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15. February 2010 von
Tobias (Meine Saison)
Hannover 96 – Werder Bremen 1:5
Nun ja, was soll man da groß schreiben? In Hannover trafen sich am Samstag um 15:30 zwei Mannschaften zum Fußballspielen. Eine davon setzte das Vorhaben in die Tat um, die andere hörte nach 10 Minuten schon wieder damit auf. Einen so schwachen Gegner, wie ihn Hannover 96 in der ersten Halbzeit abgab, habe ich in der Bundesliga noch nicht gesehen. Das war ja gar nichts! Müßig daher, Werders Leistung im Detail bewerten zu wollen.
Hannover ist seit langer Zeit der Lieblings-Sparringspartner unserer Mannschaft, hatte schon vor dem Spiel gegen keinen anderen Gegner so viele Gegentore in der heimischen AWD-Arena kassiert, wie gegen Werder. Die Grün-Weißen taten am Samstag genug dafür, dass es noch eine Weile so bleiben wird. Bei einem 5:1 kann und will ich nicht viel kritisieren, das ist Aufgabe des Trainers. Es dürfte klar sein, dass in den nächsten Spielen gegen Enschede und Leverkusen andere Kaliber warten. Die verbleibenden Probleme der Mannschaft sind ebenfalls bekannt: Özils Formschwäche (der immerhin gegen Hannover wieder gute Standards ausführte) sowie die gelegentliche Indisponiertheit der Viererkette. Das zentrale Mittelfeld gefällt mir mit Frings und Niemeyer wieder richtig gut. Man darf eines nicht vergessen, wenn man Frings mit Baumann vergleicht: Baumann hatte fast immer einen richtig guten, zweikampfstarken und ballsicheren Nebenmann (erst Ernst, dann Frings). Den hatte Frings in der Hinrunde über weite Strecken in Bargfrede, während der “Krise” jedoch aus verschiedenen Gründen nicht. Nun hat er mit Niemeyer wieder die nötige Unterstützung und schon läuft es wesentlich besser. Es gibt eigentlich keinen Grund, an dieser Aufstellung etwas zu ändern, auch wenn ich grundsätzlich ein System mit zwei Stürmern bevorzuge (Pizarro und Almeida standen in dieser Saison noch nicht einmal gemeinsam in der Startelf). “Party-Peter” wünsche ich jedenfalls ein richtig gutes Spiel am Donnerstag bei seinem Ex-Verein!
Ein paar Gedanken noch zu Naldo: Er wird mir (außerhalb der grün-weißen Vereinsbrillensicht) insgesamt zu schlecht beurteilt. Teilweise ist die Kritik an ihm berechtigt: Sein Stellungsspiel ist nicht immer erstklassig, seine Spielweise ist manchmal zu lässig und er hatte auch eine Phase, in der er völlig neben sich stand. Da hört es dann aber auch schon auf. Naldo gehört zu den zweikampfstärksten Spielern der Bundesliga, ist mit seiner Größe und seinem Timing beim Kopfball Fels in der Brandung im eigenen Strafraum und schaltet sich dazu mit seiner Torgefährlichkeit regelmäßig in die Offensive ein. Über 12 Tore in 31 Pflichtspielen wäre so mancher deutsche Nationalstürmer mehr als glücklich (genau genommen wäre so mancher deutsche Nationalstürmer schon froh über 31 Pflichtspiele…)! Naldo bügelt seine gelegentlichen Schnitzer in der Defensive also mehr als aus. Es mag nun Leute geben, denen ein Weltklasseverteidiger ohne jegliche Torgefahr trotzdem lieber ist. Fair enough, aber bei der Bewertung des Spielers Naldo sollte man trotzdem nie dessen Torgefahr außen vor lassen.
Tags: 22. Spieltag, Arbeitsverweigerung, Bundesliga, Hannover 96, Naldo, SVW, Werder Bremen
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BuLi, Götter in Grün-Weiß
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13. February 2010 von
Tobias (Meine Saison)
Tags: 22. Spieltag, Bundesliga, Hannover 96, Live-Blog, SVW, Werder Bremen
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BuLi, Live-Blogging
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14. September 2009 von
Tobias (Meine Saison)
Werder Bremen – Hannover 96 0:0
Am Wochenende stand für mich ein Ausflug nach Köln auf dem Programm. Dank mehrerer Staus auf der Hinfahrt und Razorlight-Konzert am Abend blieb leider nicht viel Zeit für einen Stadtbummel. Nicht einmal der Kölner Dom, der in unmittelbarer Nähe des Hotels steht, konnte besichtigt werden. Was das nun mit Werder zu tun hat? Nun, da das kleine Nordderby gegen Hannover 96 dank neuer Anstoßzeiten schon um 15:30 angepfiffen wurde, blieb der Dom auch am Sonntag unbesichtigt. Stattdessen ging es nach dem Abgrasen des üppigen Frühstücksbuffets schnell wieder auf die Autobahn, um pünktlich zum Anpfiff zurück zu sein. Leider klappte das nicht ganz und ich konnte erst zur 10. Minute einschalten. Viel verpasst habe ich dabei nicht. Hätte ich vermutlich auch nicht, wenn ich dem Dom doch den Vorzug gegeben hätte.
Nachdem man am letzten Spieltag mit einem gewaltigen Satz auf Platz 3 gesprungen war, waren die Stimmen schon wieder lauter geworden, die Werder zum sicheren Kandidaten für die Champions League Plätze herreden wollten (wovon ich mich selbst nicht vollständig frei sprechen kann/will). Wie so häufig wurde man nach einer längeren (in diesem Fall: Länderspiel-)Pause wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Ein 0:0 gegen Hannover im eigenen Stadion ist eine Enttäuschung, wie man es auch dreht und wendet. Man sollte sich davor hüten, dieses Resultat nur auf das fehlende Glück im Torabschluss oder die gute Leistung von Gästekeeper Fromlowitz zu schieben. Mit der Effizienz, die man beispielsweise gegen Hertha BSC an den Tag legte, hätte man das Spiel zwar höchstwahrscheinlich gewonnen. Die Anzahl der wirklich guten Torchancen hielt sich aber in Grenzen und Werder schaffte es nicht, den Druck gegen Ende des Spiels, als die Zeit knapp wurde, noch zu erhöhen. Man braucht sich keine Illusionen zu machen. Momentan ist Weder ein gutes Stück davon entfernt, eine der dominierenden Kräfte in der Bundesliga zu sein.
Das soll nun aber nicht heißen, dass plötzlich wieder alles schlecht ist. Denn schlecht hat Werder – mit Ausnahme der Schlussphase der ersten Halbzeit – nun wirklich nicht gespielt. Man war Feldüberlegen, hatte gegen defensiv recht stabile Hannoveraner fast immer die Spielkontrolle und ließ hinten nicht viel zu. Positiv herauszuheben ist die positive Entwicklung bei Philipp Bargfrede, der immer mehr zur festen Größe im Bremer Kader heranwächst und gegenüber Tim Borowski gestern den deutlich engagierteren Eindruck machte. Ebenfall gefreut hat mich die Tatsache, dass sich der von mir zuletzt kritisierte Torsten Frings wieder schneller vom Ball getrennt hat und unnötige Dribblings vermied. Lassen wir also die Kirche im Dorf. Von fünf Heimspielen mit einer Leistung wie gegen Hannover gewinnt man vielleicht drei. Damit wird man wahrscheinlich nicht Deutscher Meister, kann sich aber Hoffnungen auf das internationale Geschäft machen. Das kommende Auswärtsspiel gegen Leverkusen wird mehr Aufschluss über die wirkliche Leistungsfähigkeit der Mannschaft geben.
Die Kirche nicht im Dorf ließ wie gewohnt Uli Hoeneß, der vor dem Spiel seiner Bayern in Dortmund gegen die hohe Anzahl an Länderspielen wetterte, von welchen die Spieler dann auch noch verletzt zurückkämen:
“Wir müssen uns alle miteinander dagegen wehren, dass die Bundesliga jetzt zum 98. Mal unterbrochen wird wegen dieser Länderspiele. Da muss sich etwas ändern, sonst geht die Bundesliga kaputt.”
Man sollte sich nicht vom typisch Hoeneß’schen Fatalismus blenden lassen. Die Grundaussage dieses Satzes könnte auch Klaus Allofs über die Lippen kommen. Mal ganz davon abgesehen, dass Verletzungen von Spielern in der Nationalmannschaft für die betroffenen Vereine ärgerlich sind, zweifle ich doch sehr stark an dem Schaden, der ihnen durch die Länderspiele entsteht. Es ist für einen Verein ein Aushängeschild, viele Nationalspieler in den eigenen Reihen zu haben. Sie sorgen im In- und Ausland für zusätzliche Aufmerksamkeit für einen Verein, aus der dieser wiederum neue Vermarktungsmöglichkeiten erschließen kann. Gerade Uli Hoeneß sollte sich dem bewusst sein. Könnte sich jemand einen FC Bayern ohne Nationalspieler vorstellen?
Die Auffassung, dass die insgesamt hohe Anzahl an Spielen schlecht für den Fußball sei, setzt sich anscheinend immer mehr durch. Das Hauptargument dafür ist eine angebliche Überlastung der Spieler. Es leuchtet mir nicht ein, dass zwei Spiele pro Woche über 90 Minuten aus physischer Sicht ein Problem darstellen sollen. Problematisch wird es erst dann, wenn Spieler trotz körperlicher Blessuren unter Anwendung von Schmerzmitteln Woche für Woche auf dem Feld stehen. Es ist kein Geheimnis, dass dies die Merhzahl der Spieler im Profibereich betrifft. Allerdings wird häufig übersehen, dass eine hohe Anzahl an Spielen auch hohe Einnahmen mit sich bringt, die wiederum in neue Spieler investiert werden können. Ein großer, qualitativ ausgeglichener Kader bietet vor allem den Spitzenvereinen die Möglichkeit, ihre Stars in unwichtigen Spielen häufiger zu schonen, wie es z.B. in Spanien und England nicht unüblich ist und bei den Bayern unter Hitzfeld auch praktiziert wurde. Hier zeigen sich dann auch Hoeneß’ wahre Beweggründe: Statt Länderspielpause könnte man die Zeit besser mit lukrativen Freundschaftsspielen der eigenen Mannschaft auffüllen. Die bergen zwar ebenfalls ein Verletzungsrisiko für die Spieler – sorgen aber für volle Vereinskassen.
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BuLi, Überflüssiges Gedankengut
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6. April 2009 von
Tobias (Meine Saison)
Werder – Hannover 96 4:1
Mit einem erneuten hohen Sieg im "kleinen" Nordderby hat Werder den 10. Platz in der Bundesliga gefestigt und kann am Donnerstag mit Selbstvertrauen ins Spiel gegen Udinese Calcio gehen. Zum Spiel selbst gibt es wenig zu sagen. Die erste Halbzeit war grottig, die zweite etwas besser und vor allem sehr unterhaltsam. Werder kam in der Schlussphase zu einem deutlichen Sieg, den man so 15 Minuten vor Abpfiff nicht erwarten konnte. Alles andere hab ich gestern im Live-Blog schon abgehandelt. Den restlichen Platz in diesem Post nutze ich heute lieber für eine Geschichte, die ich schon seit einigen Wochen loswerden wollte:
Ich lese gerade Inverting the Pyramid – A History of Football Tactics von Jonathan Wilson, ein wirklich sehr gutes Buch, das vor allem auch die kulturellen Zusammenhänge und Hintergründe der fußballerischen Entwicklungen beleuchtet. Da es um die "Evolution" der taktischen Aufstellung im Weltfußball geht, wird der deutsche Fußball vor den 1950ern kaum erwähnt. Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht besonders viel über die Zeit vor dem "Wunder von Bern". Deutschlands Fußballgeschichte begann auch für mich mit den Worten "aus dem Hintegrund müsste Rahn schießen…", mit Sepp Herberger und Fritz Walter.
Deshalb hatte ich auch nie von Jimmy Hogan gehört. Dabei hat dieser Mann den europäischen Fußball geprägt, wie kaum ein anderer. Nachdem der irisch-stämmige gebürtige Engländer mit seiner auf Technik fokussierten Trainingsarbeit in der Heimat keine Anerkennung fand, zog es ihn um 1910 auf das europäische Festland. Zur Einordnung muss erst einmal betont werden, dass Training mit dem Ball zu jener Zeit als völlig überflüssig angesehen wurde. Die Engländer erwiesen sich als beratungsresistent und so profitierte von seinem Fachwissen neben den Österreichern, Ungarn*, Holländern und Schweizern auch die Deutschen.
Es ist nun nicht so, dass Hogan im Deutschland der 1920er mit offenen Armen empfangen wurde:
"He was initially greeted with suspicion and, when various local coaches complained about his lack of fluency in German, the German FA asked Hogan to prove himself by delivering a lecture without a translator. It began badly, as Hogan inadvertently presented himself as 'a professor of languages, not a master of football", and it got steadily worse. Attempting to stress the importance of the mind in football, he told his bemused audience that it was a game not merely of the body, but of the committee.
Faced with laughter and derision, Hogan called for a ten-minute intermission and left the stage. When he returned, he was wearing his Bolton Wanderers kit. He removed his boots and his socks and, telling his audience that three-quarters of German players could not kick the ball properly, smashed a right-footed shot barefoot into a wooden panel 15 yards away. As the ball bounced back to him he noted the value of being two-footed and let fly with another shot, this time with his left foot. This time the panel split in two."
Ich könnte wetten, im Publikum saß Peter Neururer und rief: "Das haben wir doch vor 20 Jahren schon alles gemacht." Und heute, mehr als 80 Jahre später, wird ein Podolski-Schuss übers Stadiondach noch immer damit entschuldigt, dass er nunmal kein Rechtsfuß sei.
Zu Hogans Schülern gehörte ein gewisser Helmut Schön, der 1954 Assistent von Sepp Herberger war und 1974 selbst als Bundestrainer Weltmeister wurde. In jenem Jahr starb auch Jimmy Hogan. Der damalige DFB-Präsident Hans Passlack schrieb in einem Brief an Hogans Sohn Frank, dass sein Vater der "Gründer des modernen Fußballs in Deutschland" gewesen sei. Eigentlich schade, dass dieser Gründer des modernen Fußballs nur so wenigen Fußballfans bekannt ist.
Im oben erwähnten Buch finden sich reichlich solche Anekdoten und ich kann es wirklich jedem Fußballfan empfehlen, der der englischen Sprache einigermaßen mächtig ist!
* Von Gusztáv Sebes, Trainer der ungarischen Elf von 1954, stammt das Zitat: "Jimmy Hogan brachte uns alles bei, was wir über Fußball wissen."
Tags: 26. Spieltag, Bundesliga, Hannover 96, Inverting the Pyramid, Jimmy Hogan, Jonathan Wilson, SVW, Werder Bremen
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BuLi
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5. April 2009 von
Tobias (Meine Saison)
Da Twitter leider während des Werderspiels Wartungsarbeiten durchführt und ab 19 Uhr für eine Stunde down sein wird, gibt es heute statt Live-Tweets ein Live-Blog. Ist mir lieber als mitten in der Übertragung abzubrechen. Mit dem Hashtag #svwx könnt ihr direkt von Twitter Kommentare schreiben.
Ab ca. 16:30 geht es los.
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BuLi
Gepostet am
5. April 2009 von
Tobias (Meine Saison)
In letzter Zeit wurden die Werderverantwortlichen nicht müde zu betonen, dass die restlichen Ligaspiele keinesfalls abgeschenkt werden dürften. Auch wenn man mit 12 Punkten Rückstand auf Platz 5 und 10 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz vor dem Spiel gegen Hannover im absoluten Niemandsland der Tabelle steht, sollte es mehr als ein Lippenbekenntnis sein, sich auch in den kommenden Spielen nicht hängenzulassen.
Schaut man sich Werders bisherige Punkteausbeute an, ist das Thema Abstieg – das eigentlich keines ist und auch nicht werden soll – nämlich noch nicht gegessen. In 25 Spielen holte Werder bislang 32 Punkte. Dieser Schnitt von 1,28 Punkten pro Spiel würde hochgerechnet auf 34 Spieltage zwar 43-44 Punkte und damit den sicheren Klassenerhalt bedeuten, doch der Trend der Rückrunde spricht eine andere Sprache: Nur 6 Punkte aus 8 Spielen. Wenn es so weiterläuft, hätte man nach 33 Spieltagen lediglich 38 Punkte auf dem Konto und ich möchte nur ungern sehen, dass Werder am letzten Spieltag in akuter Abstiegsgefahr zum VfL Wolfsburg fahren muss.
Ich glaube zwar nicht wirklich daran, dass dies passieren wird, doch mir wäre wirklich wohler dabei, wenn die 40 Punkte noch in diesem Monat unter Dach und Fach gebracht würden. Ein Heimspiel gegen Hannover bietet eine gute Möglichkeit, den ersten Schritt dazu zu tun. Danach kann man sich dann von mir aus voll auf die Pokalwettbewerbe konzentrieren und muss sich über leblose Auftritte wie in Dortmund vor zwei Wochen nicht mehr ärgern.
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BuLi, Überflüssiges Gedankengut