Internet-Tagebuch eines Werderfans

Meine Saison mit dem SVW



29. Spieltag: Zu grün 4

Gepostet am 4. April 2010 von Tobias (Meine Saison)

Borussia Dortmund – Werder Bremen 2:1

Das war’s. Werders Bundesligasaison ist seit gestern Nachmittag beendet. Natürlich stehen noch fünf Spiele auf dem Programm, unter anderem gegen Schalke und den HSV, doch ehrlich gesagt ist es mir fast schon egal, ob Werder am Ende Fünfter wird oder Siebter. Es wäre zwar schön, vor den Hamburgern zu bleiben und sie am letzten Spieltag zu besiegen, aber im Moment ist mir nicht mal das wichtig. Zu groß ist die Enttäuschung nach dem Spiel gegen Dortmund. Es ist nicht einmal so sehr das Ergebnis. In Dortmund kann man inzwischen wieder verlieren, ohne dass es eine Blamage wäre. Vielmehr ist nun Gewissheit, was ich vorher nicht wahrhaben wollte: Werder ist in dieser Saison nicht gut genug für die Champions Leauge. Punkt. Nun gut, vor ein paar Wochen war die Champions League sowieso kein Thema mehr, der Abstand lag noch vor drei Wochen bei elf Punkten. Nun liegt er weiterhin bei fünf Punkten und Leverkusens Form deutet darauf hin, dass nicht unbedingt viel mehr Punkte nötig sind, um sie noch abzufangen. Werder wird es trotzdem nicht schaffen. Schon gar nicht wird man Leverkusen UND Dortmund noch überholen. Es wäre auch nicht verdient: Die Mannschaft hat in dieser Saison nur EIN Spiel gegen eine Mannschaft aus der oberen Tabellenhälfte gewonnen (Stuttgart, im Oktober 2009).

Es hat Gründe, warum Werder gegen die schwächeren Teams regelmäßig gewinnt und gegen die stärkeren bestenfalls ein Unentschieden holt. Die Mannschaft hat nur selten über 90 Minuten gut gespielt. Die dem Werderfan wohlbekannten Leistungsschwankungen verteilen sich nicht mehr nur über die Saison, sondern tauchen in fast jedem Spiel auf. Die Partie in Dortmund war ein gutes Beispiel: 60 Minuten lang spielte Werder guten Fußball. Eine Leistung, die zu einem Sieg gegen den BVB hätte reichen können, mindestens aber zu einem Unentschieden. Die Niederlage hat man sich in den ersten 30 Minuten eingebrockt. Wie so häufig fing man sich einen Zwei-Tore-Rückstand ein, bevor man aktiv am Spiel teilnahm. Häufig genug ging das noch gut, holte man zumindest noch einen Punkt. Es kann aber nicht immer gut gehen. Schon gar nicht gegen einen starken Gegner wie Borussia Dortmund. Deshalb steht Werder völlig zurecht dort, wo man nun steht. Mehr ist nicht drin. Das ist kein Grund zur Panik, Werder ist nicht “nur noch Mittelmaß”, wie gerne geunkt wird. Werder ist eine gute Bundesligamannschaft, aber eben keine sehr gute. Nicht mehr. Noch nicht. Wie man es eben sehen will. Marin und Özil sind noch jung genug, um ihnen die Basics im Defensivverhalten beizubringen. Mit Bargfrede hat man einen guten Ersatz für Baumann gefunden. Das Potenzial ist zweifellos vorhanden und wenn sich der personelle Verlust im Sommer in Grenzen hält, dann bin ich guter Dinge, dass man in der kommenden Saison auch wieder ganz vorne angreifen kann.

Bis dahin gibt es nur noch ein wichtiges Spiel: Das Pokalfinale gegen die Bayern. Da ist etwas möglich, das ist nur ein Spiel, da können die Bayern einen schlechten Tag erwischen und wir einen guten. Einen besseren Zeitpunkt für den ersten Sieg gegen einen “Großen” kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen.

Live-Blog: Borussia Dortmund – Werder Bremen 1

Gepostet am 3. April 2010 von Tobias (Meine Saison)

12. Spieltag: Pause 5

Gepostet am 9. November 2009 von Tobias (Meine Saison)

Werder Bremen – Borussia Dortmund 1:1

Länderspielpausen nerven. Besonders, wenn es für das eigene Team gerade gut läuft und die Nationalmannschaft eh nur Testspiele bestreitet. Für Werder lief es in den letzten Wochen gut, doch die Leistungskurve zeigt klar nach unten. Wer die letzten 30 Minuten gegen den BVB gesehen hat, der muss froh sein, dass die Mannschaft nun etwas Zeit zum regenerieren hat. Werder ging auf dem Zahnfleisch und rettete ein am Ende fast schon schmeichelhaftes 1:1 über die Zeit. Dabei hatte bis 10 Minuten nach Wiederanpfiff noch gut ausgesehen.

Eine grandiose Aktion von Hunt und Özil hatte Werder in der ersten Halbzeit in Führung gebracht und nach der Pause kam Werder mit viel Schwung aus der Kabine. Leider reichte dieser Schwung nur wenige Minuten. Dann traf Dortmund binnen 60 Sekunden zweimal das Tor, wobei nur der zweite Treffer zählte. Den ersten hatte Schiedsrichter Gräfe zu Unrecht wegen angeblicher Abseitsposition nicht gegeben. Zu diesem Zeitpunkt war der Ausgleich für Dortmund glücklich, doch in der Folge kippte das Spiel. Werder konnte nichts mehr entgegen setzen und ließ sich von nun energisch nach vorne drängenden Dortmundern den Schneid abkaufen. Die vielen englischen Wochen haben ihre Spuren hinterlassen. Im Gegensatz zu den letzten Spielen, als Werder gegen Ende immer noch zulegen konnte, war man froh, dass in der Schlussphase nicht mehr viel passierte.

Das lag auch am frühen Schlusspfiff, nur wenige Sekunden nach Ende der regulären Spielzeit. Ich weiß gar nicht mehr, was ich zum Thema Nachspielzeit in der Bundesliga noch schreiben soll. Erst werden bei Hannover – HSV in einem Spiel mit vielen Unterbrechungen lächerliche zwei Minuten angezeigt*, dann gibt es bei Werder – Dortmund drei Auswechslungen in den letzten 180 Sekunden und trotzdem keine Minute Nachspielzeit. Man könnte sich einfach darauf einigen, die Spiele nach exakt 90 Minuten abzupfeifen. Diese Regelung wäre fairer als die aktuelle, wo es keinerlei transparente Kriterien für die Bemessung der Nachspielzeit gibt; d.h. es gibt sie natürlich schon, sie werden nur von jedem Schiedsrichter unterschiedlich “ausgelegt” bzw. ignoriert. Gestern konnte man als Werderfan allerdings froh sein über den frühen Abpfiff, denn von einer Nachspielzeit hätte wohl eher noch die Borussia profitiert.

Nun also zwei Wochen Pause. Sich erholen, Kraft tanken und dann das schwere Restprogramm in der Liga gut absolvieren. Was zählt ist nicht die Serie, sondern die Punkte, die Werder bis zur Winterpause noch holt. Die direkten Duelle gegen Schalke, Wolfsburg und den HSV werden richtungsweisend sein. Davor darf sich der halbe Kader noch in den Nationalmannschaften dieser Welt versuchen, fünf Spieler allein in der deutschen. Ich freue mich auf Wieses Debüt in der Startelf und einen Einsatz von Aaron Hunt. Mesut Özil würde ich hingegen lieber in Watte packen und bis zum Ende der Pause im IKEA-Spielparadies zwischenlagern.

* Edit: In der 1. Halbzeit (die ich nicht gesehen habe) gab es überhaupt keine Nachspielzeit, obwohl drei Tore gefallen sind. Darüber ärgert man sich auch an der Elbe.

Live-Blog: Werder Bremen – Borussia Dortmund 0

Gepostet am 8. November 2009 von Tobias (Meine Saison)

Meine Saisonvorschau 09/10 (Teil 2) 2

Gepostet am 8. August 2009 von Tobias (Meine Saison)

Nach meiner Einschätzung des Werderkaders folgen heute meine Erwartungen an die neue Saison (inklusive meiner Abschlusstabelle, bei der ich schon traditionell hoffnungslos daneben liege).

Entwicklung der Bundesliga

Im internationalen Vergleich steht die Bundesliga so gut da, wie schon lange nicht mehr. Zwar ist der Abstand auf die europäischen Spitzenclubs nicht geringer geworden, doch insgesamt gibt es wieder mehr Bundesligamannschaften, die gehobenes internationales Niveau haben. In der letzten Saison konnte man eine deutliche Zweiteilung der Liga erkennen, mit Werder auf Platz 10 als Bruchstelle. Dadurch war es oben wie unten spannend, echte Überraschungen durch Underdogs bleiben jedoch aus. Wolfsburgs Meisterschaft schien vor einem Jahr nicht völlig utopisch, fast alle hatten sie zumindest für die Plätze 3-5 auf der Rechnung. Im Fall Hoffenheim überraschte nur der frühe Zeitpunkt, nicht die Etablierung in der Spitze selbst. Erleben wir also eine Spaltung der Bundesliga?

Es sieht danach aus, und das ist auch gut so! Da es – anders als in England, Spanien und Italien – nur eine Mannschaft gibt, die seit vielen Jahren national und international immer ganz oben dabei ist, tun sich die zweiten und dritten Kräfte im Land schwer. Wird nun der Kreis der Spitzenmannschaften erweitert, wird es naturgemäß schwieriger, sich gegen diese durchzusetzen. Mal ganz ökonomisch gedacht: Mehr Wettbewerb führt zu einem besseren Ergebnis. Der FC Bayern sah sich zum zweiten Mal in drei Jahren gezwungen, seinen Kader für viel Geld zu verstärken. Es reicht nicht mehr, die besten Leute der Konkurrenz weg zu kaufen, wenn diese, wie Wolfsburg oder Hoffenheim, finanziell in der gleichen Liga spielt. Davon wird man auch international profitieren. Einen deutschen Champions League Sieger sehe ich in den nächsten Jahren trotzdem nicht.

Meine Prognose

Der Meisterschaftskampf dürfte in dieser Saison wieder etwas langweiliger werden. Es ist zwar nicht sonderlich sexy auf einen Meister Bayern München am 31. Spieltag zu tippen, aber der Rekordmeister hat sich wirklich gut verstärkt und mit Louis Van Gaal einen hervorragenden Trainer, den ich noch aus seiner Zeit bei Ajax Amsterdam Mitte der 90er sehr schätze. Damals fügte er den Bayern im Europapokal eine empfindliche Niederlage zu und gewann schließlich mit einer sehr jungen Mannschaft die Champions League. Der Start könnte noch etwas holprig werden, doch auf lange Sicht wird sich die Klasse der Bayern wohl durchsetzen.

Dahinter wird es einen knappen und spannenden Kampf um die Champions- und Europa League Plätze geben. Vorbei sind die Zeiten als Werder und Schalke den 2. und 3. Platz unter sich ausmachten. Insgesamt 8 Kandidaten scheinen sich auf ähnlichem Niveau zu bewegen: Wolfsburg, Hoffenheim, HSV, Schalke, Dortmund, Stuttgart, Leverkusen und auch Werder. Ob eine dieser Mannschaften den Bayern einen spannenden Meisterkampf liefern können, vermag ich nicht zu beurteilen. Dahinter dürfte es allemal knapp werden.

Rechnen muss man sicher mit den Neureichen aus Wolfsburg und Hoffenheim, die die Bundesliga letzte Saison kräftig durcheinander gewirbelt haben. Beim VfL Wolfsburg wurde der Meisterkader zusammen gehalten und sogar punktuell verstärkt. Den unglaublichen Lauf der letzten Rückrunde wird man nicht wiederholen können. Dennoch ist Wolfsburg wieder ein Kandidat für die Spitzenplätze. 1899 Hoffenheim spielte nach begeisternder Hinrunde eine schwache Rückserie. In der neuen Saison werden sie sich davon erholt haben und wieder häufiger ihr Gesicht aus 2008 präsentieren. Der Kader ist qualitativ besser als vor einem Jahr und die Erfahrungen der letzten Saison helfen Hoffenheim, sich weit oben zu platzieren.

Schalke 04 ist mit Felix Magath einiges zuzutrauen. Der ganz große Wurf dürfte aber noch nicht gelingen, dafür halte ich den Kader für zu schwach. Mehr als ein 5. Platz wäre für mich eine Überraschung. Wie jedes Jahr wird auch der Hamburger SV hoch gehandelt. Nach dem Theater in der sportlichen Führung und dem unsäglichen Machtkampf zwischen Bernd Hoffmann und Dietmar Beiersdorfer habe ich jedoch weiterhin Zweifel, ob in Hamburg alle an einem Strang ziehen. Der Kader verspricht wieder viel, die Qualität ist da. Doch kann der in Leverkusen gescheiterte Labbadia daraus eine Meistermannschaft formen? Zwischen Platz 2 und 9 ist für die Hamburger vieles drin. Es wäre nicht verwunderlich, wenn die Entscheidung darüber am 34. Spieltag im Bremer Weserstadion fiele.

Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund und den VfB Stuttgart halte ich aus unterschiedlichen Gründen für die schwächeren der genannten Teams. Bei Leverkusen ist mir noch immer Schleierhaft, warum man das eigene Potential nie über eine ganze Saison hinweg ausschöpft. Im Ernstfall stellt man sich selbst oft ein Bein in den Weg. Ich sehe auch nicht, wie sich dies in Zukunft ändern soll. Schönen Fußball wird es in Leverkusen bestimmt geben, aber keinen greifbaren Erfolg. Dortmund macht unter Klopp vieles besser als in der Vergangenheit und es fehlt nicht viel, um ein ernsthafter Titelkandidat zu werden. So ganz reicht es meiner Meinung nach aber noch nicht. Bei Trainer Klopp könnten sich in diesem Jahr erste Abnutzungseffekte zeigen, die er zwar in den Griff bekommen wird, die jedoch ein besseres Abschneiden verhindern. Stuttgart hat weiterhin eine starke Mannschaft, die ohne Gomez allerdings nur die Hälfte wert ist. Der Transfererlös wurde in Hleb und Pogrebniak sinnvoll investiert. Die Lücke, die Gomez hinterlässt, erscheint mir aber zu groß.

Hertha BSC sehe ich in dieser Saison nur im (gesicherten) Mittelfeld. Die Mannschaft ist schwer zu spielen, was ein Verdienst von Trainer Favre ist. Offensiv fehlt aber die Klasse. Wichniarek ist kein Voronin. Dahinter beginnt auch schon der Abstiegskampf. Köln und Nürnberg scheinen mir am ehesten die Klasse zu besitzen, in die Phalanx der letztjährigen Top 10 einzudringen. Für Hannover 96 wird es dagegen nicht zum Klassenerhalt reichen. Wenn dort nicht endlich das Ruder herumgerissen wird, ist die Mannschaft 2010 einfach mal dran. Mitabsteiger werden Mainz und Mönchengladbach sein. Freiburg, Frankfurt und Bochum heißen folglich die glücklichen Mannschaften, die sich in letzter Sekunde vor der Relegation retten können.

Und was ist mit Werder?

Es wird mal wieder eine typische Werder-Saison. Gute Hinrunde, Krise zu Beginn der Rückrunde, Aufholjagd im letzten Drittel und am letzten Spieltag werden die Positionen mit dem HSV getauscht. Werder wird Dritter und landet in der Champions League Qualifikation.

Vieles scheint möglich in diesem Jahr – nach oben wie nach unten. In Werders Kader steckt viel Talent, bei einem guten Beginn könnte man schnell einen Lauf bekommen. Zweifel an der Konstanz einiger Spieler sind aber angebracht. Diese hat Werder in den letzten 1 1/2 Jahren vermissen lassen. Man wird schon am oberen Limit spielen müssen, um meinen Tipp in Erfüllung gehen zu lassen. Mit der falschen Einstellung kann man schnell wieder ins Mittelfeld durchgereicht werden. Zum ersten Mal seit 2004 wird Werder von vielen Fußballinteressierten zum Favoritenkreis auf die Meisterschaft gezählt. In der Vergangenheit war dies häufig nicht die schlechteste Ausgangsposition.

Meine Abschlusstabelle

  1. Bayern München
  2. 1899 Hoffenheim
  3. Werder Bremen
  4. Hamburger SV
  5. VfL Wolfsburg
  6. Schalke 04
  7. VfB Stuttgart
  8. Borussia Dortmund
  9. Bayer Leverkusen
  10. 1. FC Köln
  11. Hertha BSC
  12. 1. FC Nürnberg
  13. SC Freiburg
  14. VfL Bochum
  15. Eintracht Frankfurt
  16. Borussia Mönchengladbach
  17. Mainz 05
  18. Hannover 96

25. Spieltag: Radio Detection and Ranging 0

Gepostet am 22. March 2009 von Tobias (Meine Saison)

Dortmund – Werder 1:0

Was soll ich schreiben? Ich könnte mich lange über Werders Fehler in diesem Spiel auslassen. Oder über die Elfmeterentscheidung, die aus meiner Sicht auch heute, mit einem Tag Abstand, noch falsch ist. Wobei der Schiedsrichter ganz sicher nicht der Grund für Werders Niederlage war. Ich könnte mich über die in den letzten Wochen weitgehend verschlossen gehaltenen, doch jetzt wieder auftretenden Lücken in der Abwehr aufregen, obwohl die Defensive gar nicht Werders eigentliches Problem war. Ich könnte mich auch über das gestern nicht vorhandene Offensivspiel ärgern, weshalb man es mit zunehmender Spieldauer trotz 65% Ballbesitz immer weniger geschafft hat, die Defensive zu entlasten. Oder darüber, dass Werder die wenigen Torchancen zu leicht verschenkt hat. Dass Pizarro zwar richtigerweise den Volley aus 6 Metern als Aufsetzer spielt, aber trotzdem nicht aufs Tor bringt (trotz Traumtor gegen Stuttgart: Die Schusstechnik!). Oder dass Almeida trotz besserer Schusstechnik wenige Minuten vorher aus ähnlicher Situation in die Wolken ballert, statt es wie Pizarro per Aufsetzer zu versuchen.

Aber ich will mich heute nicht ärgern. Ich will auch nicht analysieren. Ich weiß nicht, ob es nur ein Rückschritt war, auf den zwei Schritte nach vorne folgen werden, oder ob es einen Rückfall in die mühsam überwunden geglaubte Krise gibt. Ich kann auch nicht sagen, ob der Stress durch den im Vergleich zum BVB harten Terminplan etwas damit zu tun hat. Ich werde aus der Mannschaft nicht schlau und will es heute auch nicht werden.

Deshalb habe ich mir einen fußballfreien Sonntag genommen, der wirklich entspannt war. Die Ergebnisse aus Gelsenkirchen und Liverpool wurden zur Kenntnis genommen. Mehr nicht. Im Gegensatz zur Sommer- und Winterpause konnte ich es heute sogar genießen, dass es keinen Fußball gab. Ein seltenes Ereignis.

Auf eine Sache möchte ich noch hinweisen: Das Europäische Fußballradar. Kollege Probek hat 30 Fußballblogger zur Abstimmung über die derzeit besten europäischen Fußballclubs gebeten. Das Ergebnis präsentiert er nun in seinem Blog. Mit Manchester United, Liverpool und Barcelona sind die erwarteten Größen auf den ersten drei Plätzen gelandet. Wie zu erwarten schaffen es die Bayern (5.) als einzige deutsche Mannschaft in die Top 10. Werder teilt sich mit AZ Alkmaar und Dynamo Kiew Platz 19, was für eine Mannschaft aus dem Mittelfeld der Bundesliga sicherlich nicht schlecht ist. Aus Deutschland sind nur noch Hertha BSC (13.) und der HSV (16.) besser platziert.* Eine tolle Idee, die hoffentlich weiterleben wird. Es ist geplant, diese Abstimmung monatlich zu wiederholen. Wer mitmachen möchte, wende sich bitte an Probek.

Meine eigene Liste (in Klammern die Position im Fußballradar):

  1. (1)   Manchester United
  2. (2)   FC Liverpool
  3. (2)   FC Barcelona
  4. (7)   Inter Mailand
  5. (4)   FC Chelsea
  6. (6)   FC Arsenal
  7. (8)   Real Madrid
  8. (5)   FC Bayern
  9. (11) FC Porto
  10. (9)   Juventus Turin

* Da jeweils nur Punkte für die besten 10 Mannschaften vergeben werden konnten, nimmt die Aussagekraft bei den Mannschaften jenseits der Top 10 allerdings deutlich ab.

25. Spieltag: Spielbericht 0

Gepostet am 21. March 2009 von Tobias (Meine Saison)

Borussia Dortmund – Werder Bremen

(Spielbericht erstellt aus meinem Live-Blog bei Twitter.)

Vor dem Spiel:

Da ich erst wenige Minuten vor Anpfiff nach Hause gekommen bin, musste die Vorberichterstattung leider ausfallen. Für Werder ging es um die vermutlich letzte Chance noch einmal in die Nähe der internationalen Plätze zu kommen. Für Dortmund ging es darum, nicht zu weit hinter Platz 5 zurückzufallen und die Bremer auf Distanz zu halten. Ausfälle bei Werder: Naldo (Rotsperre), Baumann und Rosenberg. Jensen mit Nasenbeinbruch zunächst nur auf der Bank.

Aufstellungen:

Werder: Wiese – Prödl, Mertesacker, Pasanen, Boenisch – Niemeyer, Tziolis, Özil, Diego – Pizarro, Almeida.

BVB: Weidenfeller – Owomoyela, Subotic, Santana, Dede – Kehl, Tinga, Kringe, Hajnal – Frei, Valdez.

Das Spiel:

1' Alles etwas chaotisch bei mir heute. Aber jetzt bin ich immerhin pünktlich zum ANpfiff zuhause. Los geht's!

4' Werder versucht gleich Druck zu machen. Geht früh drauf, aber bislang noch ohne ernsthafte Gefahr für den BVB.

7' Freistoß BVB aus 18 Metern. Guter Schuss von Frei in die Torwartecke, verlädt Wiese, aber 1 Meter daneben.

10' Sehr flottes
Spiel. Chance für Werder durch Almeida, der aber verzieht. Auf der
Gegenseite tankt sich Kehl durch, Boenisch grätscht dazwischen.

15' Dortmund wird stärker, Werder muss wieder früher und konsequenter in die Zweikämpfe gehen.

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“Schlagzeilen mit einem Toten” 0

Gepostet am 9. February 2009 von Tobias (Meine Saison)

Ich möchte den Namen der "größten deutschen Tageszeitung" in diesem Blog eigentlich gar nicht nennen. Man begegnet dieser Zeitung am besten indem man sie nicht beachtet. Doch trotzdem ist es wichtig, die Methoden dieser angeblichen "Journalisten" immer wieder offenzulegen und aufzuzeigen, wie die Meinungsbildung vieler Millionen Menschen in Deutschland vorangetrieben wird. Diese Arbeit machen sich täglich die Autoren des BILDblog.

Warum ich dies schreibe? Im Pokalspiel zwischen Borussia Dortmund und Werder kam es zu einem Unfall (das Attribut "tragisch" spare ich mir, denn ich wüsste nicht, welcher Unfall nicht tragisch ist): Ein BVB-Fan stürzte von der Tribüne und verstarb wenig später im Krankenhaus. Dieser Vorfall an sich ist schon schlimm genug. Doch die Leichenfledderer von der Bild witterten hier natürlich Potential für eine Sensationsstory und berichtete in großer Aufmachung. Dabei wurden wieder einmal Details aus dem Privatleben (die via StudiVZ und Konsorten "recherchiert" wurden) und Fotos des Toten abgedruckt.

So weit, so schlecht, doch nicht ungewöhnlich. Für die Bild gehört das zum Alltag. Ungewöhnlich war jedoch die Reaktion einiger Dortmundfans, die beim Spiel gegen Bayer Leverkusen ein Spruchband präsentierten, das deutlich ausdrückt, was von dieser Berichterstattung zu halten ist:

"Schlagzeilen mit einem Toten – Bild, halt's Maul!" stand dort zu lesen. Dem bleibt nichts hinzuzufügen.

(via schwatzgelb und BILDblog.)

DFB-Pokal Achtelfinale: Teamgeist Reloaded 0

Gepostet am 29. January 2009 von Tobias (Meine Saison)

Borussia Dortmund – Werder Bremen 1:2

Wenn es jemals ein wichtiges Auftaktspiel zu Rückrundenbeginn gab, dann dieses. Mit einem Sieg könnte Werder für Aufbruchstimmung sorgen, die Quärelen der letzten Wochen und Monate erst mal beiseite schieben, auf dem Platz wieder zu einer Einheit werden. Kurz: Den Grundstein zu einer erfolgreicheren Rückrunde legen. Bei einer Niederlage würde es Häme in der Presse, Wut bei den Fans und vermutlich weitere Reibereien (aus dem Franz.: Ribery) in der Mannschaft geben.

Die Vorzeichen standen nicht gut. Werder hatte eine von den Ergebnissen her schwache Vorbereitung gespielt. Die Mannschaft schien noch nicht bereit für größere Aufgaben – wozu man ein Auswärtsspiel beim BVB dieser Tage zählen muss. Einen Tag vor dem Spiel kamen noch mehr Irritationen auf: Trotz der Ausleihgeschäfte mit Boubacar Sanogo und Said Husejinovic und Martin Harniks erneuter Verletzung soll kein neuer Angreifer verpflichtet werden. Damit hat Werder mit Pizarro, Almeida und Rosenberg bis auf weiteres nur drei Stürmer im Kader.

Dazu kommt Werders (mal wieder) nicht enden wollende Verletzungsmisere: Vander, Naldo, Prödl, Jensen, Hunt und Harnik fielen aus. Kapitän Baumann und Rosenberg saßen grippegeschwächt nur auf der Bank.

Eine Halbzeit lang schien es zu kommen, wie es kommen musste. Werder war in den entscheidenden Aktionen zu inkonsequent, ließ sich von der Spielweise des Gegners und der konfusen Spielführung des Schiedsrichters völlig aus dem Konzept bringen, hatte dazu noch Pech bei zwei nicht geahndeten, elfmeterwürdigen Situationen. In der Hinrunde hätte Werder solch ein Spiel auswärts nie im Leben gedreht. Zweifel und Skepsis waren also angebracht.

Doch Werder war an diesem Abend eine echte Mannschaft. Statt sich mit hängenden Köpfen in ihre Schicksal zu fügen, hielt sie weiter dagegen und drehte das Spiel. Kämpferisch trug jeder einzelne seinen Teil dazu bei. Frings war lauf- und zweikampffreudig wie lange nicht, Mertesacker machte in der Innenverteidigung ein Riesenspiel und Wiese hielt Werder in den entscheidenden Momenten im Spiel als Zidan mehrere Male frei durch war. 71% Ballbesitz, 63,5% gewonnene Zweikämpfe, 27:16 Torschüsse, 27:15 Flanken – Werder war eindeutig die dominierende Mannschaft. Dortmund führte nur in der Foulstatistik mit 28:11.

Zwei Spieler muss ich besonders herausheben: Diego ließ sich in der ersten Halbzeit noch viel zu oft auf Scharmützel mit Tinga & Co. ein, hielt die Bälle zu lange, um Fouls zu ziehen. Doch anders als zuletzt behielt er die Nerven, konzentrierte sich auf seine Stärken und konnte sich so in Halbzeit 2 deutlich steigern. Gegen Ende des Spiels war er der überragende Mann auf dem Platz. Der zweite Spieler ist Claudio Pizarro. Er hatte wirklich nicht viel zu lachen, doch er kämpfte bis zum Umfallen. Obwohl seine Aktionen selten von Erfolg gekrönt waren – meist hatte der bärenstarke Santana im letzten Moment noch ein Bein dazwischen – steckte er nicht auf. Am Ende belohnte er sich mit dem Siegtor selbst für seine Arbeit.

Natürlich ist nun noch nicht viel gewonnen. Die Mannschaft wird in den kommenden Wochen die Leistung bestätigen müssen. Sie hat sich jedoch ein Stück weit befreit und einen guten Grundstein für eine bessere Rückrunde gelegt.

Jetzt liegt es an ihr, mehr daraus zu machen!

DFB-Pokal Achtelfinale: Spielbericht 0

Gepostet am 29. January 2009 von Tobias (Meine Saison)

Vor dem Anpfiff:

So, halbe Stunde noch bis zum Anpfiff. Das Leben hat endlich wieder einen Sinn. Ist so ungewohnt, dass auf Premiere Sport wieder was anderes als Wiederholungen von Bayerns CL-Sieg 2001 läuft. Zur Einstummung noch mal das vielleicht schönste Tor in Werders DFB-Pokalgeschichte: http://bit.ly/9QdX.

Hm, welches Trikot zieh ich an? Diego mit bwin oder Frings mit citibank? Fragen über Fragen… Feuerwerk in Dortmund schon vor dem Spiel.
Der Verein wird 100. Wie niedlich. Es kommentiert natürlich der Fritz,
wer auch sonst.

Aufstellungen:

Werder: Wiese-Fritz,Merte,Pasanen,Tosic-Frings,Tziolis,Özil,Diego-Pizza,Hugo

Dortmund: Weidenfeller-Schmelzer,Santana,Subotic,Lee-Tinga,Boateng,Kringe,Hajnal-Frei,Zidan

Das Spiel:

1' Schiri ist Manuel Gräfe, Werder hat Anstoß und es geht los.

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