 noch sehr abfällig über den &#8220;neuen Trend 4-2-3-1&#8243;. Letztlich wird er die Mannschaft wieder nach den individuellen Stärken seiner favorisierten Spieler zusammenstellen und für die Beobachter, die von 4-4-2, 4-3-3, Raute oder Quadrat sprechen, nur ein müdes Lächeln übrig haben.</p>
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		<title>Mit welcher Taktik gegen die Bayern?</title>
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		<pubDate>Wed, 12 May 2010 07:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias (Meine Saison)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Und wir holen den Pokal...]]></category>
		<category><![CDATA[Von der Trainerbank]]></category>
		<category><![CDATA[Bayern München]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Formation]]></category>
		<category><![CDATA[Louis van Gaal]]></category>
		<category><![CDATA[Pokalfinale]]></category>
		<category><![CDATA[System]]></category>
		<category><![CDATA[Taktik]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Schaaf]]></category>
		<category><![CDATA[Werder Bremen]]></category>

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		<description><![CDATA[Louis Van Gaals Positionsspiel ist in der Rückrunde dieser Saison mit viel Lob bedacht worden. Thomas Schaaf erwies sich beim 2:0 Auswärtssieg auf Schalke als begabter Taktiker. Mit den Van Gaals Bayern wird ihm nun die auch aus taktischer Sicht größte Hürde dieser Saison vorgesetzt. Im Januar holte man sich bereits eine derbe Abreibung und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Louis Van Gaals Positionsspiel ist in der Rückrunde dieser Saison mit viel Lob bedacht worden. Thomas Schaaf erwies sich beim 2:0 Auswärtssieg auf Schalke als begabter Taktiker. Mit den Van Gaals Bayern wird ihm nun die auch aus taktischer Sicht größte Hürde dieser Saison vorgesetzt. Im Januar holte man sich bereits eine derbe Abreibung und der Gegner ist seit dem noch besser geworden. Werder zum Glück auch. Was kann man tun, damit es am Samstag besser aussieht? Ist der Meister überhaupt schlagbar? Ich wage mal eine Vorausschau auf Thomas Schaafs Optionen. Zunächst aber ein Blick auf den Gegner.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Die Formation der Bayern (4-4-1-1 / 4-2-4):</h3>
<p style="text-align: justify;">Bayern spielt unter Van Gaal meistens in einer 4-4-1-1 Grundformation. Den beiden defensiven Mittelfeldspielern kommt dabei die größte Bedeutung zu: Van Bommel und Schweinsteiger sollen einerseits ihre nicht immer sichere Hintermannschaft vor zu viel Druck des Gegners bewahren und andererseits bei Ballbesitz in der Mitte immer anspielbar sein, um die Bälle auf die Flügel zu verteilen. Auf den Außenpositionen ist für Van Gaal neben den Fähigkeiten der Spieler auch deren starker Fuß relevant für die Aufstellung: Im Mittelfeld spielen die Außen auf ihrer „falschen“ Seite (Ribery ist beidfüßig), damit sie nach innen ziehen und den Torabschluss suchen können. Die Außenverteidiger stehen dagegen auf ihrer „richtigen“ Seite (deshalb hat Rechtsfuß Lahm die Seite gewechselt), damit sie von ihrer Seite aus Flanken schlagen und bei Bedarf den Mittelfeldspieler hinterlaufen und zur Grundlinie durchgehen können. Letzteres passiert jedoch selten, bzw. nur dann, wenn der Gegner deutlich schwächer ist und man sich wenig Sorgen um die Defensive machen muss.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Angriffe werden größtenteils über die Außen eingeleitet, durch die Mitte entwickelt Bayern wenig Torgefahr. Das Zentrum dient als Verteilerzentrale. Dort werden die Bälle hingespielt, wenn es auf einer Seite zu eng wird, um dann wieder Robben und Ribery ins Spiel zu bringen. Die Beiden agieren dabei fast wie klassische Außenstürmer, arbeiten nur wenig nach hinten und können sich ganz auf ihre Angriffe konzentrieren. Sie stehen im Vergleich zu Außenstürmern in einem 4-3-3 jedoch etwas tiefer, bekommen den Ball am liebsten an der Mittellinie, um dann mit Tempo auf die Außenverteidiger zugehen zu können. Neben den starken zentralen Mittelfeldspielern ist Thomas Müller der Garant dafür, dass diese Taktik nicht nach hinten losgeht. Er spielt eine Art hängende Spitze und geht bei Ballverlusten aggressiv auf die defensiven Mittelfeldspieler drauf, um deren Aufbauspiel zu unterbinden. Olic geht in der Spitze weite und manchmal ungewöhnliche Wege, wird für sein Spekulieren aber auch häufig belohnt (etwa im Hinspiel gegen Manchester). Bei Ballbesitz wird aus dem 4-4-1-1 quasi ein 4-2-4, das den Gegner schnell überrollen kann, wenn er nicht aufpasst.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Schwächen der Bayern sehe ich zum einen in der insgesamt wenig meisterlichen Abwehr. Diese Schwäche tritt nur selten zum Vorschein, weil Schweinsteiger und Van Bommel eine überragende Saison spielen. Durch die Mitte ist es daher schwierig, den Bayern beizukommen. Schafft es ein Gegner jedoch, den Platz hinter Robben und Ribery auszunutzen und von dort ausgehend Druck auf die Viererkette auszuüben, sind die Bayern zu knacken. Demichelis ist immer mal wieder für einen Fehler gut und Van Buyten etwas hüftsteif. Dazu kommt eine suboptimale Besetzung der linken Abwehrseite. Badstuber spielt dort sehr solide, es ist aber nicht seine Idealposition. Contento und Alaba sind beide talentiert, doch noch etwas grün hinter den Ohren.</p>
<p style="text-align: justify;">Zum anderen ist man in der Offensive noch sehr auf Geniestreiche einzelner Spieler angewiesen. Gegen tief stehende Gegner fehlt es häufig noch an den Mitteln, diese durch Kombinationsspiel zu knacken. Allerdings zeigen sich die Bayern in dieser Hinsicht in der Rückrunde verbessert und können sich &#8211; zu unserem Leidwesen &#8211; darauf verlassen, dass ihre Starspieler regelmäßig durch geniale Einzelaktionen Spiele entscheiden.</p>
<p style="text-align: justify;">Nun werfen wir einen Blick auf die drei taktischen Formationen, die Schaaf in dieser Saison hat spielen lassen:</p>
<h3 style="text-align: justify;">Die Standardvariante (4-2-3-1):</h3>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_1621" class="wp-caption aligncenter" style="width: 360px"><img class="size-full wp-image-1621" title="4-2-3-1" src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/uploads/2010/05/4-2-3-1.jpg" alt="Werder - Bayern (4-2-3-1)" width="350" height="449" /><p class="wp-caption-text">Werder - Bayern (4-2-3-1)</p></div>
<p style="text-align: justify;">So hat Werder den Großteil dieser Saison gespielt. Vor der Viererkette bilden Frings und Bargfrede das defensive Mittelfeld. Marin, Özil und Hunt kümmern sich in erster Linie um das Herausspielen von Chancen, tauschen immer wieder die Positionen und versuchen sich an direkte Kombinationen. Nach hinten arbeiten die drei wenig, stehen zudem durch ihr Durchrotieren bei Ballverlusten häufig unsortiert. An guten Tagen kann Werder so jeden Gegner vor Probleme stellen, an schlechten gelingt ihnen wenig und die defensive Fragilität schlägt voll durch.</p>
<p style="text-align: justify;">Gegen die Bayern müssen Frings und Bargfrede in dieser Formation schnell und zielgerichtet verschieben, um den Außenverteidigern gegen Ribery und Robben zu helfen. Hunt und Marin haben (im Wechsel mit Özil) die Aufgabe, über die Flügel anzugreifen und die Außenverteidiger unter Druck zu setzen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Vorteile:</strong></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Offensivpower: Insgesamt vier Spieler, die Chancen herausspielen und auch selbst vollstrecken können.</li>
<li>Spielerische Stärke: Haben Marin, Özil und Hunt einen guten Tag, wird es auch für die Bayern schwer, sie zu stoppen.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;"><strong>Nachteile:</strong></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Hohes Risiko: Drei Spieler vernachlässigen die Defensivarbeit und halten zudem nicht ihre Position.</li>
<li>Unterzahlspiel: Özil bindet einen defensiven Mittelfeldspieler, der andere kann sich in die Offensive einschalten. Frings und Bargfrede müssen zwischen drei Gegenspielern verschieben, was zwangsläufig zu Lücken führt.</li>
<li>Isolation: Marin, Hunt und Özil neigen dazu, sich in Einzelaktionen zu verstricken, wenn ihnen die Räume für ihr Kombinationsspiel fehlen.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;"><strong>Fazit:</strong> So hat Werder im Januar von den Bayern eine Lektion erteilt bekommen. Ohne Bargfrede und Pizarro sowie mit dem überforderten Neuling Abdennour rannte man ins offene Messer. Die Bayern konterten nach Belieben. Das 2:3 war aus Werdersicht äußerst glücklich. Das Risiko bestünde auch im Pokalfinale, trotz besserer Besetzung. Schaaf gilt nun wirklich nicht als risikoscheu, aber ich glaube nicht, dass er von Beginn an mit Özil, Hunt und Marin spielen lässt.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Die Alternative (4-4-1-1):</h3>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_1626" class="wp-caption aligncenter" style="width: 360px"><img class="size-full wp-image-1626" title="4-4-1-1" src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/uploads/2010/05/4-4-1-1.jpg" alt="Werder - Bayern (4-4-1-1)" width="350" height="447" /><p class="wp-caption-text">Werder - Bayern (4-4-1-1)</p></div>
<p style="text-align: justify;">So spielt Werder meistens nicht von Beginn an, sondern stellt im Laufe des Spiels um. Fast immer ist Hugo Almeidas Einwechslung damit verbunden. Er gibt dann die Sturmspitze, während Pizarro sich fallenlässt und noch mehr am Spielaufbau teilnimmt. Einen zentralen offensiven Mittelfeldspieler gibt es nicht. Auf dem Papier ist diese Formation so wie die der Bayern. Der Unterschied besteht jedoch zum einen in der unterschiedlichen Spielweise von Pizarro und Müller (Ballverteiler vs. Balleroberer) und zum anderen werden bei Werder die Außenpositionen im Mittelfeld weit weniger konsequent gehalten.</p>
<p style="text-align: justify;">Für die Position der hängenden Spitze braucht es einen technisch guten und intelligenten Spieler. Pizarro ist beides und dazu noch gut genug, auch von dieser Position Torgefahr auszustrahlen. Almeida wird je nach Spielsituation hoch angespielt, um die Bälle per Kopf zurückzulegen, oder lang geschickt, um den direkten Torabschluss zu suchen. Schaaf hat diese Formation sowohl bei Rückständen als auch bei knappen Führungen spielen lassen (z.B. im Pokal gegen Hoffenheim). Auffällig ist dabei, dass sie häufig während Mesut Özils Formschwäche gewählt wurde und er der Spieler war, der gegen Almeida getauscht wurde.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Vorteile:</strong></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Zweiter Stürmer: Auch wenn sich Pizarro fallen lässt, bindet Almeida immer mindestens einen Innenverteidiger.</li>
<li>Druck auf Bayerns Abwehr: Zwei große und Kopfballstarke Spieler in der Mitte und dazu zwei technisch gute Spieler auf den Flügeln.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;"><strong>Nachteile:</strong></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Risiko auf den Außen: Frings und Bargfrede müssen auch hier zum Doppeln auf die Außenbahnen verschieben.</li>
<li>Offener Schlagabtausch: Werders offensive Mittelfeldspieler müssen die gleiche Torgefahr über die Außen entwickeln, wie auf der anderen Seite Ribery und Robben, um das Risiko auszugleichen.</li>
<li>Kein Platz für Özil: Er müsste hier auf dem linken oder rechten Flügel spielen. Kann er zwar, aber seine beste Position ist und bleibt zentral hinter den Spitzen (hab ich vor der Saison noch völlig anders gesehen).</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;"><strong>Fazit:</strong> Es gibt eigentlich keine Veranlassung, diese Formation zu spielen. Bayern ist über die Außen deutlich stärker als Werder und auf Özils Stärke in der Mitte sollte man nicht freiwillig verzichten. Trotz eines überragenden Van Bommels und eines überragenden Schweinsteigers auf der Gegenseite. Im Mittelfeld hat man keine echten Flügelspieler, die auch Defensivqualitäten haben (es sei denn, man versucht etwas völlig unorthodoxes mit Boenisch und Fritz im Mittelfeld).</p>
<h3 style="text-align: justify;">Back to the roots (4-3-1-2):</h3>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_1627" class="wp-caption aligncenter" style="width: 360px"><img class="size-full wp-image-1627" title="4-3-1-2" src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/uploads/2010/05/4-3-1-2.jpg" alt="Werder - Bayern (4-3-1-2)" width="350" height="449" /><p class="wp-caption-text">Werder - Bayern (4-3-1-2)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Im wichtigen Auswärtsspiel gegen Schalke kehrte Werder überraschend zu Raute im Mittelfeld zurück. Viele Jahre lang hatte Werder zuvor mit dieser Formation erfolgreich gespielt. Die taktische Ausrichtung und die Interpretation der einzelnen Positionen war gegen Schalke allerdings deutlich anders. Mit Schaafs flüssigem System der ständigen Positionswechsel im Mittelfeld hatte es nur wenig zu tun. Drei defensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler spielten fast auf einer Höhe, während Özil als offensiver Mittelfeldspieler nicht den klassischen Spielmacher gab, sondern sich weit nach vorne orientierte. Werder setzte nicht wie gewohnt auf schnelles Kombinationsspiel, sondern auf den Aufbau über den 6er und lange Bälle in die Spitze. In der Defensive hat Werder so fast immer sieben Spieler hinter dem Ball und verzichtet dafür darauf, das Spielfeld für den Gegner durch weites Aufrücken klein zu machen.</p>
<p style="text-align: justify;">Gegen Schalke hat diese Taktik gut funktioniert, weil so die Gefahr über die Flügel eingedämmt werden konnte und Schalke nicht sonderlich gut durch die Mitte kombinieren kann. Gegen den HSV sah es eine Woche später schon nicht mehr so gut aus. Almeida hatte ein schwaches Spiel und trotz Bargfredes starker Leistung baute man aus dem Mittelfeld zu wenig Druck auf. Ein Pokalfinale gegen die Bayern ist aber etwas anderes als ein Heimspiel in der Liga. Dort muss Werder das Spiel nicht machen, ähnich wie auf Schalke.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Schalker Spiel war sehr rechtslastig, das ist bei den Bayern trotz Robben nicht unbedingt so. Dennoch wird es Werders schwierigste Aufgabe sein, ihn zu stoppen. Er könnte Petri Pasanen bei aller Qualität mehr liegen, als Schalkes Farfan. Als Rechtsfuß kann er den Zug zum Tor des Linksfußes Robbens besser stoppen, als die Flankenläufe von Rechtsfuß Farfan. Die Unterstützung eines defensiven Mittelfeldspielers wird er aber dennoch benötigen, genau wie Fritz auf der anderen Seite gegen Ribery. Von daher scheint mir die Formation mit drei eher defensiven Mittelfeldspielern gegen die Bayern am vielversprechendsten, zumal so auch Vorstöße durch Schweinsteiger Werder nicht in Unterzahl im defensiven Mittelfeld bringen. So ungern ich vorne auch auf die Kreativität von Marin und Hunt verzichte &#8211; können wir uns wirklich zwei oder drei defensivschwache Spieler gegen die Bayern leisten?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Vorteile:</strong></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Wenig Platz für den Gegner: Bayern wird es schwer haben, eine Lücke zu finden und ist mehr auf Einzelaktionen angewiesen.</li>
<li>Druck auf die Außen: Gegen Schalke hat das super geklappt. Auch die Bayern müssen in erster Linie auf den Außen gestoppt werden.</li>
<li>Zweiter Stürmer: Bindet die Innenverteidiger und kann lange, hohe Bälle von Frings verwerten.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;"><strong>Nachteile:</strong></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Wenig Kreativität: Özil wird wieder lange in der Luft hängen und auf seine Chancen warten müssen. Nicht so schön anzusehen.</li>
<li>Platz für den Gegner im Mittelfeld: Da auf hohes Pressing verzichtet wird, steht man zwar 25-30 Meter vor dem Tor sehr kompakt, doch dafür gibt man den Bayern Platz im Mittelfeld.</li>
<li>Probleme bei Rückstand: Bei einem Rückstand wäre die Taktik zwar nicht über den Haufen geworfen, doch es dürfte schwierig werden, so eine Vielzahl an Torchancen herauszuspielen. Marin lässt sich kaum in die Raute einbinden.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;"><strong>Fazit:</strong> Der Überraschungseffekt ist weg, doch trotzdem kann mit dieser Formation das Spiel der Bayern am besten negiert werden. Ein offener Schlagabtausch sollte in Bayerns momentaner Verfassung besser vermieden werden. Durch die Mitte sind die Bayern nicht so gefährlich, dass man dort aggressives Pressing spielen muss. Zur Not kann man später immer noch umstellen und einen ausgeruhten Marin oder einen genialen Passgeber Jensen für die Schlussphase bringen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich bin mir recht sicher, dass Schaaf bei seiner Erfolgsformation der letzten beiden Spiele bleibt. Gibt es noch weitere Alternativen, die hier vernachlässigt wurden? Ein 4-3-3? Die Rückkehr des Liberos? Ein Riegel nach Mourinhos Vorbild? Am Samstag sind wir schlauer.</p>
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		<title>Jahre voller Lust (Teil 2)</title>
		<link>http://meinesaison.tobiassinger.com/2010/01/jahre-voller-lust-teil-2.html</link>
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		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 14:30:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias (Meine Saison)</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Jahr 2010 ist da – die Nuller Jahre sind vorbei. Ein Jahrzehnt, das aus der grauen Fußballmaus Werder Bremen einen regelmäßigen Champions League-Teilnehmer machte. Ich habe mir aus jedem Jahr ein besonderes Spiel herausgepickt und paar Zeilen dazu geschrieben. So ist ein sehr persönlicher Rückblick auf die Dekade entstanden, den ich nun in drei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><em>Das Jahr 2010 ist da – die Nuller Jahre sind vorbei. Ein Jahrzehnt, das aus der grauen Fußballmaus Werder Bremen einen regelmäßigen Champions League-Teilnehmer machte. Ich habe mir aus jedem Jahr ein besonderes Spiel herausgepickt und paar Zeilen dazu geschrieben. So ist ein sehr persönlicher Rückblick auf die Dekade entstanden, den ich nun in drei Teilen hier im Blog veröffentlichen werde. Heute gibt es den zweiten Teil.</em></p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>30.7.2003: Superpfund Pasching &#8211; Werder Bremen 4:0</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Pasching. Dieses Wort hat jeder Werderfan noch immer im Gedächtnis und wird es wohl auch für immer dort behalten. Es wird zum Synonym für die Initialzündung zu einer Bremer Meisterschaft, die alles bisher da gewesene in den Schatten stellte. Das weiß zu diesem Zeitpunkt freilich noch niemand (auch wenn ich gerne immer wieder betone, dass ich im Herbst 1999 gewettet habe, dass Werder innerhalb der kommenden fünf Jahren Meister werden würde). Das Trauerspiel, das die Mannschaft in Pasching abliefert, sorgt daher in Bremen für große Besorgnis. Von Abstiegskampf ist die Rede und das minütlich wachsende Misstrauen gegenüber der Mannschaft ist während der Partie in Österreich fast schon mit den Händen zu greifen. Ich erinnere vor allem deshalb gerne an diese Situation, weil sie in der öffentlichen Wahrnehmung fast keine Rolle mehr spielt. Wenn Wolfsburgs Meisterschaft im letzten Jahr als „größte Sensation seit Kaiserslautern 1998“ bezeichnet wird, sollte man (von Stuttgarts Meisterschaft 2007 mal ganz abgesehen) bedenken, dass die Wölfe als Kandidat für die CL- oder zumindest UEFA-Cup-Plätze in die Saison gegangen sind, während Werder im Juli 2003 von vielen „Experten“ als Abstiegskandidat gehandelt wird.</p>
<p style="text-align: justify;">In Pasching zeigt Werder alle negativen Eigenschaften, die eine Mannschaft haben kann: Mangelnde Laufbereitschaft, schwaches Zweikampfverhalten, unpräzise Pässe, schlechtes Positionsspiel und dazu haarsträubende individuelle Fehler. Aus heutiger Sicht lässt sich sagen: wohl selten hat eine Mannschaft ihre Lektionen aus einem Spiel so gut gelernt. Vom Saisonauftakt in Berlin bis zum Saisonende wiederum in Berlin legt Werder keine dieser negativen Eigenschaften mehr an den Tag und spielt so die wohl beste Saison der Vereinsgeschichte. Über die „Werder-Dösis“ lacht die Bild-Zeitung im August 2003. Auch ich lache heute gerne darüber, denn Pasching ist untrennbar mit den kommenden Erfolgen verbunden. Eine peinliche 0:4-Klatsche in Österreich nimmt man dafür gerne in Kauf &#8211; im Nachhinein zumindest.</p>
<h3 style="text-align: justify;">8.5.2004: Bayern München &#8211; Werder Bremen 1:3</h3>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Der 8. Mai 2004 kann ohne Zweifel als größter Tag in der Geschichte unseres Vereins bezeichnet werden. Der Gewinn der Meisterschaft im Stadion des größten Rivalen, auf <em>diese</em> Art und Wiese, das ist schon ein einmaliger Moment im Leben eines Fans. Der Killer, der König und der Kugelblitz setzen die letzten Ausrufezeichen unter die für Werder traumhafte Bundesligasaison. Der vor dem Spiel tönende Uli Hoeneß und der patzende „Torwart-Titan“ Oliver Kahn werden zu den tragischen Figuren im Olympiastadion und in Bremen zum Sinnbild für den Triumph der fußballerischen Klasse über überbordenden Ehrgeiz und Arroganz. Entschieden wird die Saison zwar schon vorher, doch aufgrund der Last-Minute-Meisterschaften der Bayern in den Jahren 2000 und 2001 bleiben auch bei mir leichte Restzweifel. Nach 30 Minuten sind diese weggewischt. Der Bremer Domshof tobt und für Wochen ist unser „Dorf mit Straßenbahn“ in Grün und Weiß geschmückt (inklusive besagter Straßenbahn).</p>
<p style="text-align: justify;">Der Doublegewinn 2004 hat zu jedem Spieler eine Geschichte parat: Ob nun der entfesselt am Zaun rüttelnde Frank Baumann, der Prophet Ümit Davala, der Nobody-Abwehrchef Valerien Ismael oder der per Auto aus Spanien angereiste Andreas Reinke &#8211; sie alle sind Teil der Bremer Meistergeschichte. Doch keiner hat eine so rührende Geschichte wie Torschützenkönig Ailton. Toni erzielt in seiner letzten Saison im Werdertrikot ganze 28 Tore und hat so entscheidenden Anteil an den Erfolgen seiner Mannschaft. Seine Torquote ist das Ergebnis eines Offensivspiels, das (fast) ganz Fußballdeutschland begeistert. Zu seinem und Bremens Enttäuschung hat Ailton jedoch schon im September 2003 einen Vertrag beim FC Schalke unterschrieben, was sich im Nachhinein als größerer Verlust für den Brasilianer als für Werder herausstellt. In Miroslav Klose findet Werder einen &#8211; zumindest spielerisch &#8211; mehr als würdigen Nachfolger (ich weiß, wie sehr es viele Fans immer noch schmerzt, dies einzugestehen). Ailton wird dagegen weder auf Schalke, noch an einer seiner folgenden Stationen wirklich glücklich und kickt seit kurzem in den Niederungen des deutschen Amateurfußballs beim KFC Uerdingen. Der 8. Mai 2004 bleibt auch der größte Tag in der fußballerischen Karriere des Ailton Goncalves da Silva. Schon deshalb wird er immer in den Herzen der Werderfans bleiben.</p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>19.4.2005: Schalke 04 &#8211; Werder Bremen 7:6 n.E.</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Im Jahr 2005 darf Werder die Erfahrung machen, dass es als amtierender Meister nicht ganz einfach ist, sich in der Spitze der Liga zu halten. Zum Ligaalltag kommt die Champions League hinzu, die Werder eine Menge abverlangt. In der Gruppenphase kann sich Werder mit 13 Punkten fürs Achtelfinale qualifizieren und besiegt dabei zweimal den amtierenden Spanischen Meister und UEFA-Cup-Sieger FC Valencia. Vor allem das Außwärtsspiel hat es in sich, als Werder durch zwei späte Tore von Valdez den Sieg sicherstellt und Valencias Spielern daraufhin die Lampen durchbrennen. Dieser Tage winkt ein Wiedersehen im Achtelfinale der Europa League, sollten beide Teams die nächste Runde überstehen. In der Champions League holt sich Werder gegen Olympique Lyon eine Abreibung, die es in sich hat. Mit insgesamt 2:10 Toren aus den beiden Spielen verabschiedet man sich aus dem Wettbewerb. Während man beim 0:3 zuhause noch eine spielerisch gute, aber zu naive Vorstellung zeigt, geht man im Rückspiel mit fliegenden Fahnen unter. Vor allem Trainer Schaaf ist nach dem Spiel angeschlagen, da seine äußerst offensive und riskante Aufstellung so nach hinten losgegangen ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein Happy End hat die Saison trotzdem: Am Ende wird Werder in der Bundesliga etwas unerwartet Dritter und kann sich erneut für die Champions League qualifizieren. Das emotionalste Spiel der Saison findet jedoch im DFB-Pokal statt &#8211; gegen den neuen Lieblingsfeind Schalke und die alten Bekannten Mladen Krstajic und Ailton. Das Spiel braucht eine Weile, bis es richtig in Fahrt kommt, doch dann bekommen die Fans in der Arena auf Schalke eine wahre Pokalschlacht zu Gesicht. Schalke geht zunächst verdient in Führung, doch Werder schafft es, wie so oft zu dieser Zeit, in der Schlussphase mächtig Druck aufzubauen. Valerien Ismael erzielt fünf Minuten vor dem Ende den Ausgleich und fast wird Werders Schlussoffensive noch belohnt. Ivan Klasnics vermeintlicher Siegtreffer in der 90. Minute wird jedoch zu Unrecht wegen Abseits aberkannt. Im Gegenzug hat Werder Glück, dass Ailton nur den Pfosten trifft und Reinke im Nachschuss gegen Lincoln rettet. In der Verlängerung geht es auf und ab, mit Chancen auf beiden Seiten. Werder geht zunächst durch ein schönes Tor von Borowski in Führung, doch nur zwei Minuten später erzielt (ausgerechnet…) Ailton den erneuten Ausgleich. Das Elfmeterschießen hätte sich auch ein Drehbuchautor aus Hollywood nicht spannender ausdenken können. Nachdem zunächst Stalteri und dann auch Borowski verschießen, hat Schalke zweimal die Chance, den Sack zuzumachen. Ailton donnert den Ball an die Latte &#8211; wie wir heute wissen nicht sein letztes Gastgeschenk an seinen ehemaligen Arbeitgeber. Werder ist also wieder im Spiel. Dann tritt Fabian Ernst an den Elfmeterpunkt, der wenige Wochen vorher seinen Wechsel im Sommer zu den Schalkern bekanntgegeben hat. Er rutscht beim Anlauf aus und gibt einem anderen Ex-Bremer, nämlich Torwart Frank Rost, die Gelegenheit, das Spiel durch seinen selbst verwandelten Elfmeter zu entscheiden. Schalke steht im Finale und für Werder bleibt nur die Gewissheit, Teil eines begeisternden Fußballspiels gewesen zu sein.</p>
<h3 style="text-align: justify;">7.3.2006: Juventus Turin &#8211; Werder Bremen 2:1</h3>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Zugegeben, es gibt schönere Erinnerungen an das Jahr 2006, als das vermaledeite Ausscheiden aus der Champions League gegen Juventus Turin. Zum Beispiel das Hinspiel im Weserstadion, in dem Werder in den letzten Minuten einen 1:2 Rückstand noch in einen Sieg drehen kann oder das Saisonfinale in Hamburg, als man dem HSV noch die Vizemeisterschaft entreißt und in der Bremer Innenstadt Erinnerungen an die Double-Saison hochkommen. Doch dieses Spiel ist so prägend für die restliche Saison und auch für die Seele der Werderfans, dass es trotzdem mein Highlight aus dem Jahr 2006 ist. An keine Niederlage habe ich in den Jahren danach so häufig zurückgedacht, wie an das Rückspiel im Delle Alpi. Keine beschreibt dieses Gefühl besser, trotz einer tollen Leistung am Ende doch mit leeren Händen dazustehen. Es ist die grausamste aller Niederlagen, herbeigeführt durch eine Slapstickeinlage des damaligen Ersatztorhüters Tim Wiese, die Werder um den verdienten Lohn bringt.</p>
<p style="text-align: justify;">Zuvor hat man das 3:2 aus dem Hinspiel nicht nur verteidigt, sondern durch ein Tor von Micoud sogar noch ausgebaut. Als Juventus zum 1:1 trifft, scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis das Spiel kippt. Juve ist damals eine der besten Mannschaften Europas, dominiert die italienische Liga nach Belieben &#8211; wie wir heute wissen nicht nur aus sportlichen Gründen. Werder ist der Emporkömmling, der der alten Dame kräftig ans Bein pinkelt. Gegen Ende des Spiels werden Turins Angriffe nicht etwa gefährlicher, sondern zunehmend kopflos. Es ist ziemlich genau eine Minute nachdem ich mich zum ersten Mal dabei ertappe, wirklich an das Weiterkommen zu glauben, als Wiese diese Flanke abfängt, eine Rolle vorwärts macht und den Ball vor den Füße des Brasilianers Emerson fallenlässt. Der Rest ist Geschichte. Fassungslosigkeit allerorten: Auf dem Platz macht Werder keine Anstalten, das Spiel noch einmal zu drehen (woher vermutlich die weit verbreitete Ansicht kommt, das Tor sei in der letzten Minute gefallen). Vor dem Fernseher keine Regung. Es scheint fast, als bliebe die Zeit für einen Moment stehen. Dann ertönt der Schlusspfiff und bald darauf weidet sich Fußballdeutschland an den Bildern des Wiese-Patzers. Es ist die tragische Geschichte einer Mannschaft, die auf der Schwelle dazu steht, in die Phalanx der europäischen Spitzenmannschaften einzubrechen und sich dann selbst die Tür vor der Nase zuschlägt. Dieses Gefühl kommt Ende des Jahres noch einmal zurück, als man kurz davor steht, den Titelverteidiger FC Barcelona aus der Champions League zu werfen, dann aber im entscheidenden Spiel im Camp Nou völlig chancenlos ist.</p>
<p style="text-align: justify;">2006 ist vielleicht Werders bestes Jahr unter Thomas Schaaf. Saisonübergreifend holt man 70 Punkte, mehr als jede andere Mannschaft und auch international scheint der Durchbruch trotz großen Lospechs zum Greifen nah. Das überrascht vor allem deshalb, weil Werder im Sommer in Johan Micoud den prägenden Spieler der letzten Jahre verliert. Sein Nachfolger kommt von der Ersatzbank des FC Porto und sorgt in seiner ersten Hinrunde in Bremen gleich für viel Aufsehen. Werder gewinnt den Ligapokal, schlägt die Bayern auch in der Liga überlegen, schießt dreimal auswärts 6 Tore und wird von vielen schon als der kommende Meister angesehen. Doch es gibt auch Nebengeräusche. Kleine Rückschläge, wie das Ausscheiden im DFB-Pokal gegen Pirmasens oder die Niederlagen gegen Schalke und Stuttgart. Trotzdem sieht die Welt zu Weihnachten nicht nur für Tim Wiese wieder rosa aus.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Den ersten Teil der Serie (2000 &#8211; 2002) <a href="http://meinesaison.tobiassinger.com/2010/01/jahre-voller-lust-teil-1.html" target="_blank">findet ihr hier</a>. In den nächsten Tagen folgt der dritte Teil (2007 – 2009).</em></p>
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		<title>Jahre voller Lust (Teil 1)</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jan 2010 21:52:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias (Meine Saison)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Götter in Grün-Weiß]]></category>
		<category><![CDATA[Überflüssiges Gedankengut]]></category>
		<category><![CDATA[Arsenal FC]]></category>
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		<category><![CDATA[Höhepunkte]]></category>
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		<category><![CDATA[Johan Micoud]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Allofs]]></category>
		<category><![CDATA[Nuller Jahre]]></category>
		<category><![CDATA[Rückblick]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Schaaf]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Jahr 2010 ist da &#8211; die Nuller Jahre sind vorbei. Ein Jahrzehnt, das aus der grauen Fußballmaus Werder Bremen einen regelmäßigen Champions League-Teilnehmer machte. Ich habe mir aus jedem Jahr ein besonderes Spiel herausgepickt und paar Zeilen dazu geschrieben. So ist ein sehr persönlicher Rückblick auf die Dekade entstanden, den ich nun in drei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><em>Das Jahr 2010 ist da &#8211; die Nuller Jahre sind vorbei. Ein Jahrzehnt, das aus der grauen Fußballmaus Werder Bremen einen regelmäßigen Champions League-Teilnehmer machte. Ich habe mir aus jedem Jahr ein besonderes Spiel herausgepickt und paar Zeilen dazu geschrieben. So ist ein sehr persönlicher Rückblick auf die Dekade entstanden, den ich nun in drei Teilen hier im Blog veröffentlichen werde. Heute gibt es den ersten Teil.</em></p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>23.3.2000: Werder Bremen &#8211; Arsenal FC 2:4<br />
</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Thomas Schaafs erste richtige Saison als Werdertrainer markiert einen Wendepunkt in Werders Geschichte. Nach Rehagels Abgang war man in der zweiten Hälfte der 90er Jahre zur grauen Maus mutiert und zeigte keine Anzeichen der Besserung. Schaaf gibt der Mannschaft eine offensive Grundausrichtung mit und fördert das Kreativspiel. Claudio Pizarro wird der Überraschungstransfer der Saison und bildet fortan mit dem schon als Fehleinkauf abgestempelten Ailton ein spektakuläres Angriffsduo. Für höhere Ambitionen fehlt es noch an der Konstanz, doch endlich sieht man in Bremen wieder Fußball, der zum Träumen anregt. Besonders im UEFA-Cup überzeugt Werder und rückt bis ins Viertelfinale vor.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Hinspiel hat Werder ziemlich chancenlos mit 0:2 verloren, doch es gibt Grund zur Hoffnung, als Arsenal London im Frühling 2000 zum Rückspiel ins Weserstadion kommt. In den Runden zuvor hat Werder in alter „Wunder-von-der-Weser“-Manier Hinspielpleiten im eigenen Wohnzimmer ausgebügelt &#8211; etwa gegen die damalige Klassemannschaft AC Parma (0:1, 3:1) und auch Olympique Lyon (0:3, 4:0). Gegen das Team von Arsène Wenger erwarteten die Fans nun eine erneute Aufholjagd. Doch viel zu früh wird klar, dass daraus an diesem Abend nichts werden soll. Schnell liegt Werder durch ein Tor von Ray Parlour hinten und als wiederum Parlour einen 35-Meter-Kracher in den Winkel hämmert, ist das Spiel entschieden. Doch damals ist das Anspruchsdenken in Bremen noch ein anderes. Die Bremer Anhänger unterstützen ihre Mannschaft weiterhin nach Leibeskräften und auch die Fans der Nord-Londoner sorgen für tolle Stimmung im Stadion. Werders Anschlusstreffer werden frenetisch bejubelt, die Sturmläufe &#8211; und die rote Karte &#8211; des jungen Thierry Henry mit offenem Mund bestaunt. Solchen Fußball bekommt man hier zu dieser Zeit nur selten zu sehen. Am Ende steht ein 2:4 als Ergebnis unter einem Fußballfest (mit einem Dreierpack des defensiven Mittelfeldspielers Parlour), das wohl jeden der anwesenden Zuschauer begeistert. Arsenal hat von diesem Tag an ein paar Sympathisanten mehr in der Hansestadt &#8211; diesen Autor mit eingerechnet.</p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>17.2.2001: Werder Bremen &#8211; Schalke 04 2:1<br />
</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Spektakulär ist eine Untertreibung, um Claudio Pizarros Tor gegen den Tabellenführer der Bundesliga zu beschreiben. Einen hohen, weiten Pass vom eigenen Strafraum pflückt der Peruaner mit dem Fuß nicht etwa bloß herunter, sondern tickt ihn so hauchzart und gefühlvoll an, dass er den Ball aus dem Lauf heraus Volley über den herauslaufenden Torwart Olli Reck ins Tor lupfen kann. Ein absolutes Meisterstück und sicherlich eines der schönsten Tore, die je im Weserstadion erzielt wurden. Dass es sich hierbei nicht um einen Zufall handelte, sondern Pizarros Klasse widerspiegelt, beweist der Peruaner mit 19 Toren in seiner zweiten und vorerst letzten Saison für Werder. Seine Leistungen wecken Begehrlichkeiten auf der anderen Seite der Republik und so wechselt Pizarro im Sommer 2001 für die stolze Summe von 16 Millionen DM nach München. Für die einen eine Katastrophe, den Weltklassemann ausgerechnet an die Bayern zu verlieren, für die anderen eine Bestätigung, dass man in Fußballdeutschland wieder ernst genommen wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Dazu hatte auch die ausgezeichnete Rückrunde der Bremer beigetragen, in der man neben dem späteren „Meister der Herzen“ auch den FC Bayern bezwingen kann. Wäre man in der Hinrunde ähnlich furios aufgetreten, hätte am Ende auch ein Platz in der Champions League winken können, denn selten holten die Topmannschaften der Liga so wenige Punkte. So bleib neben vielen schönen Toren von Pizza-Toni nur der undankbare 7. Platz (Platz 6 reichte damals für die UEFA-Cup-Teilnahme) und die Gewissheit, einen der besten Stürmer der Vereinsgeschichte verloren zu haben. Man muss es sich wirklich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass Pizarro im Jahr 2010 erst seine vierte Saison für Werder spielt. Trotz seiner sechs Jahre bei den Bayern hat er in Bremen nie an Sympathie eingebüßt, was sicher nicht nur an seinen Leistungen auf dem Platz liegt.</p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>10.9.2002: Werder Bremen &#8211; 1.FC Nürnberg 4:1<br />
</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Nicht beständig genug. So lässt sich das Manko der Bremer knapp in Worte fassen. Trotz einer tollen Hinrunde mit Siegen gegen die Meisterschaftsanwärter Bayern und Bayer Leverkusen kann Werder 2002 den Platz in der Spitzengruppe nicht verteidigen. Dank gütiger Mithilfe aus Kaiserslautern sichert sich Werder am letzten Spieltag trotz einer Niederlage gegen den neuen Meister Borussia Dortmund zumindest einen UEFA-Cup-Platz. Selbstverständlich nicht, ohne vorher noch Zünglein an der Waage im Meisterkampf zu spielen, indem man unter äußerst glücklichen Umständen zu einem Auswärtssieg in Leverkusen kommt. Für die neue Saison sieht es nicht wirklich gut aus. Leistungsträger Torsten Frings ist zum Meister gewechselt und Torwart Frank Rost zu dessen Erzrivalen nach Schalke. Ironischerweise wechseln beide, um ihre Chancen auf den Gewinn der Deutschen Meisterschaft zu verbessern. Im Spätsommer 2002 fehlt Werder vor allem ein Spielgestalter. Jemand, der die Mannschaft inspirieren kann. Es scheint hoffnungslos, einen solchen Spieler zu verpflichten, denn das nötige Kleingeld dafür ist trotz der Abgänge nicht vorhanden. Dennoch wickelt Sportdirektor Allofs im September noch einen Transfer ab, für den er zu Recht bis heute gefeiert wird: Er holt den französischen Mittelfeldspieler Johan Micoud ablösefrei zu Werder.</p>
<p style="text-align: justify;">Es dauert genau 90 Minuten, bis Bremen „König Johan“ zu Füßen liegt. Vom ersten Spiel an kann man die Aura eines Weltklassespielers spüren. Nicht, dass es bei Werder vorher keine ähnlich starken Spieler gegeben hätte, doch im Gegensatz zu Micoud wurden diese in Bremen zu solchen ausgebildet. Micoud hingegen scheint seit seiner Ankunft die gesamte Mannschaft mit seiner Genialität mitzureißen. Nie zuvor und leider auch (noch) nicht danach hatte Werder einen Spieler, mit dieser Fähigkeit, ein Spiel zu „lesen“, es vor sich auszubreiten und nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Neben diesen strategischen Fähigkeiten verfügt Micoud auch über die technischen Fähigkeiten, diese Spielweise auf dem Platz umzusetzen. Ein wirklicher Spielmacher eben, vielleicht der letzte klassische Spielmacher der Bundesliga. Zwar kann auch er Werder nicht auf Anhieb in die Bundesligaspitze hieven, dafür ist der erneute Leistungseinbruch nach der Winterpause zu groß, doch zum ersten Mal seit Andreas Herzog in seiner Glanzzeit hat Werder wieder einen richtigen Regisseur.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>In den nächsten Tagen folgen der <a href="http://meinesaison.tobiassinger.com/2010/01/jahre-voller-lust-teil-2.html" target="_blank">zweite (2003 &#8211; 2006)</a> und der dritte Teil (2007 &#8211; 2009).</em></p>
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		<title>Der Schaaf im Wolfspelz</title>
		<link>http://meinesaison.tobiassinger.com/2009/11/der-schaaf-im-wolfspelz.html</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 17:01:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias (Meine Saison)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Von der Trainerbank]]></category>
		<category><![CDATA[Fußballtrainer]]></category>
		<category><![CDATA[hohe Ansprüche]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Schaaf]]></category>
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		<category><![CDATA[Werder Bremen]]></category>

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		<description><![CDATA[Einer der Kritikpunkte, die sich Thomas Schaaf in der letzten Saison gefallen lassen musste, war, dass er seine Spieler nicht mehr so richtig im Griff habe. Undiszipliniertheiten auf und neben dem Platz sorgten bei Werder vor allem rund um die Weihnachtszeit für Aufsehen. Dies führte zu roten Karten, unangenehmen Zeitungsschlagzeilen und unerklärlichen Aussetzern auf dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Einer der Kritikpunkte, die sich Thomas Schaaf in der letzten Saison gefallen lassen musste, war, dass er seine Spieler nicht mehr so richtig im Griff habe. Undiszipliniertheiten auf und neben dem Platz sorgten bei Werder vor allem rund um die Weihnachtszeit für Aufsehen. Dies führte zu roten Karten, unangenehmen Zeitungsschlagzeilen und unerklärlichen Aussetzern auf dem Spielfeld. Es wurde die Frage laut: Erreicht Schaaf die Spieler noch? Nun nähert sich wieder die Weihnachtszeit und in Bremen ist es ruhig, fast andächtig &#8211; zu hören ist nur der Jubel über die konstant guten Leistungen der Werdermannschaft. Was ist passiert? Wer Erfolg hat, der hat immer Recht. Wenn es gut läuft, bleiben die Kritiker stumm und selbst die unzufriedenen Spieler halten die Füße still.</p>
<p style="text-align: justify;">Ist das wirklich so? In München oder auf Schalke wird man über derartige Blauäugigkeit nur lachen können. Auch in guten Phasen melden sich die Lümmel von der Ersatzbank gerne mal zu Wort, sei es, um sich über ihr ungerechtes Los zu beschweren, sei es, um sich bei anderen Vereinen ins Gespräch zu bringen. In Bremen ticken die Uhren bekanntlich ein wenig anders, doch auch hier kennen die Spieler die Durchwahl zu den Sportabteilungen der Gazetten. Und die Liste der Unzufriedenen ist auch bei Werder nicht kurz.</p>
<p style="text-align: justify;">Da wäre zunächst die &#8220;Balkan-Connection&#8221;, bestehend aus Jurica Vranjes, Dusko Tosic und Said Husejinovic. Jeder hat es auf seine Art auf die Bremer Abschussliste geschafft. Tosic brachte es in zwei Jahren nur auf wenige bundesligataugliche Spielminuten, Husejinovic enttäuschte beim Zweitligisten Kaiserslautern, an den er ausgeliehen war und Vranjes legte sich dem Vernehmen nach zu vehement mit Thomas Schaaf an. Alle drei sollten im Sommer verkauft werden, alle drei stellten sich quer, alle drei finden sich in schöner Regelmäßigkeit auf der Tribüne wieder. Ohne im einzelnen beurteilen zu wollen, wie gerecht oder ungerecht diese Maßnahmen sind, lässt das auf ein hohes Unzufriedenheitspotential schließen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ebenfalls nicht zufrieden mit seiner Situation dürfte Markus Rosenberg sein. Nach schwacher Saison schienen seine Tage bei Werder gezählt. Eine langwierige Verletzung erschwerte einen Verkauf in der Sommerpause, was einer der Gründe für seinen Verbleib sein könnte. Er kämpfte sich nach der Reha langsam an die Mannschaft heran, wirkte bei seinen ersten Saisoneinsätzen schon wieder auf einem guten Niveau. Vor einigen Wochen fand er sich dann plötzlich im Abschlusstraining alleine neben dem Spielfeld wieder: Sprintübungen. Keine Nominierung für das Bochum-Spiel. Im Pokal trotz Personalsorgen im Sturm nur 90 Minuten auf der Bank. Rosenberg selbst sagte, er sei fit.</p>
<p style="text-align: justify;">Auffällig ist es schon, dass Werder in dieser Saison nur in Ausnahmefällen das volle Kontingent von 18 Spielern für den Spieltagskader in Anspruch genommen hat. Die Gründe dafür liegen nicht nur in der zwischenzeitlich langen Verletztenliste. Vor einigen Wochen hatte Schaaf  zum ersten mal vor einem Spiel alle 23 Profis zur Verfügung, dennoch blieben 7 außen vor. Die Ansprüche, die an die Spieler gestellt werden, wurden anscheinend deutlich erhöht. Insbesondere im körperlichen Bereich werden keine Kompromisse mehr eingegangen. Man hat aus den Verletzungsserien vergangener Jahre den Schluss gezogen, dass es im Zweifel besser ist, einen Spieler einige Wochen länger pausieren zu lassen. Voller Einsatz im Training wird vorausgesetzt. Wer ihn vermissen lässt, wer nicht richtig mitzieht, der findet sich schnell auf der Tribüne wieder. Das Ergebnis ist eine Mannschaft, die trotz Dreifachbelastung lange sehr frisch wirkte, die in den letzten Spielen vor der Länderspielpause jedoch merklich abbaute. Eine Folge ist nämlich auch eine dünne Ersatzbank, die Ausfälle wichtiger Spieler kaum kompensieren kann und eine Rotation ohne spürbare Qualitätseinbußen nicht zulässt.</p>
<p style="text-align: justify;">Dennoch scheint die sportliche Führung auf dem richtigen Weg. Das erste Spiel nach der Pause war eines der besten in dieser Saison. Weniger kann auch mehr sein, denn wer profitiert schon von demotivierten und formschwachen Spielern, die nur als Füllmaterial auf der Bank sitzen? Die Regeln scheinen klar und jedem bekannt zu sein. Jedes gute Ergebnis bestätigt die Linie des Trainers und Spieler sind entgegen ihrem Ruf manchmal eben doch lernfähig. Doch selbst wenn nicht, droht kein unmittelbarer Aufstand der Unzufriedenen. Die &#8220;Balkan-Connection&#8221; dürfte in der Winterpause weg sein (was ich in Vranjes Fall wirklich schade finde, aber das ist ein Thema für sich). So lange Werder den Anschluss an die Bundesligaspitze hält, wird es höchstens das ein oder andere kleine Störfeuer durch Einzelkämpfer geben. Die anderen werden &#8220;Papa Schaaf&#8221; am Ende wieder auf die Schultern klopfen. Er hat eben doch alles fest im Griff.</p>
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		<title>6. Spieltag: Einfallslose Zufriedenheit</title>
		<link>http://meinesaison.tobiassinger.com/2009/09/6-spieltag-einfallslose-zufriedenheit.html</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Sep 2009 07:12:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias (Meine Saison)</dc:creator>
				<category><![CDATA[BuLi]]></category>
		<category><![CDATA[6. Spieltag]]></category>
		<category><![CDATA[Bayer Leverkusen]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Jogi Löw]]></category>
		<category><![CDATA[Mesut Özil]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Schaaf]]></category>
		<category><![CDATA[Torsten Frings]]></category>
		<category><![CDATA[Werder Bremen]]></category>

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		<description><![CDATA[Bayer Leverkusen &#8211; Werder Bremen 0:0 Sechs Spiele, neun Punkte, Platz acht. Klingt so das Mittelmaß? Ja, denn Werder tritt auf der Stelle. Wobei, eigentlich stimmt das nicht. Werder rutscht in der Tabelle nach unten. Hinter Mainz. Hinter Hoffenheim. Doch was sagt so eine Tabelle nach sechs Spieltagen schon aus?  Immerhin hat man ein Auswärtsspiel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bayer Leverkusen &#8211; Werder Bremen 0:0</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Sechs Spiele, neun Punkte, Platz acht. Klingt so das Mittelmaß?</p>
<p style="text-align: justify;">Ja, denn Werder tritt auf der Stelle. Wobei, eigentlich stimmt das nicht. Werder rutscht in der Tabelle nach unten. Hinter Mainz. Hinter Hoffenheim. Doch was sagt so eine Tabelle nach sechs Spieltagen schon aus?  Immerhin hat man ein Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten relativ schadlos überstanden. Für höhere Ansprüche fehlt Werder momentan die Klasse. Ohne Özil fehlt zudem die zündende Idee.</p>
<p style="text-align: justify;">Klingt so das Mittelmaß?</p>
<p style="text-align: justify;">Nein, denn Werder behielt gegen einen offensivstarken Gegner in dessen Stadion über weite Strecken die Spielkontrolle, ließ wenige Chancen zu und spielte in Halbzeit eins nach einem holprigen Start auch mutig nach vorne. Dies veranlasste Jupp Heynckes in der Pause zu einem Systemwechsel. Er nahm den bindungslosen Gekas heraus und brachte mit Bender einen weiteren (offensiven) Mittelfeldspieler. Dies brachte Bayer in der zweiten Halbzeit höhere Spielanteile und auch einige Chancen, die der aufmerksame Wiese jedoch allesamt vereilten konnte.</p>
<p style="text-align: justify;">Am Ende steht ein 0:0 auf das sich beide Mannschaften irgendwann im Laufe der zweiten Hälfte geeinigt zu haben schienen. Für den Werderfan ungewohnt. Schaaf wechselte nur vorsichtig, brachte für Marin einen zweiten &#8220;richtigen&#8221; Stürmer, den wiedergenesenen Markus Rosenberg. Damit hatte es sich mit den Auswechslungen auch schon erledigt und Werder verwaltete das 0:0 über die Zeit, ohne einen Versuch zu starten, den Gegner in der Schlussphase noch zu überrennen. Pragmatismus statt bedingungsloser Offensive nach dem Auswärtsspiel in der Europa League. Daran wird man sich vermutlich gewöhnen müssen, gerade wenn es gegen die deutschen Topmannschaften geht.</p>
<p style="text-align: justify;">Konnte man Werder in der Vergangenheit vorwerfen, sich häufig in blinder Angriffswut noch den einen oder anderen Gegentreffer einzufangen, geben sich Mannschaft und Trainer nun im Zweifel lieber mit einem 0:0 zufrieden. Ist dies nun eine Stärke oder eine Schwäche? Es ist sicher kein Zeichen von überschäumendem Selbstbewusstsein. Doch in der aktuellen Situation ist es wohl die richtige taktische Maßnahme, wenn auch wenig inspirierend. Am Ende steht das dritte Zu-Null-Spiel dieser Bundesligasaison. Sechs Gegentore nach sechs Spielen ist für Werder eigentlich ein Traumwert. Er geht jedoch (noch) zu sehr auf Kosten der Offensivstärke.</p>
<p style="text-align: justify;">Hoffnungsfroh stimmt dagegen, dass leicht auszumachen war, was der Mannschaft fehlte, um das Spiel gestern zu gewinnen. Es war die Idee im offensiven Mittelfeld, der geniale Einfall etwas außergewöhnliches zu machen, der unwiderstehliche Pass in die Spitze. Kurz: <span style="text-decoration: line-through;">Diego</span> Mesut Özil. Aaron Hunt machte seine Sache insgesamt gut, brachte in der ersten Halbzeit über links viele gute Ideen ein, war in der zweiten Halbzeit dafür aber offensiv abgemeldet. Je mehr Spielanteile Leverkusen hatte, desto weniger tauschte Werder im Mittelfeld die Positionen und desto berechenbarer wurden die Angriffe. Mit Pizarro und Marin hat man zwei Spielstarke Stürmer, die sich häufig zurückfallen lassen und Platz für Vorstöße aus dem Mittelfeld schaffen. Borowski und Bargfrede kümmerten sich jedoch in erster Linie um ihre taktischen Aufgaben und die Arbeit gegen den Ball, wodurch die Spitze nach dem Wechsel häufig verwaist war.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn Chancen aus dem Spiel heraus ausbleiben gibt es ja noch die Standardsituationen, eigentlich eine große Stärke Werders. Aber auch hier machte sich Özils Abwesenheit bemerkbar. Die Ecken und Freistöße brachten keinerlei Gefahr, kamen zumeist nicht einmal in die Nähe der kopfballstarken Spieler. Immerhin hat man die &#8220;fehlende Zutat&#8221; schon in den eigenen Reihen und muss nur darauf warten, dass sie sich von ihrer Verletzung erholt. Leider besteht auch die Gefahr, schnell wieder von ihr abhängig zu werden, nachdem man sich gerade erst vom Diego-Rausch erholt hatte.</p>
<p style="text-align: justify;">Vor des Bundestrainers Augen spielte (und grätschte) sich gestern ein anderer Spieler in den Mittelpunkt: Torsten Frings. Er machte sein bislang bestes Saisonspiel und wird nach dem Spiel gedacht haben: &#8220;Siehste, und das soll nicht für die Nationalmannschaft reichen?&#8221; Jogi Löw wird dagegen gedacht haben: &#8220;Junge, warum spielst du nicht immer so? Dann wäre dein Stammplatz sicher.&#8221; Ich habe einfach nur gedacht: &#8220;Mensch, wenn der Lutscher keine böden Fehlpässe spielt, ist er immer noch ein hervorragender Mittelfeldspieler.&#8221; Was Thomas Schaaf dachte ist nicht überliefert.</p>
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		<title>Wiese in den Sturm</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Sep 2009 08:21:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias (Meine Saison)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Von der Trainerbank]]></category>
		<category><![CDATA[Überflüssiges Gedankengut]]></category>
		<category><![CDATA[Gerd Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Schaaf]]></category>
		<category><![CDATA[Tim Wiese]]></category>
		<category><![CDATA[Torschützenkönig]]></category>
		<category><![CDATA[Torwart]]></category>
		<category><![CDATA[Trainingsspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Wunderstürmer]]></category>

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		<description><![CDATA[Tim Wieses Chancen bei der WM 2010 im Tor der deutschen Nationalmannschaft zu stehen sind eher gering. Beim Training mit seinen Werder-Kollegen am Donnerstag überlegte man sich daher eine Geheimtaktik, die den sympathischen Rheinländer doch noch in Jogis Kader bringen soll: Wiese spielte im Trainingsspiel einen klassischen Rechtsaußen. Man kommt nicht umhin, diese Position als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Tim Wieses Chancen bei der WM 2010 im Tor der deutschen Nationalmannschaft zu stehen sind eher gering. Beim Training mit seinen Werder-Kollegen am Donnerstag überlegte man sich daher eine Geheimtaktik, die den sympathischen Rheinländer doch noch in Jogis Kader bringen soll: Wiese spielte im Trainingsspiel einen klassischen Rechtsaußen. Man kommt nicht umhin, diese Position als Schwachstelle in Löws neuem Vier-Drie-Drie-System zu erkennen. Hier sehen Wiese und Trainer Schaaf offenbar die größten Chancen, noch auf den WM-Zug aufzuspringen.</p>
<p style="text-align: justify;">Wiese vergab in bester Werderstürmer-Manier zwar auch die besten Torchancen, ließ seinen Gegenspieler Niklas Andersen mit einigen Tempodribblings jedoch reichlich blöd aussehen. Alles in allem dürften Schaaf und sein Trainergespann deshalb sehr zufrieden gewesen sein. Das Einsetzen von Spielern auf anderen Positionen hat bei Werder Tradition. So wurden die ehemaligen Stürmer Torsten Frings, Paul Stalteri, Clemens Fritz und Martin Harnik (mal mehr, mal weniger erfolgreich) in defensivere Rollen umpositioniert. Warum sollte dies nicht auch anders herum funktionieren?</p>
<p style="text-align: justify;">Mein Neffe &#8211; 4 Jahre alt und riesiger Werder- sowie Wiese-Fan &#8211; freute sich jedenfalls jedes Mal, wenn Wiese den Ball zugespielt bekam. Er fragte mich zwar wiederholt, warum &#8220;Timmey&#8221; keine Handschuhe anhabe und gab sich mit meiner Antwort (&#8220;Frag doch mal den grimmigen Mann mit dem Schnauzer und der grauen Trainingsjacke.&#8221;) auch nicht wirklich zufrieden, doch insgesamt überwog die Freude, sein Idol mal aus nächster Nähe anschauen zu dürfen. Als er dann nach dem Training noch ein Autogramm auf sein Trikot bekam, war er vollends dahin geschmolzen und blieb auf der gesamten Rückfahrt sprachlos.</p>
<p style="text-align: justify;">Tim Wieses neue Position hat noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: Nun will mein Neffe nicht mehr unter allen Umständen Torwart werden, sondern liebäugelt mit einer Karriere als Torjäger. Gerd Müllers Rekord ist also wieder akut in Gefahr.</p>
<p><a href="http://www.addtoany.com/add_to/twitter?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2009%2F09%2Fwiese-in-den-sturm.html&amp;linkname=Wiese%20in%20den%20Sturm" title="Twitter" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/plugins/add-to-any/icons/twitter.png" width="16" height="16" alt="Twitter"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2009%2F09%2Fwiese-in-den-sturm.html&amp;linkname=Wiese%20in%20den%20Sturm" title="Facebook" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/plugins/add-to-any/icons/facebook.png" width="16" height="16" alt="Facebook"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/delicious?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2009%2F09%2Fwiese-in-den-sturm.html&amp;linkname=Wiese%20in%20den%20Sturm" title="Delicious" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/plugins/add-to-any/icons/delicious.png" width="16" height="16" alt="Delicious"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/digg?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2009%2F09%2Fwiese-in-den-sturm.html&amp;linkname=Wiese%20in%20den%20Sturm" title="Digg" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/plugins/add-to-any/icons/digg.png" width="16" height="16" alt="Digg"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/stumbleupon?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2009%2F09%2Fwiese-in-den-sturm.html&amp;linkname=Wiese%20in%20den%20Sturm" title="StumbleUpon" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/plugins/add-to-any/icons/stumbleupon.png" width="16" height="16" alt="StumbleUpon"/></a> <a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2009%2F09%2Fwiese-in-den-sturm.html&amp;linkname=Wiese%20in%20den%20Sturm">Share this post</a> </p>]]></content:encoded>
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		<title>Europa League Play-Offs, Rückspiel: Diamant im Herzen</title>
		<link>http://meinesaison.tobiassinger.com/2009/08/europa-league-play-offs-ruckspiel-diamant-im-herzen.html</link>
		<comments>http://meinesaison.tobiassinger.com/2009/08/europa-league-play-offs-ruckspiel-diamant-im-herzen.html#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 16:13:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias (Meine Saison)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Eu-Europa League]]></category>
		<category><![CDATA[Von der Trainerbank]]></category>
		<category><![CDATA[Europa League]]></category>
		<category><![CDATA[FK Aktobe]]></category>
		<category><![CDATA[Formation]]></category>
		<category><![CDATA[Jonathan Wilson]]></category>
		<category><![CDATA[Play-Offs]]></category>
		<category><![CDATA[Raute]]></category>
		<category><![CDATA[Rückspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Taktik]]></category>
		<category><![CDATA[The Guardian]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Schaaf]]></category>
		<category><![CDATA[Werder Bremen]]></category>

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		<description><![CDATA[FK Aktobe &#8211; Werder Bremen 0:2 Während in Bremen seit Sonntag munter über die Rückkehr zur Mittelfeldraute diskutiert wird (Thomas Schaaf: &#8220;Das war keine Raute, jeder, der das behauptet, liegt falsch!&#8221;), lassen einige internationale Spitzenvereine die von manchen als obsolet bezeichnete Formation wieder aufleben. Chelsea spielt sie (Ancelotti hat schon bei Milan häufig so spielen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>FK Aktobe &#8211; Werder Bremen 0:2</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Während in Bremen seit Sonntag munter über die Rückkehr zur Mittelfeldraute diskutiert wird (<a href="http://www.kreiszeitung.de/sport/fussball/werder-bremen/altes-system-neue-perspektive-452764.html" target="_blank">Thomas Schaaf</a>: &#8220;Das war keine Raute, jeder, der das behauptet, liegt falsch!&#8221;), lassen einige internationale Spitzenvereine die von manchen als obsolet bezeichnete Formation wieder aufleben. Chelsea spielt sie (Ancelotti hat schon bei Milan häufig so spielen lassen), Inter spielt sie (ja, genau, das Inter, das von 4-3-3-Fetischist Mourinho trainiert wird), die Bayern spielen sie (bis auf Ribery). Ist Thomas Schaaf also doch kein solcher Hinterwäldler in Sachen Taktik? Ist er vielleicht gar ein Pionier?</p>
<p style="text-align: justify;">Taktikexperte Jonathan Wilson (<a href="http://www.amazon.de/Inverting-Pyramid-History-Football-Tactics/dp/1409102041/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books-intl-de&amp;qid=1251388356&amp;sr=8-1" target="_blank">Inverting the Pyramid</a>) schreibt im <a href="http://www.guardian.co.uk/sport/blog/2009/aug/25/the-question-diamond-tactics-jonathan-wilson" target="_blank">Blog des Guardian </a>über die Raute: &#8220;Is the midfield diamond here to stay and how do you counter it?&#8221; Neben den üblichen Abschweifungen in die Frühphase des Fußballs kommt Wilson zu dem Schluss, dass die Raute ein gutes System für spielstarke Mannschaften ist, allerdings einige Nachteile hat:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Vorteile:</strong></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Die Raute ist eine gute Defensivformation. (hört, hört&#8230;)</li>
<li>Ein starker defensiver Mittelfeldspieler gibt den Spielern auf den beiden Halbpositionen die Möglichkeit, den Spielmacher zu entlasten. (Frank Baumann, anyone?)</li>
<li>Die Raute ist offensiv am stärksten, wenn sie asymmetrisch ausgelegt wird, die beiden Halbaußen (und die beiden Stürmer!) also nicht auf einer Höhe spielen.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Nachteile:</strong></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Das Spiel einer Mannschaft mit Raute ist leicht ausrechenbar.</li>
<li>Werden die Halbpositionen zu zentral interpretiert, ist die Mannschaft über außen verwundbar; die Überzahl in der Mitte kann aufgrund des geringen Raums zum Passen kaum ausgenutzt werden.</li>
<li>Mit einem 4-5-1 kann die Raute am wirkungsvollsten gestoppt werden: Die beiden äußeren Mittelfeldspieler können den Platz auf den Außenbahnen nutzen und die Außenverteidiger unter Druck setzen. Dies schafft Raum für die eigenen Außenverteidiger, die sich ins Mittelfeld einschalten können. Die drei zentralen Mittelfeldspieler machen dazu der Raute in der Mitte das Leben schwer.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Diese Punkte beschreiben eigentlich ganz gut Werders Stärken und Probleme der letzten Jahre: Die hohe Ballbesitzquote durch die Überzahl im zentralen Mittelfeld. Die Offensivpower, weil die Positionen sehr variabel getauscht werden und keine starre symmetrische Formation eingehalten wird. Die Anfälligkeit über die Außen, die nicht zuletzt dadurch zustande kommt, dass die Außenverteidiger häufig mit nach vorne gehen, um die ansonsten verwaisten Außenbahnen zu besetzen. Die Probleme gegen defensive Mannschaften, wenn sich die Mittelfeldspieler zu wenig bewegen.</p>
<p style="text-align: justify;">Mir persönlich ist es eigentlich egal, welches System Werder spielt, wobei ich die Raute schon für die Formation halte, mit der Werder den besten Offensivfußball spielen kann. Allerdings hängt vieles davon ab, wie man die defensive und offensive Position der Raute besetzt. Torsten Frings hat mich als alleiniger defensiver Mittelfeldspieler bislang nicht überzeugt. Er hat zwar die nötige Zweikampfstärke, aber nicht die Unaufgeregtheit eines Frank Baumanns im Aufbauspiel, der anstandslos 40 Sicherheitspässe über 5-10 Meter pro Spiel zum nächstbesten Kollegen beförderte und taktisch kein Risiko einging. Den 6er traue ich eher Daniel Jensen zu, bei dem aber nicht klar ist, ob er nach der langen Verletzung noch einmal die Form der Saison 2007/08 erreichen kann. Ob Özil oder Marin die 10er-Position einnehmen können wage ich fast nicht zu beurteilen. Man braucht für die Position einen außergewöhnlichen Spieler, mit guter Übersicht und großer individueller Stärke, der im besten Fall noch ein großer Stratege ist. Vor allem Özil traue ich zu, ein solcher Spieler zu werden. Aber ist er auf der Position wirklich stärker als auf der linken Seite?</p>
<p style="text-align: justify;">Man wird sehen. Thomas Schaaf wird sich während dessen heimlich (im Keller) ins Fäustchen lachen, dass nun, nach mindestens 2 Jahren der Kritik an seinem veralteten System, sowohl in Bremen als auch in Fußballeuropa die Raute so hoch im Kurs steht, wie selten zuvor.</p>
<p style="text-align: justify;">Ach ja: Werder hat heute durch zwei Tore von Pizarro mit 2:0 bei FK Aktobe gewonnen und sich damit für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert.</p>
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		<title>2. Spieltag: Back to Basics</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 15:27:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias (Meine Saison)</dc:creator>
				<category><![CDATA[BuLi]]></category>
		<category><![CDATA[2. Spieltag]]></category>
		<category><![CDATA[Bayern München]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Schaaf]]></category>
		<category><![CDATA[Werder Bremen]]></category>

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		<description><![CDATA[Bayern München &#8211; Werder Bremen 1:1 Fußball kann ein ganz einfaches Spiel sein. Werder Bremen ist unter Thomas Schaaf jedoch nur selten in den Verdacht geraten dieses einfache Spiel zu praktizieren. Am Samstag gegen die Bayern war das anders. Mit einfachsten Mitteln erkämpfte sich die Mannschaft einen Punkt in der Allianz-Arena und wirkte dabei wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Bayern München &#8211; Werder Bremen 1:1</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Fußball kann ein ganz einfaches Spiel sein. Werder Bremen ist unter Thomas Schaaf jedoch nur selten in den Verdacht geraten dieses einfache Spiel zu praktizieren. Am Samstag gegen die Bayern war das anders. Mit einfachsten Mitteln erkämpfte sich die Mannschaft einen Punkt in der Allianz-Arena und wirkte dabei wie ein Team aus dem unteren Tabellendrittel. Anscheinend hat man nicht nur aus dem Spiel gegen sondern auch <em>von</em> Eintracht Frankfurt gelernt. Dem Gegner das Mittelfeld überlassen, mit zwei Viererketten in der eigenen Hälfte warten und hoffen, dass sich die individuellen Fehler in Grenzen halten. Gegen einen FC Bayern, der sich in der Offensive noch nicht richtig gefunden hat, reichte diese Taktik immerhin zu einem Unentschieden.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein wenig Glück war sicher auch dabei und nicht zuletzt Tim Wieses Paraden verhinderten eine größere Torausbeute des Rekordmeisters. Beim Gegentor würde ich die aktuelle Nr. 2 der Deutschen Nationalmannschaft fast komplett von einer (Mit-)Schuld freisprechen. Diese flache Flanke an den Fünfmeterraum war äußerst schwer zu antizipieren. Sie hätte jedoch von Sebastian Boenisch verhindert werden können, der Philipp Lahm auf der linken Abwehrseite nur unzureichend unter Druck setzte.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf der anderen Seite hätte Werder das Spiel auch gewinnen können, wäre die Passgenauigkeit etwas höher gewesen. Chancen zu Kontern gab es in der zweite Halbzeit zur Genüge. Werders Offensivabteilung schaffte es jedoch nur selten, die Bälle unfallfrei in die Spitze zu spielen. Dort konnte wieder einmal nur Boubacar Sanogo überzeugen. Der Ivorer ist in hervorragender Verfassung, wurde jedoch zu selten mit verwertbaren Bällen gefüttert. Dafür zeigte er eine starke kämpferische und läuferische Leistung, meist mit dem Rücken zum Tor. Aaron Hunt konnte dagegen seine überraschende Nominierung als zweite Spitze nicht rechtfertigen und Hugo Almeida hat seine gute Frühform leider pünktlich zu Saisonbeginn verloren.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach dem <a href="http://meinesaison.tobiassinger.com/2009/08/1-spieltag-alles-blod.html">erschreckenden Heimspiel letzten Samstag</a> darf die Partie als klarer Fortschritt angesehen werden, auch wenn spielerisch fast gar nichts ging. Werder muss es nur endlich verstehen, diese Konzentration und Disziplin im Defensivspiel auch gegen die vermeindlichen Leichtgewichte an den Tag zu legen. Spielerisch braucht man sich nur wenig Sorgen zu machen. Das neuformierte Mittelfeld braucht noch etwas Eingewöhnungszeit, sollte es bei der vorhandenen Qualität aber schaffen, für genügend Durschlagskraft in der Offensive zu sorgen. Angedeutet hat man dies auch gegen die Bayern, vor allem beim schön herausgespielten Führungstor über die Stationen Borowski, Hunt und Özil.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein kleiner Trost über die magere Punkteausbeute zum Saisonstart: Immerhin bleibt Thomas Schaafs positive Bilanz gegen die Bayern weiter bestehen:</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Werders Auswärtsbilanz gegen Bayern München unter Thomas Schaaf: 4 Siege, 4 Unentschieden, 3 Niederlagen.<br />
Werders Heimbilanz gegen Bayern München unter Thomas Schaaf: 4 Siege, 3 Unentschieden, 3 Niederlagen.</em></p>
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		<title>Meine Saisonvorschau 09/10 (Teil 1)</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Aug 2009 06:00:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias (Meine Saison)</dc:creator>
				<category><![CDATA[BuLi]]></category>
		<category><![CDATA[Götter in Grün-Weiß]]></category>
		<category><![CDATA[Von der Trainerbank]]></category>
		<category><![CDATA[2009/2010]]></category>
		<category><![CDATA[Kader]]></category>
		<category><![CDATA[Saisonvorschau]]></category>
		<category><![CDATA[SVW]]></category>
		<category><![CDATA[Taktik]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Schaaf]]></category>
		<category><![CDATA[Werder Bremen]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute Abend beginnt in Wolfsburg die neue Bundesligasaison. Höchste Zeit für eine ausführliche Saisonvorschau. Auch dieses Jahr kommt sie wieder in mehreren Teilen. Heute steht dabei allein Werder im Vordergrund. Was kann man von der Mannschaft in der kommenden Spielzeit erwarten? Tor Auf dieser Position gibt es keine nennenswerten Veränderungen. Tim Wiese ist unumstrittene Nummer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Heute Abend beginnt in Wolfsburg die neue Bundesligasaison. Höchste Zeit für eine ausführliche Saisonvorschau. Auch dieses Jahr kommt sie wieder in mehreren Teilen. Heute steht dabei allein Werder im Vordergrund. Was kann man von der Mannschaft in der kommenden Spielzeit erwarten?</p>
<h2 style="text-align: justify;">Tor</h2>
<p style="text-align: justify;">Auf dieser Position gibt es keine nennenswerten Veränderungen. <strong>Tim Wiese</strong> ist unumstrittene Nummer 1 mit Ambitionen auf einen Platz im WM-Kader. Bei ihm war letzte Saison ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar. Vor allem seine Coolness in Stresssituationen hebt ihn von der deutschen Konkurrenz ab. Verbessern sollte er noch seine Strafraumbeherrschung, dann könnte er sogar als 1. Torwart nach Südafrika fahren. Bei Werder machen ihm weder <strong>Christian Vander</strong>, noch <strong>Sebastian Mielitz</strong> den Stammplatz streitig.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Fazit: Im Tor ist Werder deutlich überdurchschnittlich besetzt.</strong></p>
<h2 style="text-align: justify;">Abwehr</h2>
<p style="text-align: justify;">Trotz 50 Gegentoren in der vergangenen Saison gab es in der Abwehr keine personellen Konsequenzen. In der Innenverteidigung spielen mit <strong>Per Mertesacker</strong> und <strong>Naldo</strong> zwei Kopfball- und Zweikampfstarke Spieler, die in Normalform zu den besten Innenverteidigerpärchen der Liga zählen. Gerade bei Naldo gab es in den letzten beiden Jahren jedoch immer wieder Phasen, in denen er diese Form nicht erreicht hat. Gegen Ende der letzten Rückrunde zeigte er aber wieder seine alten Stärken und führte Werder mit einer überragenden Leistung zum Pokalsieg. <strong>Sebastian Prödl </strong>hat sich dahinter dem Niveau der beiden langsam angenähert. Sollten Naldo und Mertesacker fit bleiben, dürfte er über den Status als Ergänzungsspieler aber nicht hinaus kommen.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf der rechten Außenbahn hinterließ <strong>Clemens Fritz</strong> in der Vorbereitung einen starken Eindruck. Nach der schwachen letzten Saison will er wieder an seine Glanzzeiten anknüpfen und sich erneut in den Kreis der Nationalmannschaft spielen. Der Stammplatz wird ihm vom neuen Konkurrenten <strong>Martin Harnik</strong> nicht zu nehmen sein, da dieser gerade vom Stürmer zum Außenverteidiger umgeschult wird und noch Schwächen im taktischen Bereich hat. Spannender ist es auf der linken Seite, dem traditionellen Sorgenkind der Bremer Viererkette. <strong>Sebastian Boenisch</strong> hat nach der U21-EM noch leichten Aufholbedarf, weshalb <strong>Petri Pasanen</strong> im Moment die Nase vorn hat. Vom Finnen sind keine großen Leistungssteigerungen zu erwarten, doch er füllt die Position defensiv gut aus und zeigte im Pokalspiel gegen Union Berlin, dass er auch in der Offensive Akzente setzen kann. Ich denke trotzdem, dass sich Boenisch im Laufe der Saison durchsetzen und weiterhin steigern wird. <strong>Dusko Tosic </strong>wird den Verein verlassen, da bin ich mir sicher.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Fazit: Auf beiden Außenbahnen glaube ich an eine Leistungssteigerung. Insgesamt ist die Abwehr leicht überdurchschnittlich besetzt.</strong></p>
<h2 style="text-align: justify;">Mittelfeld</h2>
<p style="text-align: justify;">Im defensiven Mittelfeld war Frank Baumann in den letzten 6 Jahren meist gesetzt. Flankiert wurde er dabei auf der rechten Seite von <strong>Torsten Frings</strong>, der nun eine zentralere Rolle einnehmen wird. Frings spielte eine insgesamt enttäuschende letzte Saison und muss sich im Jahr vor der WM dringen neu beweisen, wenn er sein Ticket nach Südafrika nicht gefährden will. Für seine physisch anspruchsvolle Spielweise benötigt er absolute körperliche Fitness. Diese ist ihm in der vergangenen Saison &#8211; wohl auch bedingt durch die langen Verletzungspausen im Jahr davor &#8211; etwas abhanden gekommen, doch scheint nun wieder da zu sein. Ich zähle Frings trotz zahlreicher anderer Stimmen noch nicht zum alten Eisen. Neben Frings steht mit Rückkehrer <strong>Tim Borowski</strong> eine große Überraschung. Nicht der Transfer selbst war unerwartet, sondern die Konsequenz mit der Borowski auf der &#8211; zumindest im Werdertrikot &#8211; ungewohnten Position im defensiven Mittelfeld bislang agiert. Viele haben ihm dies nicht zugetraut. Dabei hat Borowski eines seiner besten Spiel für Werder auf der Sechserposition gemacht (beim 1:0-Sieg gegen Chelsea 2006). Die Achse Frings &#8211; Borowski dürfte der Schlüssel zu einer erfolgreichen Saison für den SVW werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Leidtragender ist zunächst <strong>Peter Niemeyer</strong>, der endlich verletzungsfrei ist und sich in der Rückrunde mit respektablen Leistungen in die Stammmannschaft spielte. Nachwuchsspieler <strong>José-Alex Ikeng</strong> hat sich in der Vorbereitung leider das Kreuzband gerissen. Es bleibt abzuwarten, ob er in dieser Saison noch eine Rolle spielen kann, da es bereits die dritte Verletzung dieser Art für ihn ist. Ein großes Fragezeichen steht noch hinter <strong>Jurica Vranjes</strong>. Der Kroate gilt als Streichkandidat, könnte durch Ikengs Verletzung aber eine neue Chance erhalten.</p>
<p style="text-align: justify;">Im offensiven Mittelfeld klafft nach Diegos Wechsel zu Juventus ein Loch. Da adäquater Ersatz für diesen Ausnahmespieler fehlt, versucht Werder erst gar nicht dieses zu stopfen. Stattdessen wird das System dem vorhandenen Spielermaterial angepasst. <strong>Mesut Özil</strong> und <strong>Marko Marin</strong> werden als Stammpersonal auf den beiden offensiven Positionen im Mittelfeld gehandelt. Zusammen sollen sie dort den Verlust von Diego kompensieren. Beide haben in der vergangenen Saison ihr großes Talent mehr als nur angedeutet. Dennoch gibt es Zweifel: Das stärkste Argument gegen die beiden ist ihr junges Alter. Weder Marin noch Özil konnten sich bislang konstant auf höchstem Niveau beweisen. Für Özil sprechen die Erfahrungen der vergangenen Saison, mit einem verlorenen und zwei gewonnenen Finals als Höhepunkt. Von ihm erwarte ich diese Saison einen weiteren Sprung, vor allem in Sachen Konstanz. Marin musste zuletzt in Gladbach und bei der U21-EM Rückschläge einstecken. Er erhält bei Werder die Chance, sich in einem guten Umfeld weiterzuentwickeln. Hier ist <em>Papa Schaaf</em> sicher gefordert.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Aaron Hunt</strong> kann langsam als Beispiel für einen Hochtalentierten dienen, der es nicht geschafft hat. Es hat sicher auch mit der Verletzungsanfälligkeit zu tun, aber von ihm muss deutlich mehr kommen, wenn er eine Zukunft bei Werder haben will. <strong>Daniel Jensen</strong> hat eine gebrauchte Saison erwischt. Seit über einem Jahr kämpft er nun gegen diverse Verletzungen an, ohne je wieder an die tollen Leistungen der Saison 2007/2008 anzuknüpfen, als er Torsten Frings hervorragend vertrat. Ein Spieler seiner Prägung täte der Mannschaft auch jetzt wieder gut: Technisch stark, flexibel einsetzbar und mit gutem Auge für den freien Mann. Leider habe ich aufgrund der verpassten Vorbereitung wenig Hoffnung auf ein baldiges Comeback auf Spitzenniveau. Die Überraschung der Vorbereitung heißt <strong>Philipp Bargfrede</strong>. Der 20jährige spielte sich durch engagierte und selbstbewusste Auftritte in den Mittelpunkt und kann in dieser Saison allemal als Ergänzungsspieler eine Rolle spielen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Fazit: Werders Mittelfeld bleibt auch ohne Diego konkurrenzfähig und ist schwerer ausrechenbar. Hier gehört Werder zu den Besten der Bundesliga.<br />
</strong></p>
<h2 style="text-align: justify;">Angriff</h2>
<p style="text-align: justify;">Hier steht bislang das größte Fragezeichen. Kommt <strong>Claudio Pizarro</strong> oder kommt er nicht? Wenn er nicht kommt, kommt dann jemand anderes von ähnlichem Format? Eine Planstelle besteht im Werdersturm auf jeden Fall. Im Schatten der Transferspekulationen haben sich die vorhandenen Angreifer erstaunlich gut entwickelt. Sehr erfreut bin ich über die Auftritte von <strong>Boubacar Sanogo</strong>. Nach seiner Rückkehr aus Hoffenheim galt er als Streichkandidat &#8211; momentan dürfte er einen Stammplatz sicher haben. Ähnlich wie vor zwei Jahren kämpft Sanogo um jeden Ball, legt für Mitspieler auf und trifft auch das Tor wieder. Seine teils hölzernen Bewegungen scheinen dabei den Regeln der Physik zu trotzen. Bevor es der Rest der Liga merkt, könnte Sanogo schon wieder 10 Treffer auf dem Konto haben. Es scheint aber höchst fraglich, ob er dieses Niveau diesmal langfristig halten kann. Ebenfalls erfreulich ist die Situation bei <strong>Hugo Almeida</strong>. Schon gegen Ende der letzten Saison zeigte er gute Leistungen und scheint nun endlich den nötigen Willen aufzubringen, sein Talent vollständig auszuschöpfen. Ihm traue ich eine gute Saison zu, sehe auf Dauer ein Angriffsduo mit ihm und Sanogo jedoch kritisch.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Marcelo Moreno</strong> kam im Sommer neu aus Donezk. Der Bolivianer sollte schon vergangene Saison verpflichtet werden und verspricht eine Verstärkung zu werden. Technisch ist er beschlagen und das, was gemeinhin gerne als &#8220;Torriecher&#8221; bezeichnet wird, scheint er auch mitzubringen. Sollte er auch physisch auf Bundesliganiveau mithalten können, sehe ich ihn langfristig als festen Sturmpartner für Pizarro/Mr. X. <strong>Markus Rosenberg</strong> landete durch seine Formkrise in der Rückrunde auf dem Abstellgleis. Eine langwierige Verletzung hat ihn bislang daran gehindert, diesen Eindruck widerlegen zu können. Sollte noch ein Stürmer kommen kann Rosenberg noch ein Fall für die Transferliste werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Fazit: Der Werdersturm ist bislang personell nicht befriedigend besetzt. Die anhaltenden Verhandlungen um Pizarro und die Formstärke der drei aktuellen Kandidaten stimmen dennoch positiv.</strong></p>
<h2 style="text-align: justify;">Taktik</h2>
<p style="text-align: justify;">Es wird momenten viel über den Umbruch in der taktischen Ausrichtung geredet. Statt des <strong>4-4-2 Systems mit Raute</strong> wird derzeit ein <strong>4-4-2 mit zwei defensiven Mittelfeldspielern</strong> (Doppelsechs) und offensiven Außen gespielt. Interessant ist, was <strong>Thomas Schaaf</strong> zu dem Thema zu sagen hat:</p>
<blockquote style="text-align: justify;"><p>&#8220;Es ist enorm wichtig, flexibel zu sein und auf verschiedene taktische Ausrichtungen zurückgreifen zu können. Wir versuchen alles auszuschöpfen, was der Fußball hergibt. Dabei ist die Taktik ein sehr vielseitiger Bereich. Aber es gibt nicht, wie häufig dargestellt, nur ein paar große Taktiksysteme. Viel entscheidender sind die vielen Nuancen, kleine Verschiebungen, die man vornimmt und die im Idealfall Großes bewirken.&#8221;</p></blockquote>
<p style="text-align: right;"><em>Aus dem Werder-Magazin Spezial. Interview: Martin Lange</em></p>
<p style="text-align: justify;">Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Werders Formationsänderung ist deshalb auch keine Revolution. Sie ist den personellen Gegebenheiten geschuldet, da Spielmachertypen von der Qualität eines Diego oder eines Johan Micoud für wenig Geld nicht mehr zu bekommen sind. Der Wechsel von der eigentlichen Raute hin zu zwei defensiven Mittelfeldspielern ist ein schleichender Prozess, der in der vergangenen Saison längst begonnen hatte. Mesut Özil ist sicherlich der offensivste Spieler, der je auf den Halbpositionen der Werder-Raute gespielt hat. Als Konsequenz hatte sein Gegenpart auf der rechten Seite, in der Regel Torsten Frings, vermehrt Aufgaben in der Defensive zu bewältigen. Die flexible Grundformation machte diese Verschiebung problemlos möglich. Es ist anzunehmen, dass unter Schaaf auch das System mit der Doppelsechs ähnlich flexibel ausgelegt wird. Die Testspiele lassen zumindest darauf schließen.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Defensive ändert sich auf den ersten Blick nicht viel. Naldo wird vermutlich auch weiterhin seine Ausflüge nach vorne unternehmen, während Mertesacker im Notfall auch mal den Ausputzer gibt. Die Außenverteidiger könnten durch das neue System etwas entlastet werden, wenn das Mittelfeld weniger durch die Mitte agiert. Eine Schwäche, die Werder in jedem Fall in den Griff bekommen muss, ist die Unkonzentriertheit bei gegnerischen Standards. Eine Mannschaft mit so vielen kopfballstarken Spielern, darf einfach nicht so viele Gegentore nach Ecken und Freistoßflanken bekommen. Bei eigenen Standards könnte es schwierig werden, die Ausbeute der letzten Saison zu erreichen, denn Diegos Freistöße waren grandios. Mit Özil, Marin, Almeida, Naldo, Borowski und Frings hat man aber eine ganze Reihe an Spielern, die gut mit ruhenden Bällen  aus verschiedenen Positionen umgehen können.</p>
<p><strong>Fazit: Der Wechsel zum neuen System wird weitgehend reibungslos verlaufen. Werder bleibt offensiv gefährlich und defensiv verletzlich, auch wenn ich deutlich weniger Gegentore erwarte, als in der letzten Saison.</strong></p>
<p>Morgen werfe ich dann einen<a href="http://meinesaison.tobiassinger.com/2009/08/meine-saisonvorschau-0910-teil-2.html"> Blick auf die restliche Liga</a> und wage eine Prognose für die Abschlusstabelle.</p>
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