Internet-Tagebuch eines Werderfans

Meine Saison mit dem SVW



‘schab Vertrag 1

Gepostet am 15. August 2010 von Tobias (Meine Saison)

DFB-Pokal, 1. Runde: Rot Weiss Ahlen – Werder Bremen 0:4

Wie in den Jahren zuvor ein letztlich deutlicher Sieg zum Saisonauftakt gegen eine unterklassige Mannschaft. Im Gegensatz zu Union Berlin letztes Jahr erwies sich Ahlen jedoch in der ersten Halbzeit als echte Hürde. Werder kam schwer ins Spiel und musste vor dem Führungstor einige brenzlige Szenen überstehen. Danach lief dann fast alles wie erhofft und der Klassenunterschied wurde auf dem Feld deutlich sichtbar.

Thomas Schaaf entschied sich für das System mit der Raute und gegen das 4-2-3-1. Wie erwartet saßen deshalb Marin und Arnautovic zunächst auf der Bank und Hunt und Borowski nahmen die Halbpositionen im Mittelfeld ein. Werders Spielidee war von Anfang an erkennbar, doch es hakte noch bei der Genauigkeit im Kombinationsspiel. Da sich auch alle vier Spieler der Viererkette in der ersten Hälfte einige Aussetzer im Spielaufbau erlaubten, kam Ahlen immer wieder zu gefährlichen Konterchancen, die jedoch nur selten gut zu Ende gespielt wurden und deshalb meist von Werders Abwehr repariert werden konnten. Ahlen spielte vermehrt über die linke Bremer Abwehrseite und konnte Pasanen dabei einige Male bloßstellen. Mittelstürmer Knappmann suchte in jeder Situation den Torabschluss, agierte dabei jedoch häufig zu überhastet. Die beste Chance der ersten Halbzeit hatte Alder mit einem tollen Freistoß, der hinter Wiese an die Latte klatschte.

Werder befreite sich aus der Ahlener Druckperiode auf die bestmögliche Weise: Claudio Pizarro zog von links in den Strafraum und traf mit einem platzierten Schuss ins lange Eck. Danach kippte das Spiel klar zugunsten Werders. Özil, der zuvor ein eher mittelmäßiges Spiel hatte, drehte nun auf und war an allen gefährlichen Aktionen beteiligt. In dieser Phase hätte Werder das Spiel schon entscheiden können, vielleicht müssen. Stattdessen hatte nach der Pause erneut Knappmann die Chance zum Ausgleich, doch verlor allein vor Wiese die Nerven und ermöglichte diesem so seine beste Parade im Spiel. Kurz darauf traf Almeida, der zuvor ebenfalls kläglich vergeben hatte, per Kopf nach einer Ecke zum 2:0. Schaaf wechselte nun durch, brachte Marin für Özil und wenig später Arnautovic für Almeida. An der Einseitigkeit der Partie endete das aber nichts mehr, denn Borowski machte mit einem tollen Schuss nach einem verunglückten Klärungsversuch der Ahlener Defensive alles klar. So plätscherte das Spiel seine Ende entgegen, bis Marin mit einem schönen Heber den Schlusspunkt zum 4:0-Sieg setzte.

Die Raute scheint in dieser Phase der Saison die bessere Variante für Werder zu sein, gerade wenn man die Formkurven der Spieler so anschaut. Wenn Marin und Arnautovic bei 100% sind, spricht aber vieles für das 4-2-3-1, denn gerade bei Arnautovic hat man gesehen, dass ihm die Rolle des 2. Stürmers nicht wirklich auf den Leib geschneidert ist. Hunt und Borowski haben gestern zwar nicht überragend gespielt, doch sie erfüllten ihre Aufgaben ordentlich. Es war aber Bargfrede, der das Bremer Mittelfeld belebte und die Fäden zog. Defensiv aufmerksam, starker Spielaufbau und dazu noch viele Akzente nach vorne – wenn er das auch in der Bundesliga so umsetzen kann, müsste er auf der Sechserposition gesetzt sein.

Einiges hängt aber noch von den Wechseln ab, die sich in den nächsten Tagen entscheiden dürften. Mit dem Brasilianer Wesley ist alles klar, er wird in den nächsten Tagen einen 5-Jahres-Vertrag unterschreiben und kostet angeblich schlanke 7,5 Mio. Euro. Offiziell bestätigt ist der Transfer noch nicht, doch der Spieler selbst hat sich bei Twitter schon klar darüber geäußert, sich unter anderem bei Werders sportlicher Leitung für deren großes Bemühen bedankt. Im Fall Mesut Özils kommt zum ersten Mal seit Wochen wirklich (sprich: nicht nur in den Medien) Bewegung rein. Real Madrid hat ein Angebot abgegeben, das laut Allofs jedoch völlig inakzeptabel war. Özil selbst zeigte sich im Interview nach dem Spiel sichtlich hin und her gerissen zwischen seinen üblichen Kommentaren (“Ich hab Vertrag” und “Ich respektiere Werder Bremen”) und dem öffentlichen Interesse Reals und José Mourinhos (“Wenn man so ein Angebot hat, möchte man es gerne annehmen”). Dass Allofs Özil über das Angebot jedoch nicht informiert hat, ist schon ein wenig seltsam und gibt in der Öffentlichkeit kein gutes Bild ab. Özils Ärger darüber kann ich nachvollziehen, doch in seinem eigenen Interesse war es nicht sehr sinnvoll, dies an die Öffentlichkeit zu bringen. Eine Entscheidung muss in den nächsten Tagen fallen, sonst kommt vor dem wichtigen Spiel gegen Sampdoria zu viel Unruhe auf. Dazu braucht es entweder ein gutes Angebot von Real Madrid oder ein Machtwort von Allofs, der in dieser Angelegenheit jedoch am kürzeren Hebel sitzt.

18. Spieltag: Und jährlich grüßt das Murmeltier 7

Gepostet am 17. January 2010 von Tobias (Meine Saison)

Frankfurt – Werder 1:0

Und jährlich grüßt das Murmeltier. Ein großes, schläfriges Murmeltier namens Werder Bremen. Zum dritten Mal in Folge vergeigt es den Rückrundenauftakt mit einer katastrophal schlechten Vorstellung gegen einen bestenfalls mittelmäßigen Gegner.

Gegen Frankfurt kann man mal verlieren. Man sollte nicht – gegen eine Mannschaft, in der Maik Franz spielt, sollte man nie verlieren – aber man kann. Aber doch bitte nicht zweimal in einer Saison! Zweimal auf diese Weise! Werder zeigte kaum Gegenwehr, kaum ein Aufbäumen, kaum Laufbereitschaft. Das Spiel war wahrlich nicht schnell und das lag in erster Linie daran, dass Werder es nicht schnell machte. Den Frankfurtern spielte das natürlich in die Hände, die konnten hinten relativ leicht die Räume eng machen und in der Mitte waren sie bis zu Pizarros Einwechslung keinerlei Gefahr ausgesetzt. Ein Sturmduo Marin/Rosenberg kann Erfolg haben, wenn man gegen einen offensiven Gegner spielt, aber nicht gegen einen Gegner, der bestens damit leben kann, Werder den Ball zu überlassen und dann mit Kontern den Garaus zu machen. Rosenberg spielt nun seit einem guten Jahr völlig unter Form und darf trotzdem von Anfang an ran? Der Handlungsbedarf im Angriff hätte nicht deutlicher gemacht werden können. Es hatte fast etwas anklagendes, so als wollte Thomas Schaaf sagen: Schau her, Klaus, das ist das beste, was ich aufbieten kann.

Ist gestern jemandem aufgefallen, wie sich Werders Spielweise geändert hat, als Pizarro ins Spiel kam? Auf einmal wagte man direkte und hohe Anspiele an den Strafraum, aus dem ersten wäre beinahe das 1:1 gefallen. Diese Abhängigkeit von einem einzigen Spieler ist gefährlich, Pizarro nicht mehr der jüngste. Verletzungspausen muss man also einkalkulieren und dann zeigt sich, dass Klasse wichtiger ist als Masse. Es bleibt zu hoffen, dass zumindest Moreno und Vranjes noch abgegeben werden können und das Geld in einen Mittelstürmer investiert wird. Die Verpflichtung Abdennours halte ich aus heutiger Sicht für richtig. Es bestand definitiv Bedarf auf der linken Seite und gute Ansätze waren trotz einer durchwachsenen Leistung erkennbar.

Es wäre jedoch falsch, die Bremer Niederlage nur an einem nicht vorhandenen Stürmer festzumachen. Die Leistung der Mannschaft war insgesamt völlig inakzeptabel. Allen voran wirkte Mesut Özil, als wäre er mit dem Kopf überall, nur nicht auf dem Platz. In dieser Form wäre er nicht mal für Arminia Bielefeld interessant. Solche Spieler sind besonders wertvoll für ein Team: Unter der Woche groß von den eigenen Ansprüchen auf die Champions League sprechen und dann so eine Leistung? Große Klasse, Mesut. Wenn es unter deinem Niveau ist, den Verein, der dich zum Nationalspieler gemacht hat, in die Champions League zu schießen, dann halt bitte einfach die Klappe und geh im Sommer wohin du auch immer möchtest!

Was bleibt zu hoffen? Bitte kein Wort mehr von Meisterschaft und Champions League! Eine Woche lang konzentrieren und dann mit vollem Einsatz gegen die Bayern. In der Hinrunde hat man nach der Niederlage gegen Frankfurt die Kurve gekriegt. In dieser Rückrunde mag ich daran nicht glauben, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.

Jahre voller Lust (Teil 1) 3

Gepostet am 4. January 2010 von Tobias (Meine Saison)

Das Jahr 2010 ist da – die Nuller Jahre sind vorbei. Ein Jahrzehnt, das aus der grauen Fußballmaus Werder Bremen einen regelmäßigen Champions League-Teilnehmer machte. Ich habe mir aus jedem Jahr ein besonderes Spiel herausgepickt und paar Zeilen dazu geschrieben. So ist ein sehr persönlicher Rückblick auf die Dekade entstanden, den ich nun in drei Teilen hier im Blog veröffentlichen werde. Heute gibt es den ersten Teil.

23.3.2000: Werder Bremen – Arsenal FC 2:4

Thomas Schaafs erste richtige Saison als Werdertrainer markiert einen Wendepunkt in Werders Geschichte. Nach Rehagels Abgang war man in der zweiten Hälfte der 90er Jahre zur grauen Maus mutiert und zeigte keine Anzeichen der Besserung. Schaaf gibt der Mannschaft eine offensive Grundausrichtung mit und fördert das Kreativspiel. Claudio Pizarro wird der Überraschungstransfer der Saison und bildet fortan mit dem schon als Fehleinkauf abgestempelten Ailton ein spektakuläres Angriffsduo. Für höhere Ambitionen fehlt es noch an der Konstanz, doch endlich sieht man in Bremen wieder Fußball, der zum Träumen anregt. Besonders im UEFA-Cup überzeugt Werder und rückt bis ins Viertelfinale vor.

Das Hinspiel hat Werder ziemlich chancenlos mit 0:2 verloren, doch es gibt Grund zur Hoffnung, als Arsenal London im Frühling 2000 zum Rückspiel ins Weserstadion kommt. In den Runden zuvor hat Werder in alter „Wunder-von-der-Weser“-Manier Hinspielpleiten im eigenen Wohnzimmer ausgebügelt – etwa gegen die damalige Klassemannschaft AC Parma (0:1, 3:1) und auch Olympique Lyon (0:3, 4:0). Gegen das Team von Arsène Wenger erwarteten die Fans nun eine erneute Aufholjagd. Doch viel zu früh wird klar, dass daraus an diesem Abend nichts werden soll. Schnell liegt Werder durch ein Tor von Ray Parlour hinten und als wiederum Parlour einen 35-Meter-Kracher in den Winkel hämmert, ist das Spiel entschieden. Doch damals ist das Anspruchsdenken in Bremen noch ein anderes. Die Bremer Anhänger unterstützen ihre Mannschaft weiterhin nach Leibeskräften und auch die Fans der Nord-Londoner sorgen für tolle Stimmung im Stadion. Werders Anschlusstreffer werden frenetisch bejubelt, die Sturmläufe – und die rote Karte – des jungen Thierry Henry mit offenem Mund bestaunt. Solchen Fußball bekommt man hier zu dieser Zeit nur selten zu sehen. Am Ende steht ein 2:4 als Ergebnis unter einem Fußballfest (mit einem Dreierpack des defensiven Mittelfeldspielers Parlour), das wohl jeden der anwesenden Zuschauer begeistert. Arsenal hat von diesem Tag an ein paar Sympathisanten mehr in der Hansestadt – diesen Autor mit eingerechnet.

17.2.2001: Werder Bremen – Schalke 04 2:1

Spektakulär ist eine Untertreibung, um Claudio Pizarros Tor gegen den Tabellenführer der Bundesliga zu beschreiben. Einen hohen, weiten Pass vom eigenen Strafraum pflückt der Peruaner mit dem Fuß nicht etwa bloß herunter, sondern tickt ihn so hauchzart und gefühlvoll an, dass er den Ball aus dem Lauf heraus Volley über den herauslaufenden Torwart Olli Reck ins Tor lupfen kann. Ein absolutes Meisterstück und sicherlich eines der schönsten Tore, die je im Weserstadion erzielt wurden. Dass es sich hierbei nicht um einen Zufall handelte, sondern Pizarros Klasse widerspiegelt, beweist der Peruaner mit 19 Toren in seiner zweiten und vorerst letzten Saison für Werder. Seine Leistungen wecken Begehrlichkeiten auf der anderen Seite der Republik und so wechselt Pizarro im Sommer 2001 für die stolze Summe von 16 Millionen DM nach München. Für die einen eine Katastrophe, den Weltklassemann ausgerechnet an die Bayern zu verlieren, für die anderen eine Bestätigung, dass man in Fußballdeutschland wieder ernst genommen wird.

Dazu hatte auch die ausgezeichnete Rückrunde der Bremer beigetragen, in der man neben dem späteren „Meister der Herzen“ auch den FC Bayern bezwingen kann. Wäre man in der Hinrunde ähnlich furios aufgetreten, hätte am Ende auch ein Platz in der Champions League winken können, denn selten holten die Topmannschaften der Liga so wenige Punkte. So bleib neben vielen schönen Toren von Pizza-Toni nur der undankbare 7. Platz (Platz 6 reichte damals für die UEFA-Cup-Teilnahme) und die Gewissheit, einen der besten Stürmer der Vereinsgeschichte verloren zu haben. Man muss es sich wirklich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass Pizarro im Jahr 2010 erst seine vierte Saison für Werder spielt. Trotz seiner sechs Jahre bei den Bayern hat er in Bremen nie an Sympathie eingebüßt, was sicher nicht nur an seinen Leistungen auf dem Platz liegt.

10.9.2002: Werder Bremen – 1.FC Nürnberg 4:1

Nicht beständig genug. So lässt sich das Manko der Bremer knapp in Worte fassen. Trotz einer tollen Hinrunde mit Siegen gegen die Meisterschaftsanwärter Bayern und Bayer Leverkusen kann Werder 2002 den Platz in der Spitzengruppe nicht verteidigen. Dank gütiger Mithilfe aus Kaiserslautern sichert sich Werder am letzten Spieltag trotz einer Niederlage gegen den neuen Meister Borussia Dortmund zumindest einen UEFA-Cup-Platz. Selbstverständlich nicht, ohne vorher noch Zünglein an der Waage im Meisterkampf zu spielen, indem man unter äußerst glücklichen Umständen zu einem Auswärtssieg in Leverkusen kommt. Für die neue Saison sieht es nicht wirklich gut aus. Leistungsträger Torsten Frings ist zum Meister gewechselt und Torwart Frank Rost zu dessen Erzrivalen nach Schalke. Ironischerweise wechseln beide, um ihre Chancen auf den Gewinn der Deutschen Meisterschaft zu verbessern. Im Spätsommer 2002 fehlt Werder vor allem ein Spielgestalter. Jemand, der die Mannschaft inspirieren kann. Es scheint hoffnungslos, einen solchen Spieler zu verpflichten, denn das nötige Kleingeld dafür ist trotz der Abgänge nicht vorhanden. Dennoch wickelt Sportdirektor Allofs im September noch einen Transfer ab, für den er zu Recht bis heute gefeiert wird: Er holt den französischen Mittelfeldspieler Johan Micoud ablösefrei zu Werder.

Es dauert genau 90 Minuten, bis Bremen „König Johan“ zu Füßen liegt. Vom ersten Spiel an kann man die Aura eines Weltklassespielers spüren. Nicht, dass es bei Werder vorher keine ähnlich starken Spieler gegeben hätte, doch im Gegensatz zu Micoud wurden diese in Bremen zu solchen ausgebildet. Micoud hingegen scheint seit seiner Ankunft die gesamte Mannschaft mit seiner Genialität mitzureißen. Nie zuvor und leider auch (noch) nicht danach hatte Werder einen Spieler, mit dieser Fähigkeit, ein Spiel zu „lesen“, es vor sich auszubreiten und nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Neben diesen strategischen Fähigkeiten verfügt Micoud auch über die technischen Fähigkeiten, diese Spielweise auf dem Platz umzusetzen. Ein wirklicher Spielmacher eben, vielleicht der letzte klassische Spielmacher der Bundesliga. Zwar kann auch er Werder nicht auf Anhieb in die Bundesligaspitze hieven, dafür ist der erneute Leistungseinbruch nach der Winterpause zu groß, doch zum ersten Mal seit Andreas Herzog in seiner Glanzzeit hat Werder wieder einen richtigen Regisseur.

In den nächsten Tagen folgen der zweite (2003 – 2006) und der dritte Teil (2007 – 2009).

Bremer Transfers 1997-2009 11

Gepostet am 20. August 2009 von Tobias (Meine Saison)

Auf Anregung von Probek habe ich mal eine kleine Übersicht über die Bremer Einkäufe der letzten 12 Jahre angefertigt. Es ging dabei um die Frage, ob Bayerns Transferpolitik wirklich so schlecht ist, wie von vielen behauptet, und ob Werders Transferpolitik im Vergleich besser abschneidet. Die Frage kann hier natürlich nicht abschließend beantwortet werden, doch der Vergleich ist schon interessant:

Zunächst ein paar Anmerkungen zur Tabelle:

  • Alle Daten (Zugänge, Transfersummen) stammen von Transfermarkt.de.
  • Die Transfers wurden um die Spieler bereinigt, die ausschließlich für den Amateurbereich verpflichtet wurden.
  • Spieler, die zunächst auf Leihbasis geholt und später fest verpflichtet wurden, habe ich nur einmal berücksichtigt und Leihgebühr und Ablösesumme addiert.
  • Spieler, die während ihrer Zeit bei Werder verliehen wurden und danach zurückkehrten, habe ich ebenfalls nur einmal berücksichtigt.
  • Die Bewertung der Spieler ist natürlich subjektiv. Ich habe sie nach den von Probek verwendeten Kriterien vorgenommen (war das Geld wert, war das Geld nicht wert, hat sich durchgesetzt, kostete eh kaum etwas, bekam keine Chance, war dauerverletzt uswusf.).
  • Mir ist durchaus bewusst, dass es sich bei den Ergebnissen deshalb nicht um “harte” Daten handelt, aber hier werden ja auch keine wissenschaftlichen Ziele verfolgt.
  • Im Gegensatz zu Probek habe ich aus Zeitgründen die Anzahl der Spiele, die die Spieler für den Verein absolviert haben, nicht berücksichtigt.

Das Ergebnis:

  • Werder hat seit 1997 96 Spieler für den Profikader verpflichtet (zum Vergleich: Bayern: 94).
  • Die Transfers habe ich folgendermaßen bewertet: 27 positiv, 40 neutral (darunter die bisherigen 8 Neuzugänge dieser Saison), 29 negativ (Bayern: 30 – 35 – 29).
  • Insgesamt hat Werder 115,9 Mio. € für die Transfers ausgegeben (Bayern: 318,4 Mio. €). Im Schnitt sind dies 1,2 Mio € pro Spieler (Bayern: 3,4 Mio. €).
  • 73,2 Mio. € wurden in Spieler investiert, die ich positiv oder neutral bewertet habe (ausgenommen die Transfers dieser Saison), 26,8 Mio. € in Spieler, die ich negativ bewertet habe (Bayern: 173,5 Mio. € bzw. 94,2 Mio. €).
  • Relativ gesehen hat Werder 26,8 % der Transferausgaben für Fehleinkäufe ausgegeben (Bayern: 35,2 %).
  • Die Kosten pro erfolgreichem Transfer (Bewertung = positiv) liegen bei 3,7 Mio. € (Bayern: 8,9 Mio. €).
  • Die drei teuersten Fehleinkäufe sind: 1. Carlos Alberto (8,5 Mio. €), 2. Mohammed Zidan (3,5 Mio. €), 3. Manuel Friedrich (2,5 Mio. €).

Und was sagt uns das jetzt?

  • Die Transferbilanz ohne Berücksichtigung der Kosten ist sehr ausgeglichen und ähnelt der des FC Bayern.
  • Werder hat weder absolut noch relativ mehr geglückte Transfers zu verbuchen als Bayern.
  • Berücksichtigt man die Ausgaben kann man folgendes festhalten: Werder hat mit etwas mehr als einem Drittel des finanziellen Aufwands der Bayern ein ähnlich gutes Ergebnis erreicht.
  • Aber: Die Ansprüche der Vereine und deren Fans unterscheiden sich, was insbesondere für die Zeit vor 2003/2004 gilt. Die Bewertung der Spieler dürfte also nicht oder zumindest nicht durchgängig nach denselben Maßstäben erfolgt sein.
  • Bei vielen Spielern war eine Bewertung nicht einfach und kann sicher heftig diskutiert werden (z.B. Sanogo, Fritz, Jensen, Davala). Christoph Dabrowski habe ich bspw. vor allem deshalb positiv bewertet, weil uns sein Tor 1999 vor dem Abstieg bewahrt hat.
  • Ist der Felix Magath, der nun als bester Trainer der Bundesliga gilt, wirklich derselbe Felix Magath, der uns Spieler wie Pawel Wojtala und Dirk Weetendorf zugemutet hat? Eigentlich hätte dem HSV der Handel mit solchen Spielern untersagt werden müssen.
  • Die Betrachtung ist unvollständig, da weder Gehälter und Handgelder noch Transfererlöse berücksichtigt wurden.
  • Ein allgemeingültiges Urteil kann man auf Grundlage der Tabellen nicht fällen. Allerdings wird die pauschale Behauptung, Werder Bremen betreibe eine bessere Transferpolitik als Bayern München, nicht bestärkt.

Die Transfers anderer Vereine:

The Beginning is the End is the Beginning 1

Gepostet am 8. June 2009 von Tobias (Meine Saison)

Als ich vor zirka 5 Monaten dieses Blog wiederbelebte, habe ich ein Versprechen abgegeben, nämlich, dass ich bis zum Ende der Saison weitermache (die Idee war zugegeben nicht von mir). Nun ist die Saison vorbei, die Sommerpause verbreitet gähnende Leere in den Fußballstadien und der Stoff, aus dem Fußballblogs gemacht sind, geht aus. Könnte man zumindest meinen, doch dem ist mitnichten so!

Die Vereinsblogger tippen sich die Finger an Rückblicken, Vorschauen und Transferspekulationen wund, die Sportmedienblogger arbeiten den Premiere-/Sky-Relaunch oder auch die drohende Setanta-Insolvenz auf, andere überarbeiten ihr Blogdesign und auf Anregung von probek, der sich immer mehr zum Creative Leader der Bloggerszene entwickelt, wird fieberhaft am Konzept für einen Fußballpodcast gebastelt. Inspiration statt Sommerpause also. Zeit zum Hinterfragen, Umdenken, Verändern, Neumachen, Aufbauen.

Auch ich habe mir viele Gedanken zur Zukunft dieses Blogs gemacht. Ans Aufhören habe ich in den vergangenen Monaten eigentlich nie gedacht. Dazu macht mir das Bloggen zu viel Spaß, dazu machen die Kontakte mit andere Bloggern und Fans (vor allem bei Twitter) zu viel Spaß und dazu macht auch die Live-Berichterstattung zu viel Spaß. Allerdings kann ich nicht absehen, wie viel Zeit mir in der nächsten Saison zur Verfügung stehen wird. Jeder aktive Blogger wird bestätigen können, dass das Bloggen eine zeitaufwändige Angelegenheit ist, die man kaum einfach so nebenher machen kann. Seit dem 14. Januar sind hier 98 Blogeinträge erschienen. Bei Twitter und später auch auf dieser Seite habe ich von fast allen Werderspielen live gebloggt. Dazu sollte ich vielleicht auch erwähnen, dass ich noch zwei andere Blogs betreibe. Ich bin mir nicht sicher, ob ich auch in Zukunft diesen hohen Aufwand leisten kann.

Von (Blog-)Müdigkeit spüre ich aber kaum etwas, so dass es hauptsächlich von meiner beruflichen Zukunft abhängen wird, in welchem Umfang Meine Saison mit dem SVW weitergeht. Momentan bin ich Freiberufler, was sich jedoch schon bald ändern kann. Dann wäre womöglich auch die zeitliche Flexibilität wesentlich eingeschränkt. Was ich jedoch heute schon sicher sagen kann ist, DASS es weitergehen wird! Vielleicht mit weniger Live-Berichten, vielleicht nicht mehr mit einem Beitrag zu jedem Spiel, aber sicherlich mit viel Enthusiasmus.

Es wird in den kommenden Wochen weiterhin viel über Werder zu schreiben geben. Der Umbruch, der uns bevorsteht, ist doch größer, als ihn manche bislang wahrhaben wollen. Im Jahr Eins nach Diego und Baumann ist Werders Zukunft ungewiss, doch auch hier bietet sich die Chance zur Erneuerung. Ich blicke der neuen Saison vorsichtig optimistisch entgegen und bin froh, dass unsere sportliche Führung das Auf und Ab gut überstanden hat. Sollte es Allofs und Schaaf erneut gelingen eine Mannschaft aufzubauen, die um Meisterschaft oder zumindest Champions League-Plätze mitspielt kann, wären sie in Bremen vermutlich endgültig unsterblich. Ich bin froh, dass ich diese Phase mit meinem Blog begleiten darf!

Wie Diego einmal nicht zu Manchester City wechselte 5

Gepostet am 19. May 2009 von Tobias (Meine Saison)

19.05.2009, 0:44 Eine Userin mit dem Namen "Sandra" schreibt einen Kommentar unter diesen Artikel im Werderblog. In diesem Kommentar verlinkt sie einen angeblichen Artikel der Kreiszeitung Syke, in dem von einem Angebot Manchester Citys für Diego die Rede ist. Kolportiert wird eine Ablösesumme von 39 Millionen €. Dazu werden unter anderem Klaus Allofs, Diego, Djair da Cunha und Brian Marwood zitiert. Der Artikel ist im Layout der Onlineausgabe der Kreiszeitung verfasst und trägt "kreiszeitung.de" in der URL.

19.05.2009, 11:30
Als ich den Artikel einem Freund zeigen will, kann ich ihn nicht im Sportteil von kreiszeitung.de finden. Ich suche also in besagtem Blogeintrag nach dem Link, doch dieser führt nun auf die Startseite von smartdots.com, einem Anbieter kostenloser Web-Domains.

Auch auf transfermarkt.de ist die Meldung inzwischen angekommen, wo unter Berufung auf die sehr dubiose Quelle fansfc.com schon im April über ein mögliches Interesse ManCitys spekuliert wurde. Hier findet sich auch ein Zitat aus dem angeblichen Artikel der Kreiszeitung:

"Kochte die Gerüchteküche um den Wechsel des Bremer Spielmachers bereits
seit einiger Zeit recht hoch – so kocht sie nun geradezu über. Laut
übereinstimmenden Aussagen von Allofs und dem Diego-Berater Djair
Cunha, ist am Dienstag Morgen mit Manchester City ein weiterer Club im
den Poker um den Brasilianer eingestiegen. Aus vereinsnahen Quellen war
zu hören, dass der Club knapp 39 Millionen Euro Ablöse bietet – und ein
Gehalt, das etwa dem eineinhalbfachen des Juve-Angebots entspricht.
Brian Marwood, Geschäftsführer bei dem englischen Topclub: 'Wert ist er
das sicherlich.'"

In den Kommentaren wird bereits vermutet, dass es sich um einen Fake handelt.

19.05.2009, 13:00
Auch RTL berichtet inzwischen im Videotext und auf seiner Internetseite unter Berufung auf die Kreiszeitung Syke vom neuen Millionenangebot für Diego (siehe Screenshot). Auf Anfrage bestätigt die Kreiszeitung, die bislang von den Vorgängen nichts mitbekommen hatte, dass es besagten Artikel nicht gibt: "Da wird die Kreiszeitung von RTL falsch zitiert." Stattdessen wird auf einen anderen Artikel verwiesen, der den letzten Stand der Dinge darstelle.

Rtl_screenshot 
Quelle: RTL.de

19.05.2009, 17:00 Bei RTL.de ist das Gerücht noch immer online. Es wird weiterhin auf die Kreiszeitung verwiesen. Andere Medien haben die Faschmeldung meines Wissens nicht übernommen. Eigentlich ein gutes Zeichen.

Werder: Was läuft da mit Messi? 1

Gepostet am 10. May 2009 von Tobias (Meine Saison)

BREMEN Beim UEFA-Cup-Finalisten Werder Bremen bahnt sich ein spektakulärer Transfer-Coup an! Wie uns ein Werderfan auf Anfrage bestätigte, ist Werder an einer Verpflichtung des argentinischen Nationalspielers Lionel Messi interessiert. Derzeit steht Messi beim FC Barcelona unter Vertrag. Bei Werder soll er die Nachfolge des Brasilianers Diego antreten, der nach der Saison zu Juventus Turin wechselt.

Meine Saison weiß: Messi ist in Barcelona unzufrieden, fürchtet bei einer Verpflichtung des Franzosen Franck Ribery um seinen Stammplatz. Bereits vor dem Champions League Viertelfinalspiel in München war eine Bremer Delegation zur Allianzarena gereist, um einen ersten Kontakt herzustellen.

Thomas Schaaf bestätigte das Interesse am Rande des Bundesligaspiels gegen den HSV indirekt ("ein interessanter Spieler"). Klaus Allofs schwieg vielsagend. Die Verantwortlichen des FC Barcelona standen für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung.

Klaus allofs
Was läuft da mit Barca-Star "Leo" Messi (21), Herr Allofs?

Eine anonyme Quelle aus dem Umfeld des Weserstadions gab inzwischen erste Details zum geplanten
Transfer bekannt: Demnach soll Messi einen Fünfjahresvertrag unterzeichnen,
der ihm umgerechnet knapp 4,4 Millionen Rubel pro Jahr einbringt. Bei
der Ablösesumme konnte noch keine Einigung erzielt werden. Werder
bietet 10 Millionen plus Dusko Tosic, Barca fordert zusätzlich noch eine Kaufoption auf Stürmerstar Boubacar Sanogo und eine Kiste Haake-Beck. Experten gehen trotzdem davon aus, dass schon in der nächsten Woche Vollzug gemeldet werden kann.

Trainerfrage 0

Gepostet am 6. February 2009 von Tobias (Meine Saison)

"Die Trainerfrage stellt sich nicht."

Bei vielen Vereinen kann der Trainer nach einer solchen Aussage seines Vorgesetzten bereits seine Koffer packen, den Mietvertrag kündigen und sich leise und dezent bei anderen Vereinen ins Gespräch bringen. Vereinsverantwortliche, die ihrem Trainer öffentlich den Rücken stärken, sind in etwa so glaubwürdig, wie es die Wahlergebnisse der DDR waren. Zu oft schon haben sich ihre Worte als reine Lippenbekenntnisse entpuppt, während im Hintergrund schon fleißig nach einem Nachfolger gesucht wurde.

Nun hat Werders Sportdirektor Klaus Allofs diese Worte in den Mund genommen. Deutet das auf einen baldigen Abschied von Trainer Thomas Schaaf hin? Nun, es gibt für Allofs im Prinzip keine Möglichkeit, sich öffentlich zu Schaaf zu bekennen, ohne dieselben Floskeln zu verwenden, die von seinen Kollegen schon so oft missbraucht wurden.

Überhaupt sieht sich Allofs momentan von Seiten vieler Fans mindestens ebenso starker Kritk ausgesetzt, wie sein Trainer. Es ist das erste Mal in der Ära Allofs/Schaaf, dass es grundsätzliche Kritik an der Arbeit des ehemaligen Erfolgsduos gibt. Doch worauf richtet sich die Kritik eigentlich?

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