Internet-Tagebuch eines Werderfans

Meine Saison mit dem SVW



18. Spieltag: Und jährlich grüßt das Murmeltier 7

Gepostet am 17. January 2010 von Tobias (Meine Saison)

Frankfurt – Werder 1:0

Und jährlich grüßt das Murmeltier. Ein großes, schläfriges Murmeltier namens Werder Bremen. Zum dritten Mal in Folge vergeigt es den Rückrundenauftakt mit einer katastrophal schlechten Vorstellung gegen einen bestenfalls mittelmäßigen Gegner.

Gegen Frankfurt kann man mal verlieren. Man sollte nicht – gegen eine Mannschaft, in der Maik Franz spielt, sollte man nie verlieren – aber man kann. Aber doch bitte nicht zweimal in einer Saison! Zweimal auf diese Weise! Werder zeigte kaum Gegenwehr, kaum ein Aufbäumen, kaum Laufbereitschaft. Das Spiel war wahrlich nicht schnell und das lag in erster Linie daran, dass Werder es nicht schnell machte. Den Frankfurtern spielte das natürlich in die Hände, die konnten hinten relativ leicht die Räume eng machen und in der Mitte waren sie bis zu Pizarros Einwechslung keinerlei Gefahr ausgesetzt. Ein Sturmduo Marin/Rosenberg kann Erfolg haben, wenn man gegen einen offensiven Gegner spielt, aber nicht gegen einen Gegner, der bestens damit leben kann, Werder den Ball zu überlassen und dann mit Kontern den Garaus zu machen. Rosenberg spielt nun seit einem guten Jahr völlig unter Form und darf trotzdem von Anfang an ran? Der Handlungsbedarf im Angriff hätte nicht deutlicher gemacht werden können. Es hatte fast etwas anklagendes, so als wollte Thomas Schaaf sagen: Schau her, Klaus, das ist das beste, was ich aufbieten kann.

Ist gestern jemandem aufgefallen, wie sich Werders Spielweise geändert hat, als Pizarro ins Spiel kam? Auf einmal wagte man direkte und hohe Anspiele an den Strafraum, aus dem ersten wäre beinahe das 1:1 gefallen. Diese Abhängigkeit von einem einzigen Spieler ist gefährlich, Pizarro nicht mehr der jüngste. Verletzungspausen muss man also einkalkulieren und dann zeigt sich, dass Klasse wichtiger ist als Masse. Es bleibt zu hoffen, dass zumindest Moreno und Vranjes noch abgegeben werden können und das Geld in einen Mittelstürmer investiert wird. Die Verpflichtung Abdennours halte ich aus heutiger Sicht für richtig. Es bestand definitiv Bedarf auf der linken Seite und gute Ansätze waren trotz einer durchwachsenen Leistung erkennbar.

Es wäre jedoch falsch, die Bremer Niederlage nur an einem nicht vorhandenen Stürmer festzumachen. Die Leistung der Mannschaft war insgesamt völlig inakzeptabel. Allen voran wirkte Mesut Özil, als wäre er mit dem Kopf überall, nur nicht auf dem Platz. In dieser Form wäre er nicht mal für Arminia Bielefeld interessant. Solche Spieler sind besonders wertvoll für ein Team: Unter der Woche groß von den eigenen Ansprüchen auf die Champions League sprechen und dann so eine Leistung? Große Klasse, Mesut. Wenn es unter deinem Niveau ist, den Verein, der dich zum Nationalspieler gemacht hat, in die Champions League zu schießen, dann halt bitte einfach die Klappe und geh im Sommer wohin du auch immer möchtest!

Was bleibt zu hoffen? Bitte kein Wort mehr von Meisterschaft und Champions League! Eine Woche lang konzentrieren und dann mit vollem Einsatz gegen die Bayern. In der Hinrunde hat man nach der Niederlage gegen Frankfurt die Kurve gekriegt. In dieser Rückrunde mag ich daran nicht glauben, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.

18. Spieltag: Pflanzenkunde für Klugscheißer 0

Gepostet am 2. February 2009 von Tobias (Meine Saison)

Werder Bremen – Arminia Bielefeld 1:2.

Man sagt, man solle tief durchatmen und langsam bis 10 zählen, damit sich die Wut legt. Nun sind mehr als 24 Stunden vergangen und ich fühle mich kein bisschen besser, möchte noch immer einen bitterbösen Beitrag über die Stümperei dieser Rumpeltruppe hinrotzen, statt konstruktiv Kritik zu üben. Vielleicht hilft es ja zum Einstieg, die Fakten einfach so nüchtern wie möglich zu nennen: Mit einer Niederlage gegen die Mannschaft aus der Stadt, die es nicht gibt startet Werder also in die Rückrunde.

Das zarte Pflänzchen Hoffnung, das nach dem Sieg im Pokal gegen Dortmund aufkeimte und an das man sich als Werderfan in den letzten Tagen klammern konnte, ist damit verwelkt bevor es erblühen konnte.

Doch nun genug der blumigen Ausdrucksweise. Werder bestritt dieses Spiel bedingt durch Rotsperren, Spielertransfers und Verletzungen/Erkrankungen mit einer Notelf.  An zwei dieser drei Probleme sind Mannschaft bzw. Vereinsführung selbst Schuld, doch selbst wenn nicht wäre dies keinerlei Erklärung oder gar Entschuldigung, für den Mangel an Einsatz, Laufbereitschaft und Teamgeist, den die Herren in den grünweißen Trikots da gestern über 90 Minuten vorführten. Von der spielerischen Klasse her, müsste auch die gestrige Elf gegen Bielefeld mehr als nur mithalten können.

Es kann dafür eigentlich nur zwei Erklärungen geben: Entweder es fehlt in der Mannschaft der unbedingte Wille zum Erfolg oder die Spieler können diesen Willen einfach nicht auf den Fußballplatz übertragen. Ich weiß nicht, was schlimmer wäre. In jedem Fall handelt es sich um ein Einstellungsproblem.

Es ist selbst für Trainer und Betreuer schwer zu beurteilen, was in den Köpfen der Spieler vorgeht. Mentaltrainer und Mannschaftspsychologen sind heute in der Bundesliga Gang und Gäbe. Sie können aber nur bedingt auf die Spieler einwirken und sind letztendlich vor allem vom deren Willen abhängig, sich um Hilfe zu bemühen und diese dann auch anzunehmen.

In Fußballerkreisen ist der Zusammenhang zwischen Psychologie und Leistung immer noch nicht so ganz verstanden worden. Vielfach gilt noch die Auffassung: Die müssen einfach nur mehr rennen. Dabei können die Gründe (und demnach auch die geeigneten Maßnahmen, ihnen entgegen zu wirken) für schwache Leistungen sehr vielfältig sein. Der eine braucht vielleicht einen Tritt in den Hintern, der andere mehr Zuspruch von Trainern und Kollegen und der Dritte benötigt Hilfe beim Umgang mit seiner Nervosität in 1 gegen 1 Situationen.

Kurzum: Es ist unmöglich, aus der Entfernung zu sagen, was Werder verändern muss, um in Zukunft wieder erfolgreicher zu werden. Als Fan bleibt einem nur das, was man sowieso am liebsten tut: Spekulieren und Klugscheißern. Der Trainerstab muss jedoch die Antworten auf diese Fragen finden. Bislang hat Thomas Schaaf meist bewiesen, dass er das kann. Doch auch wenn er derzeit nicht akut um seinen Job fürchten muss, wird er letztendlich von der Vereinsführung an den Ergebnissen gemessen und nicht an deren Ursachen.

18. Spieltag: Spielbericht 0

Gepostet am 1. February 2009 von Tobias (Meine Saison)

Vor dem Anpfiff:

Dann wolln wir doch mal schauen, ob Werder
sich heute auf Platz 7 vorschieben kann. Mit nem Sieg wär man schon
wieder dick im Geschäft.
Damit meine ich die UEFA-Cup Plätze, an mehr will ich erstmal nicht denken. Laut Kicker spielt Werder mit einer Spitze
und Jensen als 5. Mittelfeldspieler. Bei Bundesliga.de steht Rosi neben
Hugo in der Startelf.

Premiere löst auf: Rosenberg spielt von Anfang an. Niemeyer in der Innenverteidigung (was keine Überraschung mehr war).

Aufstellungen:

Werder: Wiese-Fritz,Merte,Niemeyer,Tosic-Frings,Tziolis,Vranjes,Özil-Almeida,Rosenberg

Bielefeld: Eilhoff-Lamey,Mijatovic,Bollmann,Kucera-Kirch,Kauf,Marx,Munteanu-Katongo,Wichniarek

Das Spiel:

1' Gäste bewirten, Live-Twittern und dabei auch noch das Spiel gucken – nicht einfach. Und es geht los.

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