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	<title>Meine Saison mit dem SVW &#187; Götter in Grün-Weiß</title>
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	<description>Internet-Tagebuch eines Werderfans</description>
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		<title>Mesut Özil &#8211; Das Bremer Missverständnis</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 06:43:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias (Meine Saison)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Götter in Grün-Weiß]]></category>
		<category><![CDATA[Berater]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Mesut Özil]]></category>
		<category><![CDATA[Missverständnis]]></category>
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		<description><![CDATA[Um keinen anderen Spieler wird in dieser Sommerpause im Umfeld von Werder Bremen so viel diskutiert, wie um Mesut Özil. Nach einer starken WM, bei der er nach Ansicht vieler Experten zu den besten Spielern gehörte, scheinen seine Tage bei Werder gezählt. Die Reaktionen der Fans auf die seit Monaten andauernden Gerüchte reichen von Unverständnis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Um keinen anderen Spieler wird in dieser Sommerpause im Umfeld von Werder Bremen so viel diskutiert, wie um Mesut Özil. Nach einer starken WM, bei der er nach <a href="http://www.zonalmarking.net/2010/07/19/world-cup-2010-team-of-the-tournament/" target="_blank">Ansicht vieler Experten</a> zu den besten Spielern gehörte,<a href="http://www.weser-kurier.de/Artikel/Werder/Nachrichten-Spielberichte/201383/Werder-Fans+haben+Oezil+bereits+abgeschrieben.html" target="_blank"> scheinen seine Tage bei Werder gezählt</a>. Die Reaktionen der Fans auf die seit Monaten andauernden Gerüchte reichen von Unverständnis über Empörung bis hin zu blankem Hass. Vereinzelt gibt es jedoch auch Verständnis für den Nationalspieler, dessen Vertrag bei Werder noch bis 2011 läuft. Für mich zeigt sich in den Diskussionen eine Reihe von Missverständnissen über den Spieler Mesut Özil:</p>
<h3>1. Özil ist gar nicht so gut, wie er gemacht wird.</h3>
<p>Es gibt zwei Dinge, an denen die angebliche Überbewertung des Spielers Özil festgemacht wird:</p>
<blockquote><p>&#8220;In wichtigen Spielen taucht Özil unter!&#8221;</p></blockquote>
<p>Gern genannte Beispiele sind das UEFA-Cup Finale 2009, das Pokalfinale 2010 und das WM-Halbfinale gegen Spanien. In diesen Spielen kam Özil nicht so zur Geltung, wie man es von einem Weltklassespieler erwarten würde. Ganz davon abgesehen, dass kaum ein Spieler (inkl. Weltfußballer Messi) ohne Leistungsschwankungen auskommt, kann dieses Argument nicht völlig von der Hand gewiesen werden. Allerdings zeigen einige andere Beispiele, dass es sich hierbei wohl eher um normale Leistungsschwankungen eines jungen Spielers handelt, als um ein generelles Problem mit der großen Fußballbühne. Nach dem enttäuschenden UEFA-Cup Finale im letzten Jahr schoss Özil das Siegtor im Pokalfinale und war beim Finale der U21-EM der Man of the Match. In der abgelaufenen Saison bot er im vorentscheidenden Spiel um den 3. Platz gegen Schalke eine herausragende Leistung und auch auf der vermeintlich größten Bühne, bei der Weltmeisterschaft, präsentierte er sich von seiner besten Seite. An diesen letzten Halbsatz schließt sich das zweite Argument an:</p>
<blockquote><p>&#8220;Özils Leistung bei der WM wird überbewertet!&#8221;</p></blockquote>
<p>Gerade vor ein paar Tagen erst wieder gehört: Özil habe pro Spiel nur 2-3 gute Szenen gehabt und sich ansonsten versteckt. Dieses Argument beruht meiner Ansicht nach auf einem Missverständnis. Özil spielt auf der Spielmacherposition und wird deshalb als &#8220;echter 10er&#8221; angesehen. Özils Spielweise unterscheidet sich jedoch deutlich von der &#8220;klassischer&#8221; Spielmacher. Gerade für deutsche Verhältnisse &#8211; unser größtes Mysterium der letzten Jahre war die Frage, ob Michael Ballack nun 6er, 8er oder 10er ist &#8211; ist Özil ein höchst ungewöhnlicher Spieler. Er spielt sehr offensiv, meistens auf der Höhe eines zurückhängenden Stürmers, und holt sich nur wenige Bälle an der eigenen Mittellinie ab. Während bspw. Bastian Schweinsteiger aufblühte, als er nach hinten versetzt wurde und das Spiel endlich vor sich hatte, geht Özil den entgegengesetzten Weg. Er sucht in erster Linie nicht den Ball, sondern den freien Raum zwischen Abwehr und Mittelfeld des Gegners. Dadurch ist er für gegnerische Defensivabteilungen schwer zu greifen und schafft Räume für seine Mitspieler indem er Verteidiger aus der Viererkette lockt bzw. einen defensiven Mittelfeldspieler weit nach hinten zieht. Am Ball ist Özil gut, jedoch (noch) nicht auf allerhöchstem Niveau &#8211; ohne Ball ist er herausragend. Ähnlich wie Thomas Müller hat Özil ein extrem gutes Gefühl für Spielsituationen und Lücken, wobei Müller durch seine Torgefahr noch mehr auffällt. Bei der WM haben beide sehr voneinander profitiert, was vielleicht auch ein Grund für Özils mangelndes Durchsetzungsvermögen gegen Spaniens Sergio Busquets war.</p>
<h3>2. Für Özils Entwicklung wären 1-2 weitere Jahre bei Werder am besten.</h3>
<p>Als Mesut Özil von Schalke zu Werder wechselte, war er 19 Jahre alt und galt als einer der talentiertesten deutschen Mittelfeldspieler. In seinen inzwischen 2 1/2 Jahren an der Weser hat er sich weiterentwickelt, den Status des &#8220;Talents&#8221; spätestens in der abgelaufenen Saison überwunden und gehört mittlerweile zu den besten Mittelfeldspielern der Bundesliga. Seine Leistungen sind teilweise überragend, doch es fehlt noch an der Konstanz, die für die absolute Weltspitze nötig ist. Es gibt gute Argumente, die für einen Verbleib bei Werder für zumindest eine weitere Saison sprechen: Hier hat er ein ruhiges Umfeld und einen Trainer, der auf ihn baut. Dazu winkt in der kommenden Saison eine Champions League Teilnahme. Der Kader wäre bei Özils Verbleib ebenfalls stärker einzuschätzen. Bei einem Wechsel zu einem großen Verein hätte er stärkere Konkurrenz. Zudem würde der Druck um ein Vielfaches anwachsen. Allerdings ist es genau dieser Konkurrenzdruck, der Spieler auch weiterbringen kann. Wenn das Potential für die ganz großen Vereine reicht, wird kaum ein Spieler allzu lange für Werder zu halten sein. Die warnenden Beispiele der ehemaligen Werderspieler, die sich nach einem Wechsel nicht durchgesetzt haben, sind hier nur bedingt als Argument tauglich. Letztlich liegt es am Spieler selbst und an dessen Potential, sich auf höchstem Niveau zu beweisen. Vielleicht wird Özil daran scheitern, doch eine pauschale Aussage, dass er sich bei Werder besser weiterentwickeln kann, ist mehr Wunschdenken als erwiesene Tatsache.</p>
<p>Dazu kommen die Anfeindungen, die Özil schon jetzt entgegengebracht werden. Solange er keinen neuen Vertrag bei Werder unterzeichnet, wird er in der Fankurve kaum seinen schlechten Ruf verbessern können. Sollte Özil in ein Leistungsloch fallen, wie vor drei Jahren Miroslav Klose, würde er vermutlich starker Kritik ausgesetzt sein. Dies widerspricht den oben getroffenen Aussagen über das ruhige Umfeld bei Werder. Wenn die Leistung nicht stimmt, droht Özil bei Werder ein Spießrutenlauf, der seiner Entwicklung sicher nicht besser täte, als ein Platz auf der Bank des FC Barcelona.</p>
<h3>3. Özil und sein Berater sind geldgeil</h3>
<p>Diese Auffassung wurde geschürt durch die Kampagne, die von Özils ehemaligem Arbeitgeber nach einer erfolglosen Vertragsverlängerung betrieben wurde. Özil und sein Berater hätten absurde Forderungen gestellt, so der Grundtenor. Auch in diesem Jahr erweisen sich die Beiden als schwierige Verhandlungspartner. Der Hintergrund: Bei einer Vertragsverlängerung würden die zu erwartenden Transfererlöse bei einem Verkauf des Spielers steigen. Je geringer die Ablösesumme, desto größer die Chance auf ein hohes Handgeld für den Spieler. Bei einem ablösefreien Wechsel nach Vertragsende könnte Özil daher einen sehr hohen Betrag als Handgeld kassieren. Diese Spekulation auf einen höchstmöglichen Profit wird Özil und seinem Berater übel genommen. Sicherlich gibt es auch Spieler, die in dieser Situation anders handeln würden, doch grundsätzlich versuchen im Profifußball beide Vertragsparteien das bestmögliche für sich selbst herauszuholen. Allerdings zeigte gerade Özils Wechsel zu Werder, dass Geld nicht das alleinige Entscheidungkriterium für ihn ist. Das Argument der Fixiertheit auf den persönlichen Profit kann trotzdem nicht entkräftet werden.</p>
<p>Interessant wird es jedoch, wenn es zur Profitorientierung der Kritiker selbst kommt. Die Forderung den Spieler jetzt schnell möglichst teuer zu verkaufen passt nicht unbedingt zur vorangegangenen Kritik an Özil. Die Tatsache, dass Spieler von vielen Fans als freibewegliches Handelsgut angesehen werden, wird dabei gerne ausgeblendet. Einerseits wünscht man sich eine tiefe Verbundenheit der Spieler zum eigenen Verein, andererseits würde man die meisten Spieler persönlich zum Flughafen bringen, wenn denn die Ablöse stimmt. Das Profigeschäft führt immer wieder zu solchen Widersprüchen zwischen materiellem Denken und romantischer Vereinstreue. Es ist legitim, Fußballspieler für diese Einstellung zu kritisieren, doch dann sollte es sich generell gegen die Zustände im Profifußball richten und nicht selektiv gegen einzelne Spieler. Marko Marin und Per Mertesacker sind schließlich auch nicht ganz ohne finanzielle Anreize nach Bremen gekommen.</p>
<h3>4. Özil ist undankbar und hat einen schlechten Charakter</h3>
<p>Ex-Werderspieler Diego verlängerte im Herbst 2007 seinem Wechsel seinen Vertrag bei Werder um weitere 12 Monate bis 2011. Dafür gab Werder dem Spieler ein Versprechen, ihn bei einem vernünftigen Angebot im Sommer 2009 gehen zu lassen. Die von vielen Werderfans als zu niedrig empfundene Ablösesumme ist auch Resultat dieser Vereinbarung. Mit Mesut Özil wurde dem Vernehmen nach ein ähnlicher Deal angestrebt: Eine Vertragsverlängerung mit deutlicher Gehaltsaufbesserung und der Aussicht auf einen problemlosen Wechsel bei entsprechenden Angeboten. Anders als Diego, dessen Vertrag ohnehin noch drei Jahre lief, ist Özil in einer ganz anderen Position. In einem Jahr kann er ablösefrei wechseln und das entgangene höhere Gehalt, das er bei einer Verlängerung bekäme, würde durch eine hohe Handgeldzahlung mehr als kompensiert. Verkauft ihn Werder dagegen schon in diesem Sommer, winkt bei einem anderen Verein schon jetzt ein höher dotierter Vertrag als er ihn bei Werder je bekommen könnte. Der Anreiz für eine Vertragsverlängerung ist also recht gering, wenn man nicht von einem langfristigen Verbleib bei Werder ausgeht.</p>
<p>Dennoch könnte Özil mit einer solchen Geste seinem Verein einen Gefallen tun, was bei Diegos Verlängerung sicherlich mit ausschlaggebend war. Dieses Vorgehen ist jedoch nicht alltäglich und kann nicht bei jedem Spieler vorausgesetzt werden. Werder hat sich in der Vergangenheit meistens sehr fair gegenüber den eigenen Spielern verhalten und auslaufende Verträge von verletzten (Kristian Lisztes) oder kranken Spielern (Ivan Klasnic) verlängert. Andererseits hat Mesut Özil öffentlich niemals gesagt, dass er seine Zukunft bei Werder sieht. Von daher wäre ein Verzicht auf einen neuen Vertrag konsequent und ehrlich. Zumal von Seiten vieler Fans auch das gegenteilige Verhalten bei Spielern kritisiert wird. Würde Özil Werder die Treue schwören und dann doch in einem Jahr wechseln, würde er als Verräter bezeichnet. In dieser Hinsicht kann man ihm nichts vorwerfen, denn er hat nie solche Äußerungen gemacht, auf die man ihn jetzt festnageln könnte. Interessant in dieser Hinsicht: Erfüllt ein Spieler seinen Vertrag ohne die von den Zuschauern gewünschte Leistung zu bringen, wird er ebenfalls schnell als Abzocker verschrien. Aus diesem Grund ist es auch absurd Klaus Allofs vorzuwerfen, er hätte Özils Vertrag schon vor über einem Jahr verlängern sollen. Werders momentane Probleme auf dem Transfermarkt kommen eher von Spielern, die der Verein abgeben will, aber aufgrund hoch dotierter Verträge nicht so einfach los wird.</p>
<p>Alle genannten Gründe führen zu einem schlechten Gesamtbild des Spielers und des Menschen Mesut Özil. Zwar teilen keinesfalls alle Fans diese negative Meinung, doch die allgemeine Stimmung scheint bereits in diese Richtung gekippt zu sein. Ob sich diese Entwicklung im Fall eines Verbleibs in diesem Sommer noch rückgängig machen lässt, darf bezweifelt werden. Von daher stellt sich auch die Frage, inwiefern Spieler und Verein in der kommenden Saison noch voneinander profitieren können. Daher deutet vieles auf einen Abschied hin. Ein Abschied, der beim introvertierten und verschlossenen Özil weniger emotional ausfallen dürfte als bei Publikumslieblingen wie Diego oder Ailton, der jedoch trotzdem schmerzen würde. Denn eines scheint sicher: Özil wird seinen besten Fußball nicht im Werdertrikot gespielt haben.</p>
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		<title>Sommerpause (Teil 2): Die Systemfrage reloaded</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Jul 2010 08:22:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias (Meine Saison)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Götter in Grün-Weiß]]></category>
		<category><![CDATA[Von der Trainerbank]]></category>
		<category><![CDATA[Formation]]></category>
		<category><![CDATA[Saisonvorschau]]></category>
		<category><![CDATA[Spielsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Taktik]]></category>
		<category><![CDATA[Werder Bremen]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einem Jahr drehte sich alles um die Frage, welches System Werder nach dem Abgang von Diego wohl spielen würde. Die Abkehr von der Raute im Mittelfeld wurde in der vergangenen Saison tatsächlich vollzogen. Werder probierte unterschiedliche Formationen aus und spielte einen Großteil der Saison mit nur eine echten Sturmspitze. Zum Ende der Saison setzte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einem Jahr drehte sich alles um die Frage, welches System Werder nach dem Abgang von Diego wohl spielen würde. Die Abkehr von der Raute im Mittelfeld wurde in der vergangenen Saison tatsächlich vollzogen. Werder probierte unterschiedliche Formationen aus und spielte einen Großteil der Saison mit nur eine echten Sturmspitze. Zum Ende der Saison setzte Schaaf wieder vermehrt auf das 4-4-2, sowohl mit Raute (gegen Schalke) als auch ohne (gegen Bayern). Mit Marko Marin, Mesut Özil, Aaron Hunt und der Neuverpflichtung Marko Arnautovic besitzt Werder so viel Offensivpotenzial wie kaum eine andere Mannschaft in der Liga &#8211; falls Özil denn tatsächlich bleiben sollte. Die schwierige Aufgabe für Thomas Schaaf besteht nun darin, für sein Team die ideale Formation und die ideale Spielweise zu finden.</p>
<p>Auf dem Papier sieht die Ausgangssituation sehr gut aus. Die Mannschaft ist in verschiedenen Systemen erprobt, ist eingespielt und hat für viele unterschiedliche taktische Varianten das richtige Personal im Kader. Werders Spielweise ist hingegen ziemlich gleichbleibend. Bis auf wenige Ausnahmen gilt hier noch immer Schaafs Doktrin aus der Meistersaison: Wir wollen etwas anbieten, die aktive Mannschaft sein, das Spiel in die eigene Hand nehmen. Dazu gehören Pressing, eine hoch stehende Abwehrkette, der direkte Spielaufbau über die defensiven Mittelfeldspieler und das Überzahlspiel im Mittelfeld. Ebenfalls ein fester Bestandteil in Werders Spiel ist eine zentrale Figur in der Offensive. Von deren Fähigkeiten hängt im Wesentlichen das Offensivspiel ab. Johan Micoud war ein Stratege und Lenker, Diego hatte seine Stärken vor allem am Ball während Özils großes Plus sein Spiel ohne den Ball ist. Die WM hat gezeigt, dass es nur wenige Spieler gibt, die sich so gut zwischen Abwehr- und Mittelfeldreihen der Gegner bewegen. Sollte Özil bleiben, wird man sicher alles versuchen, diese Stärke so gut wie möglich einzusetzen.</p>
<p>In der letzten Saison spielte Werder zudem nach langer Zeit wieder mit offensiven Außenspielern. Mit Marin und Hunt hat man jedoch zwei Spieler, die sich nicht unbedingt durch geschicktes Defensivverhalten auszeichnen. Neuzugang Arnautovic kann in der Offensive jede Position spielen, steht aber ebenfalls nicht in dem Ruf, viel für die Defensive zu tun. Hier ist die erste Hürde erkennbar, die nicht neu ist für Werder: Fehlendes Gleichgewicht zwischen Offensive und Defensive. Spätestens seit Spaniens WM-Erfolg dürfte offensichtlich geworden sein, wie man als offensiv gepolte Mannschaft &#8220;defensiv&#8221; spielt: Durch Pressing und Ballkontrolle. Das Pokalfinale gegen die Bayern hat gezeigt, dass Werder mit dem vorhandenen Personal eine passive Grundhaltung nicht liegt. Die bisherigen Neuverpflichtungen deuten auch nicht darauf hin, dass hier ein Umdenken stattgefunden hat. Dies ist in erster Linie ein Frage der Spielweise und nicht des Systems. Ob Werder im 4-2-3-1 oder im 4-4-2 spielen wird, dürfte eher an den Leistungen der zentralen Mittelfeldspieler liegen.</p>
<p>Frings bildete zusammen mit Bargfrede eine gute Absicherung der Offensivabteilung, doch keiner von beiden ist ein Stratege. Frings schlägt teils gute Pässe in die Spitze, kann das Spiel antreiben, aber nicht lenken. Tim Borowski und Daniel Jensen sind zwei Spieler, die das grundsätzlich können. Leider konnten beide in der letzten Saison aus unterschiedlichen Gründen nicht die von ihnen erwarteten Leistungen abrufen. So bildete sich bei Werder schnell ein Gefälle zwischen den Tänzern vorne und den Haudegen dahinter. Der Spieler, der in der vergangenen Saison am meisten dafür tat dieses Gefälle zu schließen, war ausgerechnet Claudio Pizarro. Dies dürfte auch ein Grund sein, warum Werder so hartnäckig an einer Verpflichtung des Brasilianers Wesley arbeitet. Die große Problemstelle ist nämlich nicht die linke Abwehrseite, sondern das defensive/zentrale Mittelfeld. Und dort ist nicht die Qualität der vorhandenen Spieler das Problem, sondern die fehlende &#8220;ordnende Hand&#8221;. Ein Grund für Werders Erfolg mit der Raute liegt wohl auch darin, dass sie Platz für zwei &#8220;ausgewogene&#8221; Spieler auf den Halbpositionen bietet, die als Bindeglied zwischen Offensive und Defensive fungieren. Schon in Diegos letzter Saison kam diese Ausgewogenheit im Team abhanden, zugunsten größerer Spezialisierung: Özil und Frings, die beiden gesetzten Spieler auf den Halbpositionen, könnten unterschiedlicher kaum sein.</p>
<p>In der letzten Saison verstärkte sich dieser Gegensatz durch die Systemumstellung noch. Diese Form der Spezialisierung ist im internationalen Fußball seit Jahren zu beobachten. Die klassischen Box-to-box Spieler werden immer seltener. Für Werder könnte es wichtig sein, in der kommenden Saison wieder einen davon im zentralen Mittelfeld zu etablieren, egal ob es nun Borowski, Jensen oder tatsächlich Wesley ist. Die Leistungen der letzten Saison sprechen jedoch eher für Frings und Bargfrede als Doppelsechs. Ein &#8220;Typ Schweinsteiger&#8221; ist nicht so einfach zu bekommen.</p>
<p>Viel entscheidender als die Frage nach der Grundformation ist die Frage nach der Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen. Hier gibt es insbesondere zur letzten Rückrunde noch einigen Steigerungsbedarf. Was die Spielsysteme angeht scheint mir Werder gereift, der Kader besser auf verschiedene Variationen ausgelegt als noch vor ein paar Jahren. Das bedeutet jedoch auch, dass es ein paar Leidtragende geben könnte, wenn sich Schaaf auf ein System festlegt. Beim Spiel mit der Raute wäre das Marko Marin, beim 4-2-3-1 wären es Tim Borowski und Daniel Jensen. Für Werder könnte es schlimmere Probleme geben.</p>
<p><strong>Bereits erschienen:</strong></p>
<p><a href="http://meinesaison.tobiassinger.com/2010/06/sommerpause-teil-1-der-ganz-normale-wahnsinn.html">Sommerpause (Teil 1): Der ganz normale Wahnsinn</a></p>
<p><strong>Es folgt:</strong></p>
<p>Sommerpause (Teil 3): Personalplanung 2011. Wer kommt? Wer geht?</p>
<p><a href="http://www.addtoany.com/add_to/twitter?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2010%2F07%2Fsommerpause-teil-2-die-systemfrage-reloaded.html&amp;linkname=Sommerpause%20%28Teil%202%29%3A%20Die%20Systemfrage%20reloaded" title="Twitter" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/plugins/add-to-any/icons/twitter.png" width="16" height="16" alt="Twitter"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2010%2F07%2Fsommerpause-teil-2-die-systemfrage-reloaded.html&amp;linkname=Sommerpause%20%28Teil%202%29%3A%20Die%20Systemfrage%20reloaded" title="Facebook" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/plugins/add-to-any/icons/facebook.png" width="16" height="16" alt="Facebook"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/delicious?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2010%2F07%2Fsommerpause-teil-2-die-systemfrage-reloaded.html&amp;linkname=Sommerpause%20%28Teil%202%29%3A%20Die%20Systemfrage%20reloaded" title="Delicious" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/plugins/add-to-any/icons/delicious.png" width="16" height="16" alt="Delicious"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/digg?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2010%2F07%2Fsommerpause-teil-2-die-systemfrage-reloaded.html&amp;linkname=Sommerpause%20%28Teil%202%29%3A%20Die%20Systemfrage%20reloaded" title="Digg" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/plugins/add-to-any/icons/digg.png" width="16" height="16" alt="Digg"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/stumbleupon?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2010%2F07%2Fsommerpause-teil-2-die-systemfrage-reloaded.html&amp;linkname=Sommerpause%20%28Teil%202%29%3A%20Die%20Systemfrage%20reloaded" title="StumbleUpon" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/plugins/add-to-any/icons/stumbleupon.png" width="16" height="16" alt="StumbleUpon"/></a> <a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2010%2F07%2Fsommerpause-teil-2-die-systemfrage-reloaded.html&amp;linkname=Sommerpause%20%28Teil%202%29%3A%20Die%20Systemfrage%20reloaded">Share this post</a> </p>]]></content:encoded>
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		<title>Sommerpause (Teil 1): Der ganz normale Wahnsinn</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 19:27:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias (Meine Saison)</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Werder Bremen]]></category>

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		<description><![CDATA[Während sich die Fußballwelt auf die anstehende WM konzentriert, laufen bei den Vereinen die Personalplanungen für die kommende Saison auf Hochtouren. So auch bei Werder Bremen, wo mit dem Österreicher Marko Arnautovic schon der erste hochkarätige Neuzugang vorgestellt wurde. Sommerzeit ist immer auch Spekulationszeit und die transfer mill, die Transfermühle, läuf bereits auf Hochtouren. Berater [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Während sich die Fußballwelt auf die anstehende WM konzentriert, laufen bei den Vereinen die Personalplanungen für die kommende Saison auf Hochtouren. So auch bei Werder Bremen, wo mit dem Österreicher Marko Arnautovic schon der erste hochkarätige Neuzugang vorgestellt wurde.</p>
<p style="text-align: justify;">Sommerzeit ist immer auch Spekulationszeit und die <em>transfer mill</em>, die Transfermühle, läuf bereits auf Hochtouren. Berater bringen ihre Spieler bei Vereinen ins Gespräch, Manager baggern heftig an ihren Wunschspielern herum und wehe es wird mal ein Scout in einem fremden Stadion gesichtet &#8211; die Presse ist immer auf der Suche nach dem heißesten Transfergerücht. Kein Wunder, dass da mancher Fan ein wenig hyperventiliert.</p>
<p style="text-align: justify;">In jedem Fall wird munter mitspekuliert, wen die Verantwortlichen, in Werders Fall Klaus Allofs, zur Verstärkung der Mannschaft aus dem Hut zaubern. Dabei werden gerne auch Zahlenspielchen veranstaltet und spätestens kurz vor Beginn der neuen Saison, wenn noch nicht alle Wunschspieler unter Vertrag genommen wurden, unterteilen sich die Fans in zwei Fraktionen. Die eine schwört Stein und Bein, dass einfach kein Geld vorhanden sei, von dem neue Spieler gekauft werden könnten. Der Stadionumbau, die Bankenkrise, die noch nicht sichere Champions League Teilnahme. Die andere will Taten sehen, vermutet die eine oder andere Million unter der Matraze unseres Sportdirektors und des notorisch geizigen Aufsichtsrats. Wo ist denn das ganze Geld aus fünf Jahren Champions League und dem Diego-Transfer geblieben? Und überhaupt müsse man doch endlich mal richtig investieren, wenn man dauerhaft oben angreifen will. Der Sturz ins Mittelmaß stünde sonst unmittelbar bevor.</p>
<p style="text-align: justify;">Am Ende gibt es meistens eine Handvoll Transfers, von denen sich der eine oder andere als Verstärkung und der Rest mehr oder weniger als Flop entpuppt. Die beiden Fraktionen merken sich in der Regel nur die Transfers, die ihren Standpunkt unterstützen und begründen damit in der nächsten Transferperiode erneut ihre Meinung. Allofs wird dabei jeweils zur Managerikone bzw. zum Trottel vom Dienst stilisiert. Sagt die eine Seite Micoud, Ismael, Pizarro, Diego ruft die andere Seite Carlos Alberto, Nery, Tosic, Moreno. Lustigerweise riefen sie vor zwei Jahren auch Moreno. Damals aber, weil Werder Moreno eben <em>nicht</em> verpflichtet hatte. Überhaupt die ganzen Nicht-Verpflichtungen! Romagnoli. Monsoreau. Baros. Fred. Mandzukic. Was würden wir heute Carlos Alberto hinterherweinen, wenn wir ihn 2007 nicht verpflichtet hätten!</p>
<p style="text-align: justify;">Interessant sind vor allem auf Seiten der Allofs-Kritiker die Widersprüchlichkeiten in der Argumentation. Einerseits sollen bitte alle wichtigen Spieler mit 5-Jahres-Verträgen an den Verein gebunden werden. Andererseits wird gemurrt, wenn man Spieler wie etwa Carlos Alberto dann nicht so einfach wieder los wird. Einerseits ist man stolz auf Werders hanseatisch-sparsames Kaufmannsgeschick und blickt hämisch in den Westen der Republik. Andererseits wird gebetsmühlenartig wiederholt, dass man doch nun endlich mal Geld in die Hand nehmen müsse, wenn man sportlich nicht den Anschluss verlieren möchte. Einerseits fordert man lautstark die Verpflichtung von Spielern, die man nur aus YouTube-Zusammenschnitten kennt. Andererseits wird dem ahnungslosen Vorstand jeder Fehlgriff sofort um die Ohren gehauen. Eines kann man dabei nicht bestreiten: Es wird nicht langweilig! Ein Blick in die Fan-Foren ist um diese Jahreszeit immer wieder höchst unterhaltsam. Der Nachteil dabei ist jedoch, dass differenzierte Meinungen dabei untergehen. Mit jeder Kritik macht man sich sofort verdächtig, zu den fanatischen Schwarzsehern zu gehören. Mit jedem Lob wird man von der anderen Seite als naiver Allofs-Fanboy angesehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Bleiben wir trotzdem mal bei den Tatsachen: Werder hat in den letzten 10 Jahren überwiegend mit Gewinn gewirtschaftet, Spieler verpflichtet, die den Verein auf eine neue Ebene hoben und sich langfristig in der nationalen Spitze festgesetzt. Allerdings schaffte es Werder nur selten, die besten Spieler über einen längeren Zeitraum zu halten, konnte die Bayern als Nummer 1 des Landes nicht ernsthaft angreifen und auch keinen deutlichen Vorsprung auf Schalke, Stuttgart oder den HSV aufbauen. Bei den Neuverpflichtungen spielt man inzwischen in einer anderen Liga als noch nach dem Doublegewinn, als man die 5 Mio. Euro für den Klose-Transfer mühsam aus dem Aufsichtsrat herausklopfen musste. Heute kauft man für knapp 9 Mio. Euro Marko Marin und bekommt hinterher zu hören, man würde keine Hochkaräter verpflichten. Tatsache ist auch, dass Werder seit Jahren auf die Verpflichtung &#8220;schwieriger&#8221; Spieler setzt, die hochtalentiert, aber eben nicht etabliert sind. Micoud galt in Italien als Pflegefall, Diego war Reservist in Porto, Ismael war auf keiner seiner vorherigen Stationen wirklich glücklich und über Ailton brauchen wir gar nicht zu reden. Es sollte eigentlich klar sein, dass die Fehlerquote dabei nicht bei Null liegen kann. Ein solcher Transfer kann nach hinten losgehen, wie bei Carlos Alberto oder ein Volltreffer sein, wie bei Mesut Özil. Auch Thomas Schaaf kann nicht mit jedem Spieler klarkommen.</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist jedoch ein schmaler Grat, wenn ein Transfer für Werder am finanziellen Limit liegt und sich der Erfolg nicht einstellen will. Carlos Alberto dient dabei als warnendes Beispiel, das sicher dazu beigetragen hat, dass Werder die 10-Millionen-Grenze bislang nicht überschritten hat. Man müsste für diesen Preis schon eine Erfolgsgarantie mitgeliefert bekommen. Gestandene Nationalspieler bekommt Werder deshalb nur selten, wie im Fall Per Mertesacker. Neben den genannten Risikotransfers bringt Werder auch immer wieder Spieler groß raus, die kein oder kaum Geld gekostet haben. Fabian Ernst zum Beispiel oder Torsten Frings, Tim Borowski, Frank Baumann, Ivan Klasnic und zuletzt Phillip Bargfrede. Es ist ein Balanceakt, diese beiden Bausteine erfolgreich miteinander zu kombinieren. Dies gelingt Werder insgesamt seit Jahren außerordentlich gut. Es reicht jedoch nicht, um den hohen Erwartungen der Fans immer wieder ganz gerecht zu werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Es folgen:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Sommerpause (Teil 2): Die Systemfrage reloaded<br />
Sommerpause (Teil 3): Personalplanung 2011. Wer kommt? Wer geht?</p>
<p><a href="http://www.addtoany.com/add_to/twitter?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2010%2F06%2Fsommerpause-teil-1-der-ganz-normale-wahnsinn.html&amp;linkname=Sommerpause%20%28Teil%201%29%3A%20Der%20ganz%20normale%20Wahnsinn" title="Twitter" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/plugins/add-to-any/icons/twitter.png" width="16" height="16" alt="Twitter"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2010%2F06%2Fsommerpause-teil-1-der-ganz-normale-wahnsinn.html&amp;linkname=Sommerpause%20%28Teil%201%29%3A%20Der%20ganz%20normale%20Wahnsinn" title="Facebook" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/plugins/add-to-any/icons/facebook.png" width="16" height="16" alt="Facebook"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/delicious?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2010%2F06%2Fsommerpause-teil-1-der-ganz-normale-wahnsinn.html&amp;linkname=Sommerpause%20%28Teil%201%29%3A%20Der%20ganz%20normale%20Wahnsinn" title="Delicious" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/plugins/add-to-any/icons/delicious.png" width="16" height="16" alt="Delicious"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/digg?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2010%2F06%2Fsommerpause-teil-1-der-ganz-normale-wahnsinn.html&amp;linkname=Sommerpause%20%28Teil%201%29%3A%20Der%20ganz%20normale%20Wahnsinn" title="Digg" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/plugins/add-to-any/icons/digg.png" width="16" height="16" alt="Digg"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/stumbleupon?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2010%2F06%2Fsommerpause-teil-1-der-ganz-normale-wahnsinn.html&amp;linkname=Sommerpause%20%28Teil%201%29%3A%20Der%20ganz%20normale%20Wahnsinn" title="StumbleUpon" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/plugins/add-to-any/icons/stumbleupon.png" width="16" height="16" alt="StumbleUpon"/></a> <a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2010%2F06%2Fsommerpause-teil-1-der-ganz-normale-wahnsinn.html&amp;linkname=Sommerpause%20%28Teil%201%29%3A%20Der%20ganz%20normale%20Wahnsinn">Share this post</a> </p>]]></content:encoded>
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		<title>Meine Saison (in a nutshell)</title>
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		<pubDate>Mon, 17 May 2010 09:21:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias (Meine Saison)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Götter in Grün-Weiß]]></category>
		<category><![CDATA[Überflüssiges Gedankengut]]></category>
		<category><![CDATA[2009/2010]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[DFB-Pokal]]></category>
		<category><![CDATA[Europa League]]></category>
		<category><![CDATA[Saisonhöhepunkte]]></category>
		<category><![CDATA[Werder Bremen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Saison ist vorbei. Zeit für Rückblicke, Bilanzen, Fazits. Hier ist meine Einschätzung der Saison in Kurzform: Das gefiel mir Die Auswärtsstärke. Die Heimspiele in der Europa League. Das Aufreten im DFB Pokal gegen die Zweitligamannschaften. Claudio Pizarro, der vielleicht beste Stürmer der Werdergeschichte. Mesut Özils Ballbehandlung. Marko Marins Finten. Torsten Frings späte Topform. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die Saison ist vorbei. Zeit für Rückblicke, Bilanzen, Fazits. Hier ist meine Einschätzung der Saison in Kurzform:</p>
<h3 style="text-align: justify;">Das gefiel mir</h3>
<p style="text-align: justify;">Die Auswärtsstärke. Die Heimspiele in der Europa League. Das Aufreten im DFB Pokal gegen die Zweitligamannschaften. Claudio Pizarro, der vielleicht beste Stürmer der Werdergeschichte. Mesut Özils Ballbehandlung. Marko Marins Finten. Torsten Frings späte Topform. Die vielen Last-Minute-Tore. Der André Wiedener Tanz. Thomas Schaafs Taktik gegen Schalke im Mai.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Das gefiel mir nicht</h3>
<p style="text-align: justify;">Die Heimschwäche in der Bundesliga. Die Unkonzentriertheiten in den ersten Halbzeiten. Der Stadionumbau. Die Pfiffe gegen einzelne Spieler. Die BILD-Kampagne gegen Schaaf und Allofs. Daniel Jensens Verletzungspech. Markus Rosenbergs Einstellung. Tim Wieses Frisur (ich hätte nicht gedacht, dass es noch schlimmer kommen könnte). Marins Schwalben. Fans von Treter-Mannschaften, die sich (nur) über Marins Schwalben aufregen. Felix Magaths Taktik gegen uns im Dezember.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Spannend</h3>
<p style="text-align: justify;">Die taktische Variabilität. Vorbei sind die Jahre, in denen Werder immer 4-4-2 mit Raute spielt. Mit Mesut Özil hat man einen Spieler mit Spielmacherqualitäten, der aber keine klassische Nummer 10 ist. Werder hat in dieser Saison vieles ausprobiert und sich zum Saisonende erstmals seit langer Zeit dem Spiel der Gegner angepasst. Die realistische Selbsteinschätzung hat in der Liga Platz 3 gerettet, im Pokal leider nicht geholfen. Dennoch, so variabel habe ich Werder unter Schaaf noch nie gesehen: Ob flaches 4-4-2, 4-2-3-1, 4-4-1-1 oder auch die klassische Werderraute im Mittelfeld &#8211; Werder hat inzwischen alles im Repertoire. Das ist natürlich kein Selbstzweck, mit so vielen außergewöhnlichen Offensivspielern ist die Raute allein nicht mehr ausreichend. Darauf hat man angemessen reagiert.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Langweilig</h3>
<p style="text-align: justify;">Borowski-Bashing. Tim Borowski spielte eine mittelmäßige Hinrunde. Nach seinem überaus schwachen Rückrundenstart verlor er zu Recht seinen Stammplatz im Mittelfeld, zeigte sich aber seit März in aufsteigender Form. Gegen Schalke mit einem starken Comeback als Defensivarbeiter in der Startformation. Daher zu Recht zuletzt wieder von Beginn an. Insgesamt eine etwas enttäuschende Saison. Man darf auch zweifeln, ob er noch mal so stark wird, wie zu seinen besten Zeiten. Dieses stumpfe und undifferenzierte Draufhauen, das sich viele Werderfans angeeignet haben, geht mir aber einfach nur noch auf die Nerven.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Spiel der Saison</h3>
<p style="text-align: justify;">Werder Bremen &#8211; FC Valencia 4:4. Ein unglaubliches Spiel, sowohl was den Spielverlauf als auch was die Tore angeht. Es war ein Abend, an dem alles möglich schien und vieles möglich war. Am Ende schied Werder aus, aber kaum jemand im Stadion dürfte enttäuscht von der Mannschaft gewesen sein. Die Fehlersuche bei dem Spiel ist einfach und ergiebig, aber dies war kein Abend für Taktikfüchse, sondern für Fußballromantiker. Ein Wunder von der Weser ohne Happy End. Für mich das Spiel der Saison.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Spieler der Saison</h3>
<p style="text-align: justify;">Claudio Pizarro. Das schlampige Genie ist erwachsen geworden. Über sein außergewöhnliches Talent wissen wir schon seit Jahren bescheid. Nach seiner Rückkehr wurde er langsam auch zum Führungsspieler. In dieser Saison ging er als gutes Vorbild voran, stellte sich in den Dienst der Mannschaft, arbeitete unglaublich viel mit nach hinten und büßte trotzdem nicht seine Torgefährlichkeit ein. Kann am Ball einfach alles, auch wenn er nicht der schnellste ist. Manchmal noch zu unkonzentriert bei einfachen Torabschlüssen, aber dafür trickreich wie ein Hütchenspieler. Am Ende stehen 28 Saisontore in 40 Spielen. Die Belohnung für eine tolle Saison.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Spieler der Hinrunde</h3>
<p style="text-align: justify;">Mesut Özil. Spielte von August bis November groß auf. Etablierte sich in kürzester Zeit als zentraler offensiver Mittelfeldspieler und sorgte dafür, dass Werder nach Diegos Weggang nicht in ein kreatives Loch fiel. Im Winter fiel er dann aber in ein Loch und brauchte einige Zeit, bis er wieder an seine Hinrundenform anknüpfen konnte. Wirkt bei aller Klasse noch immer etwas fragil. Ein weiteres Jahr bei Werder täte ihm und dem Verein gut.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Spieler der Rückrunde</h3>
<p style="text-align: justify;">Petri Pasanen. Hatte keiner auf dem Zettel. In der Hinrunde zumeist nur als Backup für Sebastian Boenisch auf der Bank. Nach dessen Verletzung kam Abdennour und Pasanen musste weiter warten. Als der Tunesier nicht überzeugen konnte, kam die große Stunde des Routiniers. Spielte einen grundsoliden, abgeklärten Part links in der Viererkette. Hat weder Boenischs Dynamik noch dessen Offensivdrang, doch machte nach hinten sehr wenige Fehler. Der Aufschwung der letzten Monate hatte auch mit seinen starken Leistungen zu tun. Schmerzlich vermisst im Pokalfinale.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Newcomer der Saison</h3>
<p style="text-align: justify;">Ohne jeden Zweifel Philipp Bargfrede. Kam aus der zweiten Mannschaft, überzeugte in der Vorbereitung und ist seit Saisonbeginn ein wichtiger Bestandteil unseres Mittelfelds. Ist in allen Bereichen mindestens solide und ist dazu für sein Alter erstaunlich abgeklärt. Wenn er sich in der neuen Saison weiter steigern kann, wird man Baumann noch weniger vermissen und dazu im Schatten von Frings den neuen Chef im Mittelfeld aufbauen können.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Saisonfazit</h3>
<p style="text-align: justify;">Es war eine gute Saison. Phasenweise spielte Werder so souverän, wie ich es seit der Doublesaison nicht mehr gesehen hatte. Dann der große Einbruch im Winter. Alle Ziele schienen aus den Augen zu geraten. Am Ende stehen in der Bundesliga Platz 3 und die Champions League Qualifikation. Saisonziel erreicht &#8211; wie fast immer mit vielen Höhen und einigen Tiefen. Im DFB Pokal stand man im Finale, dank der einfachen Auslosung diesmal fast eine Pflichtaufgabe. Das Finale gegen die Bayern war ernüchternd. International spielte man eine souveräne Vorrunde und schied dann mit zu vielen Fehlern, viel Kampf und ein wenig Pech gegen Valencia aus. Insgesamt bin ich trotzdem sehr zufrieden.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Ausblick</h3>
<p style="text-align: justify;">So kurz nach Ende einer Saison immer schwierig. Die Voraussetzungen für eine weitere erfolgreiche Saison sind gegeben. Es könnte zum ersten Mal in der jüngere Geschichte ein Sommer ohne einschneidende Veränderungen am Kader werden. Wir haben viele Spieler, die eine gute Entwicklung genommen haben und über weiteres Steigerungspotential verfügen: Özil, Marin, Hunt, Bargfrede, Boenisch. Erfahrenen Leistungsträgern, wie Wiese, Mertesacker, Frings und Pizarro ist allesamt noch eine weitere gute Saison zuzutrauen. Bei erfolgreicher Champions League Qualifikation sollte an den Problemzonen nachgebessert werden: Die Personaldecke bei den Außenverteidigern ist dünn und im Sturm fehlt ein zweiter Topspieler. Ich weiß nicht, ob Almeida das noch werden kann, auch wenn ich es hoffe. Ansonsten reicht es aus, eventuelle Abgänge auszugleichen.</p>
<p style="text-align: justify;">Dann gibt es natürlich auch noch die Konkurrenz, die ebenfalls nachbessern wird. Wie gut wird Schalke im zweiten Jahr unter Magath? Ist Bayern schon am Zenit? Wie oft kann der HSV mit diesem Kader noch am eigenen Unvermögen scheitern? Spielt Stuttgart ausnahmsweise zwei Saisonhälften konstant? Kann Klopp Dortmund zu einem Meisterschaftskandidaten formen? Wird Vizekusen seinem Namen mal wieder gerecht (nur ein Vize-Titel in den letzten 7 Jahren? Come on!)? Und was machen die Neureichen aus Wolfsburg und Hoffenheim? Es wird nicht leicht, bei diesen Mitkonkurrenten wieder einen Platz in den Top 3 zu erreichen.</p>
<p style="text-align: justify;">Vor der abgelaufenen Saison wurde die große Zukunftsfrage gestellt: Rutscht Werder ins Mittelmaß ab oder kann man sich wieder in der Bundesligaspitze etablieren. Das Team hat die Antwort gegeben, wenn auch erst spät. Jetzt hat es sich einen positiven Ausblick auf die kommende Saison verdient. Wir werden nie ein Triple gewinnen, doch wir sind Werder Bremen und uns müsst ihr nächste Saison erstmal schlagen!</p>
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		<title>Finalfieber: Die Schlüsselduelle</title>
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		<pubDate>Thu, 13 May 2010 08:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias (Meine Saison)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Andere Vereine, andere Sitten]]></category>
		<category><![CDATA[Götter in Grün-Weiß]]></category>
		<category><![CDATA[Und wir holen den Pokal...]]></category>
		<category><![CDATA[Von der Trainerbank]]></category>
		<category><![CDATA[Arjen Robben]]></category>
		<category><![CDATA[Bayern München]]></category>
		<category><![CDATA[DFB-Pokal]]></category>
		<category><![CDATA[Finale]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Van Bommel]]></category>
		<category><![CDATA[Mesut Özil]]></category>
		<category><![CDATA[Petri Pasanen]]></category>
		<category><![CDATA[Schlüsselduelle]]></category>
		<category><![CDATA[Taktik]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Torsten Frings]]></category>
		<category><![CDATA[Werder Bremen]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem der Fokus gestern auf den möglichen taktischen Formationen lag, schauen wir uns heute die direkten Duelle der Partie an. Es gibt für mich drei Schlüsselduelle, die im wesentlichen den Ausgang dieses Spiels beeinflussen werden: Petri Pasanen vs. Arjen Robben Die rechte Seite mit Lahm und Robben ist das Prunkstück der Bayern. Robben ist seit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem der Fokus gestern auf den möglichen taktischen Formationen lag, schauen wir uns heute die direkten Duelle der Partie an. Es gibt für mich drei Schlüsselduelle, die im wesentlichen den Ausgang dieses Spiels beeinflussen werden:</p>
<h3>Petri Pasanen vs. Arjen Robben</h3>
<p>Die rechte Seite mit Lahm und Robben ist das Prunkstück der Bayern. Robben ist seit seiner Ankunft zu Saisonbeginn der Star bei den Bayern. Nach ein paar gesundheitlichen Problemen ist er der Mann für die entscheidenden Spielsituationen und hat mit einem grandiosen Solo für den Finaleinzug gegen Schalke gesorgt. Mit 16 Saisontoren war er als nominell rechter Mittelfeldspieler genau so erfolgreich, wie Werders Claudio Pizarro. Robbens Torgefahr geht von seinem starken linken Fuß aus. Er zieht von der Außenbahn nach innen, verwendet dabei fast immer den gleichen Trick, der erstaunlicherweise jedes Mal wieder funktioniert. Beim Torabschluss hat er aus dieser Position alle Möglichkeiten und die nötige Schusstechnik, diese auch auszuschöpfen.</p>
<p>Petri Pasanen ist ein erfahrener, routinierter und abgeklärter Spieler. Er hat es in seinen fünf Jahren bei Werder nicht längerfristig zum Stammspieler geschafft, kommt aufgrund seiner vielseitigen Einsetzbarkeit und Verlässlichkeit jedoch regelmäßig zu seinen Einsätzen. In der Rückrunde kam er nach Boenischs Verletzung und Abdennours Wacklern in die Startformation und spielt seit dem einen soliden Part auf der linken Seite der Viererkette. Pasanen ist kein gelernter linker Verteidiger, ist im Spiel nach vorne limitiert und hat als Rechtsfuß auch wenige Optionen beim flanken. Er ist nicht der schnellste, geht auch deshalb wenige Risiken nach vorne ein und verfügt über ein starkes Stellungsspiel.</p>
<p>Auf dem Papier ist Arjen Robben durch seine Technik und Schnelligkeit in diesem Duell klar überlegen. Pasanen hat jedoch einen wichtigen Vorteil: Als Rechtsfuß fällt es ihm leichter, Robben an seinen Sololäufen in die Mitte zu hindern. Er lässt sich nicht auf Spielereien ein und beschränkt sich auf das Wesentliche. Sicherlich wird Pasanen die von Robben ausgehende Gefahr nicht komplett neutralisieren können, doch wenn er einen guten Tag hat, kann er sie vielleicht so weit eindämmen, dass Robben wesentlich weniger Chancen bekommt, als im letzten Aufeinandertreffen der Mannschaften, wo Robben dem überforderten Abdennour Knoten in die Beine dribbelte.</p>
<h3>Torsten Frings vs. Thomas Müller</h3>
<p>Thomas Müller ist der Shooting-Star der Saison beim Rekordmeister. Er zeigt für einen so jungen Spieler eine ungewöhnliche Abgeklärtheit und nutzt den Platz zwischen Viererkette und Mittelfeld des Gegners clever aus. Er ist weder ein richtiger Stürmer, noch ein Mittelfeldspieler und so für seine Gegenspieler schwer auszurechnen. Im Gegensatz zu Werders jungen Offensivspielern bewegt sich Müller auch bei Ballbesitz des Gegners sehr gut, stellt Passwege zu und setzt die defensiven Mittelfeldspieler unter Druck. Dazu ist er ein guter Vollstrecker, der vor dem Tor die Übersicht behält. Diese außergewöhnliche Kombination hat ihn nicht nur bei den Bayern trotz starker Konkurrenz zum unumstrittenen Stammspieler gemacht, sondern auch zu einem Platz im WM-Kader von Joachim Löw verholfen.</p>
<p>Torsten Frings wurde von vielen schon zum alten Eisen gezählt. Nach einer insgesamt schwachen Vorsaison bekam der Bremer Kapitän seine neue Rolle als Baumann-Nachfolger immer besser in den Griff. Im Winter sortierte ihn Löw endgültig aus dem Kreis der Nationalmannschaft aus und Frings reagierte endlich mit der lange erhofften Leistungssteigerung. In der Schlussphase der Saison erreichte Frings seine Topform und zählt so wieder zu den besten defensiven Mittelfeldspielern der Liga. Mit dem starken Newcomer Bargfrede an seiner Seite prägt er den Spielaufbau seiner Mannschaft und hat auch zum sicheren und überlegten Passspiel zurückgefunden. Daneben machen ihn seine Zweikampfstärke und sein nie enden wollender Kampfgeist für das Team äußerst wertvoll.</p>
<p>In der Grundformation treffen Frings und Müller nicht unmittelbar aufeinander. Zwar wird Frings sicher den einen oder anderen Zweikampf mit Müller suchen, wenn dieser sich zurückfallen lässt, doch in erster Linie werden sie es wohl bei Ballbesitz des Bremer Kapitäns miteinander zu tun bekommen. Frings größte Schwäche ist das schnelle Kombinationsspiel. Er nimmt die Bälle, die von den Innenverteidigern zu ihm geleitet werden, in der Regel erst an, schaut sich um und leitet sie erst dann weiter. Wird er sofort unter Druck gesetzt, geht er schon mal ins Dribbling oder versucht, einen Freistoß herauszuholen. Darunter leidet dann Werders Aufbauspiel. Thomas Müller hat genau hier seine Stärke. Frings ist daher auf seinen Nebenmann Phillipp Bargfrede angewiesen, der ihn entlasten und so die Gefahr durch Müllers frühes Stören abmildern kann.</p>
<h3>Mesut Özil vs. Mark Van Bommel</h3>
<p>Mark Van Bommel gilt bei den gegnerischen Fans vor allem als unfairer Spieler, der gerne mal über die Strenge schlägt. Es lässt sich schwer abstreiten, dass seine Spielweise hart ist und die Grenzen des Fair Plays mitunter überschreitet. Dazu ist er auch sehr geschickt darin, gegnerischen Spielern zu Karten zu &#8220;verhelfen&#8221;. Es wäre jedoch sehr kurz gedacht, ihn auf diese Eigenschaften zu beschränken. Ähnlich wie Frings bei Werder ist Van Bommel ein unermüdlicher Antreiber, der nie aufgibt und seiner Mannschaft als gutes Vorbild voran geht. Mit Schweinsteiger hat er nun wieder einen spielstarken Nebenmann, der seine Mankos in der Offensive überdeckt. In Van Gaals System muss er das Spiel nicht gestalten, sondern die Bälle in erster Linie auf die Außenpositionen verteilen. In der Defensive kommen seine Stärken dagegen voll zum Vorschein. Als Ausputzer vor der Viererkette spielt er seine vielleicht beste Saison bei den Bayern und macht seinen Gegenspielern das Leben schwer.</p>
<p>Mesut Özil trat in der Hinrunde endgültig aus Diegos Schatten. Gemeinsam mit Marin und Hunt machte er den brasilianischen Spielmacher vergessen. Seine brillante Technik und die Fähigkeit, den entscheidenden Pass in die Spitze zu spielen, machten ihn auch zum Hoffnungsträger der Nationalmannschaft. Dazu zeigte er sich auch im Torabschluss verbessert und traf regelmäßig selbst. Im Winter folgte dann jedoch ein Leistungseinbruch, der wahlweise auf sein Privatleben, die andauernden Vertragsverhandlungen oder seine körperliche Fitness geschoben wurde. Thomas Schaaf hielt jedoch an seinem Spiegestalter fest, gönnte ihm einige frühe Auswechslungen und hat so großen Anteil daran, dass Özil nun schon seit einigen Monaten aufsteigende Form zeigt. Zum Saisonende wirkt er wieder so dominant, wie über weite Strecken der Hinrunde und könnte im Pokalfinale wieder zum entscheidenden Mann werden.</p>
<p>Özil lässt sich noch zu leicht die Spielfreude nehmen, wenn seine Gegenspieler ihm wenig Freiräume lassen und er kaum Ballbesitz hat. Gegen Schalke zeigte er jedoch, dass er dazugelernt hat und auch auf seine Chance warten kann, ohne das nötige Selbstvertrauen zu verlieren. Die hängenden Schultern, die seine Resignation signalisieren, sind seltener geworden. Gegen die Bayern könnte er den nächsten Schritt in diese Richtung machen. Der Defensivverbund aus Van Bommel und Schweinsteiger ist der beste der Liga und wird ihm alles abverlangen. Besonders der Niederländer wird ihn mit allen legalen und halblegalen Mitteln bearbeiten, um ihm die Lust am Fußballspielen zu nehmen. Kann Özil diesem Druck standhalten?</p>
<p>Selbstverständlich gibt es daneben noch weitere Duelle, die das Spiel entscheiden könnten, vor allem, wenn die oben genannten keine klaren Sieger aufweisen. Olic bereitet Mertesacker schon seit Jahren Kopfschmerzen, Pizarro und Almeida sind im Verbund nur schwer zu stoppen und dann gibt es ja auch noch Ribery, der in seinem einzigen Finale sicher groß aufspielen will. Und nicht zuletzt hätten wir dann noch das Torhüterduell: Auf der einen Seite Jogi Löws neue Nummer 3 &#8211; und auf der anderen Seite Jörg Butt&#8230;</p>
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		<title>Der ganz normale Wahnsinn</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Mar 2010 18:02:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias (Meine Saison)</dc:creator>
				<category><![CDATA[BuLi]]></category>
		<category><![CDATA[Die Eu-Europa League]]></category>
		<category><![CDATA[Götter in Grün-Weiß]]></category>
		<category><![CDATA[26. Spieltag]]></category>
		<category><![CDATA[27. Spieltag]]></category>
		<category><![CDATA[Achtelfinale]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Europa League]]></category>
		<category><![CDATA[FC Valencia]]></category>
		<category><![CDATA[SVW]]></category>
		<category><![CDATA[Valencia C.F.]]></category>
		<category><![CDATA[VfL Bochum]]></category>
		<category><![CDATA[Werder Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[Wunder von der Weser]]></category>

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		<description><![CDATA[Valencia C.F. &#8211; Werder Bremen 1:1 1899 Hoffenheim &#8211; Werder Bremen 0:1 Werder Bremen &#8211; Valencia C.F. 4:4 Werder Bremen &#8211; VfL Bochum 3:2 Was haben sich die feinen Herren eigentlich dabei gedacht, als sie am 4. Februar 1899 diesen Wahnsinnsverein gründeten? Schlaflose Nächte, graue Haare, Bluthochdruck, Herzrasen, unkontrolliertes Muskelzucken, Heiserkeit &#8211; ich hätte mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Valencia C.F. &#8211; Werder Bremen 1:1</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>1899 Hoffenheim &#8211; Werder Bremen 0:1<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Werder Bremen &#8211; Valencia C.F. 4:4</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Werder Bremen &#8211; VfL Bochum 3:2</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Was haben sich die feinen Herren eigentlich dabei gedacht, als sie am 4. Februar 1899 diesen Wahnsinnsverein gründeten? Schlaflose Nächte, graue Haare, Bluthochdruck, Herzrasen, unkontrolliertes Muskelzucken, Heiserkeit &#8211; ich hätte mich wirklich vorher über die Nebenwirkungen informieren sollen, bevor ich Werderfan wurde. Was ich in den letzten Tagen durchgemacht habe, lässt sich nur noch mit <em>football in a nutshell</em> beschreieben. Die Nussschale ist dabei das Weserstadion, das mal wieder Zeuge eines Fußballspiels wurde, das nur am entfernt mit diesem Sport verwandt zu sein schien.</p>
<p style="text-align: justify;">Los ging es eine Woche vorher in Valencia. Ein Wahnsinnsspiel. Werder bekommt einen Elfmeter geschenkt und steuert auf ein gutes Auswärtsergebnis zu. Valencia fährt wütende Angriffe, Werder kontert mitunter gefährlich. Dann gibt es eine rote Karte für eine Tätlichkeit abseits der Kameras. In der Folge spielt Werder in Überzahl und Valencia mit der Leidenschaft eines verliebten Teenagers und der Vehemenz eines angriffslustigen Stiers. Die Bremer verlieren die Bälle nach spätestens drei Stationen wieder, bekommen den Ball nur durch hohe Bälle aus der eigenen Hälfte. Die Kontergelegenheiten werden so hilflos hergeschenkt, als wüsste man nicht über die eigenen Defensivschwächen. In dieser Phase servierte man Valencia das Weiterkommen auf dem Silbertablett, doch die Spanier griffen nicht zu. Am Ende kam Werder ohne blaues Auge davon, hatte ein sehr akzeptables 1:1 im Gepäck, das man zuhause verteidigen durfte. &#8220;Verteidigen&#8221; &#8211; man hätte es da schon wissen müssen.</p>
<p style="text-align: justify;">Am Wochenende zwischen Valencia spielte Werder gegen die ebenfalls 1899 gegründete, aber erst ein Jahrhundert später entdeckte TSG Hoffenheim. Eigentlich konnte man es sich nicht leisten, hier Kräfte zu schonen und Punkte herzuschenken. Ersteres tat man trotzdem, während man letzteres vermeiden konnte. Ein biederes, von Taktik geprägtes Spiel. Völlig untypisch für Werder. Es erinnerte ein wenig an die letzte Rückrunde, als man diese Spiele ähnlich anging, dann aber meistens nichts entgegenzusetzen hatte, wenn der Gegner ernst machte. Zum Glück machte Hoffenheim nicht ernst, spielte nur eine Handvoll Chancen heraus, die allesamt das Ziel verfehlten. So musste Tim Wiese keinen einzigen Schuss abwehren und durfte beobachten, wie Werder es in der Schlussphase besser machte. Claudio Pizarro. Wer sonst?</p>
<p style="text-align: justify;">1:0 gewonnen, beste Auswärtsmannschaft der Liga, nun also volle Konzentration auf Valencia. Musste ja kein Spektakel werden. Auf ein 0:0 durfte man kaum hoffen (&#8220;auf ein 0:0 hoffen&#8221; ist ein Gedankengang, der den meisten Nicht-Werderfans wohl ohnehin völlig fremd sein dürfte), aber vielleicht ein schönes 2:1. Bloß nicht zu viel riskieren am Anfang. Lieber nur mit einem Stürmer auflaufen, Almeida dann als Joker rein und hoffen, dass Frings und Borowski mal ein gutes Spiel zusammen vor der Abwehr abliefern. Und bevor der Gedankengang zu Ende geführt wurde, stand es auch schon 0:1. In den folgenden 20 Minuten suchte ich unser zentrales Mittelfeld vergeblich. Der Raum vor der Abwehr war völlig verwaist, 6 Spieler ständig in des Gegners Hälfte, die anderen 4 formierten sich bei Bedarf zur Viererkette, über deren Wirkungslosigkeit man die Spieler ruhig mal aufklären dürfte, wenn eben jenes besagte defensive Mittelfeld fehlt. Hunt, Marin und Özil sind tolle Spieler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, allerdings auch mit außergewöhnlichen Schwächen. Sobald der Ball nicht mehr in den eigenen Reihen ist, stellen sie den Spielbetrieb komplett ein, folgen Laufwegen, die so beliebig wirken, dass man Angst haben muss, sie könnten sich auf dem Spielfeld verlaufen und den Weg zurück in die Kabine nicht finden. Wie sollen die defensiven Mittelfeldspieler ihren Aufgaben im Spielaufbau nachkommen, wenn sich keiner der genannten genötigt sieht, mal ein paar Sekunden für sie abzusichern? Werder überspielte diese Fehler eine Zeit lang mit guten, aber erfolglosen Angriffen. Sah doch eigentlich ganz gut aus und noch war auch nichts verloren. Und schon stand es 0:2.</p>
<p style="text-align: justify;">Es dauerte nur 20 Minuten bis Schaaf einsehen musste, dass mit dieser Formation heute kein Blumentopf zu gewinnen war. Doch was tun? Bargfrede gesperrt, Niemeyer verletzt und eigentlich auch schon viel zu spät, um defensiv noch etwas zu retten. Nein, der Trainer ging lieber zum totalen Angriff über. Wenn schon untergehen, dann richtig! Lieber 3:6 als 0:3! Almeida kam für den bedienten Borowski, der somit gleich zweimal in diesem Spiel zum Opfer der Bremer Taktik wurde. Es dauerte keine 5 Minuten bis sich der Wechsel im Ergebnis bemerkbar machte und Almeida auf 1:2 verkürzte. Den Chancen nach war dieses Ergebnis schon zu diesem Zeitpunkt ein Hohn, doch das interessierte den Ball nicht, der bekanntermaßen nur dann ins Tor fliegt, wenn von einem der Sportskameraden dorthin befördert wird. Ein wahrer Experte in dieser Disziplin ist David Villa, der von Werder kurz vor dem Pausenbier erneut eingeladen wurde, seine Künste zu präsentieren. Den besten Platz hatte sich Mesut Özil gesichert, der aus nächster Nähe gebannt zuschaute, wie Villa Silvas Hereingabe verwertete. Überhaupt David Silva. Hatte den Bremern niemand erzählt, dass dieser kleine Mann gut mit dem Ball umgehen kann und ihn auch gerne mal seinen Mitspielern in den Lauf passt? Im Nachhinein betrachtet war es keine tolle Idee, ihn da in der Zone zwischen Mittellinie und Strafraum einfach mal machen zu lassen was er wollte. So bändigt man keinen spanischen Nationalspieler.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Bremer Weg schien direkt in den Untergang zu führen. Nach der Pause zeigte Werder jedoch, dass man dorthin wenigstens mit  fliegenden Fahnen <span style="text-decoration: line-through;">reiten</span> laufen wollte. Das Bremer Stehaufmännchen kennen wir aus den entscheidenden Spielen dieser und der letzten Saison zur Genüge. Meistens wurde es belohnt. Viel fehlte dazu auch gegen Valencia nicht. Die zweite Hälfte war eine Orgie des bedingungslosen Angriffsfußballs &#8211; also eine nahtlose Fortsetzung der ersten Hälfte. Auf die 60 Meter in der Mitte des Spielfelds hätte man bei der Verlegung des neuen Rasens vor diesem Spiel getrost verzichten dürfen. Das Resultat waren wieder Torchancen im Minutentakt, doch nun fast nur noch für Werder. Im Gegensatz zur ersten Hälfte belohnte sich Werder dafür. 2:3 durch einen von Frings verwandelten Elfmeter. 3:3 durch eine Bauernfinte von Özil und Marin. Wieder einmal einen doppelten Rückstand aufgeholt, wie schon in der Liga gegen Nürnberg, Wolfsburg, Leverkusen und Stuttgart. Doch erstens reichte das an diesem Tag nicht und zweitens wartete man diesmal nicht bis in die Schlussminuten, sodass Villa aus Abseitsposition einen aus einer Bremer Ecke resultierenden Konter zum 3:4 vollenden durfte. Das durfte doch nicht wahr sein! Da hatten sich Valencias Spieler ab der 46. Minute darauf beschränkt, den Ball möglichst lange aus dem Spiel zu halten und nun das. Das war so ungerecht, so&#8230; typisch Werder!</p>
<p style="text-align: justify;">Wer zuhause vier Tore kassiert, kann einfach nicht weiterkommen. Das geht eben nicht! Doch Werder weigerte sich beharrlich, diese bittere Wahrheit einzusehen. Die Einstellung dieser Mannschaft ist schon Wahnsinn. Was man in der Rückwärtsbewegung nicht an Metern zu laufen bereit ist, macht man in der Vorwärtsbewegung um das Dreifache wieder gut. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Sollen doch die anderen den starren Regeln der Fußballlehre folgen, wir machen lieber Spektakel. Allen voran Marko Marin, der in dieser Rückrunde der bessere Özil ist und immer effektiver wird. Unglaublich, was der Junge am Ball alles kann! Unermüdlich kurbelte er Werders Angriffe an, verlor kaum Bälle, obwohl er volles Risiko ging. Es zahlt sich nun aus, dass Schaaf ihn in der Hinrunde behutsam aufbaute und ihn selten länger als 70 Minuten spielen ließ. Bei Mesut Özil ist das Gegenteil der Fall. Ihm muss man einfach zugestehen, dass er seit 1 1/2 Jahren quasi ohne Pause in drei Wettbewerben plus A- und U21-Nationalmannschaft spielt und momentan kräftemäßig nicht mehr drin ist. Sonst wäre er womöglich der Spieler gewesen, der nach Pizarros erneutem Ausgleich den Unterschied ausgemacht hätte. Verzwiefelt rannte Werder an, den unerschütterlichen Glauben an das Fußballwunder im Gepäck. Das erlösende 5:4 wollte gegen die spanischen Bodenturner aber einfach nicht gelingen. So schied diese Mannschaft, die sich bis in die 5. Minute der Nachspielzeit nicht mit ihrem Schicksal abfinden wollte, aus dem Wettbewerb aus und ließ trotzdem ein Stadion voller stolzer und glücklicher Menschen zurück.</p>
<p style="text-align: justify;">Dieses Spiel will erstmal verdaut werden. Offensiv ist das europäische Spitzenklasse, defensiv Amateurklasse, doch diese beiden Tatsachen lassen sich nicht trennen, sie bedingen einander. Und auf Dauer gesehen verzichtet man als Fan (als Spieler sowieso) lieber auf einen Teil des Spektakels, wenn man dafür nicht immer wieder aussichtslosen Rückständen hinterher laufen muss. Die Mannschaft hat sich Respekt verdient, die Fans in Ekstase versetzt und  für einen weiteren besonderen Abend im Weserstadion gesorgt. Doch obwohl ich wirklich stolz auf diese Mannschaft bin, die mit besserer Chancenverwertung auch 5-8 Tore hätte schießen können, würde ich doch gegen ein langweiliges 0:0 und das damit verbundene Weiterkommen tauschen. Zwei Herzen schlagen uswusf.</p>
<p style="text-align: justify;">Es dauerte nur zwei Tage, bis Werder demonstrierte, dass man wenig bis gar nichts aus dem Spiel gegen Valencia gelernt hatte und ich einsehen musste, dass mir das eigentlich ganz recht ist. Mit einer stark veränderten Mannschaft spielte Werder 45 Minuten lang Fußball zum Abgewöhnen. Der VfL Bochum war zu Gast und war nicht gewillt, den Bremern Spalier zu stehen. Prokoph nutzte eine der vielen Unachtsamkeiten in der Defensive zu einem perfekt getimeten Pass auf Werderschreck Sestak, der Wiese keine Chance ließ und das 0:1 erzielte. Eingeladen hatten zu diesem Pass Naldo und Prödl, die so schlecht sortiert standen, dass Prokoph den sich bietenden Raum einfach nutzen musste. Hinten also alles wie gewohnt. Nach vorne ging ohne Özil, Hunt und Pizarro wenig bis gar nichts. Rosenberg ist momentan einer der schlechtesten Stürmer der Bundesliga und tat auch gestern wieder einiges dafür, diesen Ruf zu untermauern. Es tut mir wirklich Leid für ihn, denn eigentlich kann er es ja viel besser, aber bei Werder hat er nun genügend Chancen verstreichen lassen und sollte zum Saisonende woanders sein Glück suchen. Auch sonst lief wenig zusammen und so gab es zur Halbzeit Pfiffe, wo die Fans zwei Tage zuvor noch elektrisiert waren.</p>
<p style="text-align: justify;">Es war die zweite Halbzeit in der Werder dann endlich sein ganzes Repertoire zeigte. Naldo mit hohem Ball in den Strafraum, den Pizarro volley so sicher vollstreckte, wie er es bei hundertprozentigen Einschussmöglichkeiten nur selten vermag. Dann das obligatorische Einreißen des Erreichten mit dem Hintern, als man einen Konter der Bochumer in drei Zweikämpfen nicht entscheidend behindern konnte und Dedic frei vor Wiese die erneute Führung erzielte. Wir kennen das: 0:1 und 1:2 gegen Wolfsburg und Leverkusen hinten, 0:2 gegen Nürnberg und Stuttgart hinten und jedesmal am Ende noch 2:2 gespielt. Diesmal dauerte es nur zwei Minuten, bis Werder den Fehler ausbügelte. Marin mit einer großartigen Einzelaktion. Perfektes Timing, technisch eine Augenweide und endlich auch mit dem unbedingten Zug zum Tor. Wieder mal 2:2. Und diesmal sollte es endlich auch gelingen, mehr als einen Punkt aus so einem Spiel mitzunehmen. &#8220;Joker&#8221; Torsten Frings, der für den stark blutendenen Tim Borowski spät ins Spiel gekommen war, fasste sich ein Herz, knallte den Ball aus 30 Metern volley aufs Tor und profitierte von einem Bochumer Abwehrspieler, der den Schuss unhaltbar ins eigene Tor abfälschte. Richtigerweise spielte Werder die Führung dann nicht souverän über die Zeit, sondern gab Tim Wiese noch zwei Gelegenheiten, sich in höchster Not auszuzeichnen. Am Ende war es Rückkehrer Sebastian Boenisch, der den letzten Bochumer Angriff auf der Torlinie abblockte und Werder den Sieg rettete.</p>
<p style="text-align: justify;">So schön diese unwahrscheinlichen Comebacks auch sind, so sehr sie einen an diesen Verein fesseln und so wenig ich mit dem erfolgreichen 1:0-Fußball der Schalker tauschen möchte &#8211; würde man einfach auf die katastrophalen Aussetzer verzichten, stünde Werder nun im Viertelfinale der Europa League und wäre auch in der Bundesliga noch im Kampf um die Meisterschaft vertreten. Aber man kann eben nicht alles haben. Und so bleibt das bekannte Gefühl, dieses Mittelding aus Ärger und Freude über unseren so außergewöhnlichen Verein, der mit unseren Gefühlen in einem Spiel mehr Karussel fährt, als andere Vereine mit denen ihrer Fans in einer ganzen Saison. Und mit etwas Distanz betrachtet könnte genau dies der Grund dafür sein, dass es so unglaublich geil ist, ein Werderfan zu sein.</p>
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		<title>Europa League, 1/16-Finale: Der heimliche Spielmacher</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 12:30:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias (Meine Saison)</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Twente Enschede &#8211; Werder Bremen 1:0 Werder Bremen &#8211; Twente Enschede 4:1 Als Werderfan kann man heute wirklich zufrieden sein. Aus der schwierigen Ausgangsposition, mit zwei Toren Vorsprung gewinnen zu müssen, hat sich Werder souverän ins Achtelfinale geballert und  dabei über weite Strecken richtig guten Fußball gespielt. Wie schon im Hinspiel vor einer Woche gehörte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Twente Enschede &#8211; Werder Bremen 1:0<br />
Werder Bremen &#8211; Twente Enschede 4:1</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Als Werderfan kann man heute wirklich zufrieden sein. Aus der schwierigen Ausgangsposition, mit zwei Toren Vorsprung gewinnen zu müssen, hat sich Werder souverän ins Achtelfinale geballert und  dabei über weite Strecken richtig guten Fußball gespielt. Wie schon im Hinspiel vor einer Woche gehörte die erste halbe Stunde des Spiels Werder. Wie im Hinspiel erzielte Enschede dann wie aus dem Nichts ein Tor. Anders als vor einer Woche hatte Werder zu diesem Zeitpunkt aber schon die eigenen Chancen genutzt und mit 3:0 in Führung gelegen. Am Ende kam ein 4:2 Gesamtergebnis heraus, das nach den gezeigten Leistungen über 180 Minuten so in Ordnung geht. Twente hatte insgesamt nur eine Halbzeit lang Oberwasser gegen Bremen, verpasste es dort jedoch, eine noch bessere Ausgangssituation für das Rückspiel herauszuholen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die hätte es gestern Abend gebraucht, um gegen eine sehr konzentrierte und kombinationsfreudige Bremer Mannschaft etwas zu holen. Der Knackpunkt für Enschede war sicherlich die vergebene Chance durch Parker, bei der Vander seine &#8211; von vielen im Stadion unbemerkte &#8211; beste Aktion hatte, und dem folgenden Tor durch Claudio Pizarro. Vander war sehr lange stehen geblieben, gab Parker dadurch nicht die einfache Option, ihn auszugucken und dann einzuschieben. Dass der Schuss  nur an den Außenpfosten ging war dann natürlich auch Glückssache. Dennoch eine (sehr, sehr seltene!) Situation, in der ich ganz froh war, nicht den mit Messer zwischen den Zähnen heranrauschenden Tim Wiese im Kasten zu haben. Im Gegenzug dann Abdennour mit seiner besten Szene, einem gewonnenen Tackling im Mittelfeld und Özils Pass auf Pizarro, der sein bereits zwölftes Tor im zehnten Europa League Spiel erzielte. Danach war die Messe gelesen, ein Aufbäumen Twentes fand nicht mehr statt, obwohl Werder nicht mehr voll konzentriert wirkte.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei Özils Auswechslung nur verhaltener Beifall, obwohl er eine gute Leistung gezeigt hatte und an allen Toren beteiligt war. Es läuft noch längst nicht alles rund bei ihm, aber die Formkurve zeigt seit dem Spiel gegen Leverkusen wieder nach oben. Möglicherweise einer der Gründe: Özil musste gestern nicht Spielmacher und Vollstrecker zugleich sein. Die Umstellung mit Almeida und Pizarro gemeinsam im Angriff &#8211; zum ersten Mal in dieser Saison von Beginn an &#8211; machte sich deutlich bemerkbar. Während Marin und Özil mehr die Außenbahnen beackerten, ließ sich Pizarro (wie auch schon in der zweiten Halbzeit gegen Hoffenheim) häufig  gute zehn Meter hinter Almeida fallen und beteiligte sich am Spielaufbau. Eigentlich keine Besonderheit, doch gestern hatte er mit Almeida noch einen wirklichen Stürmer vor sich, der a) auch hoch anspielbar war und b) die Bälle wiederum für Pizarro ablegen konnte &#8211; eine Aufgabe die Pizarro zuvor in Personalunion schlecht selbst bewerkstelligen konnte. Trotzdem kann man seine Leistung gar nicht hoch genug bewerten. Großartiges Spielverständnis, gutes Auge, technisch ohnehin klasse. Die Lücke zwischen den defensiv überzeugenden, aber im Aufbauspiel verbesserungswürdigen Frings und Niemeyer und den kleinen Wirblern füllte er blenden aus. Es war, als hätte Werder endlich das fehlende Puzzlestück gefunden. Dazu nutzte Pizarro diesmal auch seine Chancen.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach einem zwar konzentrierten, aber etwas zähen Start war es Torsten Frings Pass, der das 1:0 einleitete. In dieser Situation hatte er am schnellsten gedacht, war den Niederländern um einen Schritt voraus und Werder brauchte es über die Stationen Özil, Almeida und Pizarro &#8220;nur&#8221; noch sauber zuende spielen. Almeidas punktgenaue Hereingabe ist dabei sicherlich ebenfalls hervorzuheben. Danach spielte sich Werder in einen Rausch und die Gäste fanden eine Viertelstunde lang keinen Weg, dem etwas entgegenzusetzen. Werder belohnte sich mit zwei weiteren Toren. Pizarro und Naldo behielten vor ihren jeweiligen Treffern die Nerven und schlossen überlegt ab. Gibt es einen anderen Innenverteidiger in Europa, der auf so viele unterschiedliche Weisen torgefährlich ist, wie Naldo? Kopfbälle, Freistöße und nun im Stile eines abgezockten Klassestürmers den Torwart verladen. Dazu in der Defensive oft im richtigen Moment aus der Viererkette gelöst und dadurch das Angriffsspiel unterbunden. Gerne hätte ich das bei seinem Nebenmann Mertesacker in den beiden Spielen zuvor gegen Janssen und Kroos auch gesehen! Mertesacker war auch gestern für mich neben dem übermotivierten Abdennour der einzige, mit dessen Leistung ich nicht ganz einverstanden war. Er war mit einer Grippe ins Spiel gegangen, was einerseits eine gute Entschuldigung, andererseits natürlich auch ziemlich leichtsinnig ist. Eine wirklich schlechte Leistung war es allerdings auch von ihm nicht. In der Spieleröffnung konnte er Pluspunkte sammeln. Mit Stürmer de Jong hatte er jedoch einige Probleme, weil dieser mit viel Körper- und Armeinsatz in die Luftzweikämpfe ging und sich so erstaunlich gut behaupten konnte.</p>
<p style="text-align: justify;">Es war sicherlich noch nicht alles Gold, was da gestern im Weserstadion schon wieder sehr ansehnlich glänzte, aber es war eindeutig die beste Mannschaftsleistung des Jahres und ein Fingerzeig, wozu diese Mannschaft in der Saison noch fähig sein könnte. Das Comeback von Bargfrede macht zusätzlich Hoffnung. Thomas Schaaf steht nun jedoch vor dem Problem, über drei sehr gute offensive Mittelfeldspieler zu verfügen, die wunderbar harmonieren, nicht jedoch mit dem Zweiersturm Pizarro/Almeida zusammen aufgestellt werden können. Wäre Frings doch nur vier Jahre jünger! So dürfte es in den nächsten Spielen, in denen es nicht von der ersten Minute an einen Rückstand aufzuholen gilt, wieder auf die bekannte Formation hinauslaufen, mit Almeida als Backup für die Sturm- und Drangphase in den letzten dreißig Minuten. Alternativ könnte man natürlich auch einen der drei zuvor genannten auf der Bank lassen, am ehesten wohl Marin, der dann in der Schlussphase dem erschöpften Gegner Knoten in die Beine dribbelt. Nun geht es mit nur einem Tag Pause zum Auswärtsspiel nach Mainz. Eine ohnehin schwierige Aufgabe, bei der Werders Fitness und/oder Reservebank auf eine harte Probe gestellt werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein paar Randnotizen aus dem Stadion: Viertes Heimspiel in der Europa League, zum vierten Mal live vor Ort, vierter Sieg. Die Sicht vom VIP-Rang ist phänomenal, die Stimmung nicht so ganz. Genörgel über Özil allerorten und nur wenig Interesse fürs oder gar Verständnis vom Spiel. Ein wenig deplatziert fühle ich mich dort schon, auch wenn es vor dem Fernseher mit einer Tüte <span style="text-decoration: line-through;">Chips</span> TrailMix kaum weniger spießig ist. Dafür immer wieder Begegnungen mit altgedienten Werderspielern (diesmal Mirko Votava). Vor dem Stadion wäre ich dann fast noch von Aaron Hunt über den Haufen gerannt worden, der es wohl sehr eilig hatte, zu seinem Auto zu kommen. Gut so, Aaron, diesen Einsatz will ich von dir in den nächsten vier Jahren bei Werder weiterhin sehen!</p>
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		<title>22. Spieltag: Nun ja&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 08:41:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias (Meine Saison)</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hannover 96 &#8211; Werder Bremen 1:5 Nun ja, was soll man da groß schreiben? In Hannover trafen sich am Samstag um 15:30 zwei Mannschaften zum Fußballspielen. Eine davon setzte das Vorhaben in die Tat um, die andere hörte nach 10 Minuten schon wieder damit auf. Einen so schwachen Gegner, wie ihn Hannover 96 in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Hannover 96 &#8211; Werder Bremen 1:5</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nun ja, was soll man da groß schreiben? In Hannover trafen sich am Samstag um 15:30 zwei Mannschaften zum Fußballspielen. Eine davon setzte das Vorhaben in die Tat um, die andere hörte nach 10 Minuten schon wieder damit auf. Einen so schwachen Gegner, wie ihn Hannover 96 in der ersten Halbzeit abgab, habe ich in der Bundesliga noch nicht gesehen. Das war ja gar nichts! Müßig daher, Werders Leistung im Detail bewerten zu wollen.</p>
<p style="text-align: justify;">Hannover ist seit langer Zeit der Lieblings-Sparringspartner unserer Mannschaft, hatte schon vor dem Spiel gegen keinen anderen Gegner so viele Gegentore in der heimischen AWD-Arena kassiert, wie gegen Werder. Die Grün-Weißen taten am Samstag genug dafür, dass es noch eine Weile so bleiben wird. Bei einem 5:1 kann und will ich nicht viel kritisieren, das ist Aufgabe des Trainers. Es dürfte klar sein, dass in den nächsten Spielen gegen Enschede und Leverkusen andere Kaliber warten. Die verbleibenden Probleme der Mannschaft sind ebenfalls bekannt: Özils Formschwäche (der immerhin gegen Hannover wieder gute Standards ausführte) sowie die gelegentliche Indisponiertheit der Viererkette. Das zentrale Mittelfeld gefällt mir mit Frings und Niemeyer wieder richtig gut. Man darf eines nicht vergessen, wenn man Frings mit Baumann vergleicht: Baumann hatte fast immer einen richtig guten, zweikampfstarken und ballsicheren Nebenmann (erst Ernst, dann Frings). Den hatte Frings in der Hinrunde über weite Strecken in Bargfrede, während der &#8220;Krise&#8221; jedoch aus verschiedenen Gründen nicht. Nun hat er mit Niemeyer wieder die nötige Unterstützung und schon läuft es wesentlich besser. Es gibt eigentlich keinen Grund, an dieser Aufstellung etwas zu ändern, auch wenn ich grundsätzlich ein System mit zwei Stürmern bevorzuge (Pizarro und Almeida standen in dieser Saison noch nicht einmal gemeinsam in der Startelf). &#8220;Party-Peter&#8221; wünsche ich jedenfalls ein richtig gutes Spiel am Donnerstag bei seinem Ex-Verein!</p>
<p style="text-align: justify;">Ein paar Gedanken noch zu Naldo: Er wird mir (außerhalb der grün-weißen Vereinsbrillensicht) insgesamt zu schlecht beurteilt. Teilweise ist die Kritik an ihm berechtigt: Sein Stellungsspiel ist nicht immer erstklassig, seine Spielweise ist manchmal zu lässig und er hatte auch eine Phase, in der er völlig neben sich stand. Da hört es dann aber auch schon auf. Naldo gehört zu den zweikampfstärksten Spielern der Bundesliga, ist mit seiner Größe und seinem Timing beim Kopfball Fels in der Brandung im eigenen Strafraum und schaltet sich dazu mit seiner Torgefährlichkeit regelmäßig in die Offensive ein. Über 12 Tore in 31 Pflichtspielen wäre so mancher deutsche Nationalstürmer mehr als glücklich (genau genommen wäre so mancher deutsche Nationalstürmer schon froh über 31 Pflichtspiele&#8230;)! Naldo bügelt seine gelegentlichen Schnitzer in der Defensive also mehr als aus. Es mag nun Leute geben, denen ein Weltklasseverteidiger ohne jegliche Torgefahr trotzdem lieber ist. Fair enough, aber bei der Bewertung des Spielers Naldo sollte man trotzdem nie dessen Torgefahr außen vor lassen.</p>
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		<title>Werder muss gewonn!</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 21:26:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias (Meine Saison)</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Samstag steigt im Bremer Weserstadion der sogenannte &#8220;Nord-Süd-Schlager&#8221; und er steigt unter ungewöhnlichen Voraussetzungen. Normalerweise sind wir es von den Bayern gewohnt, dass reichlich Nebengeräusche in den Medien mitklingen, bevor ein solches Spiel stattfindet und vor gar nicht langer Zeit wäre es auch noch so gewesen: Im November 2009 verzauberte Werder die Liga und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Am Samstag steigt im Bremer Weserstadion der sogenannte &#8220;Nord-Süd-Schlager&#8221; und er steigt unter ungewöhnlichen Voraussetzungen. Normalerweise sind wir es von den Bayern gewohnt, dass reichlich Nebengeräusche in den Medien mitklingen, bevor ein solches Spiel stattfindet und vor gar nicht langer Zeit wäre es auch noch so gewesen: Im November 2009 verzauberte Werder die Liga und beim Rekordmeister stand Trainer Louis Van Gaal mächtig in der Kritik. Dieser Tage stehen die Bayern zwar noch immer nicht da, wo sie hinwollen, doch sie haben eine &#8211; aus Bremer Sicht zwar kurze, aber dennoch beeindruckende &#8211; Siegesserie hingelegt. Es waren zwar bis auf Juventus Turin (an jenem Abend grottenschlecht) und mit Abstrichen Hoffenheim keine wirklich starken Gegner dabei, aber trotzdem sind die Münchner beständig in der Tabelle nach oben geklettert. Dazu kommt mit Ribery der Star der vergangenen beiden Jahre zurück in den Kader. Muss Werder Angst und Bange werden?</p>
<p style="text-align: justify;">Vielleicht, doch das liegt nicht in erster Linie an der Stärke der Bayern, die erst noch beweisen müssen, dass sie wirklich schon so gut sind, wie sie momentan in jedes sich bietende Mikrofon diktieren. Werder muss vor allem Angst vor sich selbst haben. Angst vor dem Schlendrian, der in den letzten beiden Monaten in die Mannschaft Einzug erhalten hat und aus dem Titelaspiranten eine ziemlich biedere Durchschnittsmannschaft machte. Angst davor, dass sich das Theater um Mesut Özil in den Medien noch weiter verselbständigt und jede schlechte Leistung des Nationalspielers mit dessen Vertragspoker in Verbindung bringt. Angst vor der Abhängigkeit von Claudio Pizarro, der im Angriff weiterhin unersetzlich ist und selbst mit einer deutlich sichtbaren Verletzung besser spielt als seine Ersatzleute. Angst vor den alten Fehlern in der Abwehr, wo die mannschaftliche Geschlossenheit inzwischen ebenso fehlt wie in der Offensive. Angst vor einer erneuten Saison im Mittelmaß der Liga, die nur mit viel Willen und Glück erneut durch Erfolge in den Pokalwettbewerben wettgemacht werden könnte.</p>
<p style="text-align: justify;">All das kann die Mannschaft auf dem Platz lähmen oder zu einer Höchstleistung gegen die Bayern anspornen. Vielleicht spielt es auch gar keine große Rolle, doch je nach Ergebnis wird es entsprechend interpretiert. Das trägt natürlich immer mehr dazu bei, dass sich die Prophezeiung selbst erfüllt. Herr Özil, wie sehr belastet sie die aktuelle Situation? Herr Frings, haben sie die Nichtnominierung durch den Bundestrainer verarbeitet? Natürlich machen sich die Spieler erst Recht darüber Gedanken, wenn sie zwölf mal am Tag danach gefragt werden. Objektiv gesehen könnte Özils Situation kaum besser sein, er hat schließlich viele Optionen für seine Zukunft, von denen keine ganz schlecht sein wird. Auch Torsten Frings dürfte die Ausbootung durch Joachim Löw eher als zusätzlichen Ansporn sehen, denn sein langsamer Abschied aus der Nationalelf hatte sich über 18 Monate mehr als nur angedeutet. Thomas Schaaf hat die Mannschaft den Spielern zufolge unter der Woche hart rangenommen. Nun wird es Zeit, auch den Gegner mal wieder hart ranzunehmen und damit meine ich keinesfalls eine unfaire Spielweise.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Hinrunde hat Werder im Spiel gegen die Bayern den ersten Schritt zur langen Serie ohne Niederlage getan. Es sah damals noch sehr nach harter Arbeit aus und längst nicht so leichtfüßig, wie die Spiele im Herbst. Will man in der Rückrunde wieder zu dieser Leichtigkeit und dem tollen Angriffsfußball zurückkehren, muss zuerst die harte Arbeit erledigt werden. Es geht nur auf diese Weise, das weiß Thomas Schaaf und das wissen inzwischen auch die Spieler. Ob sie es umsetzen können bleibt abzuwarten. Die Voraussetzungen sind gar nicht so schlecht, wie man denken könnte: Es soll schneien, Werder ist in der Außenseiterrolle und unser Lieblingsmaskottchen <a href="http://www.radiobremen.de/bremenvier/media/player.php?cache=1264108511&amp;datei_id=023735" target="_blank">Ailton ist im Stadion</a>. Musse mache gut Spiel un Feue mache mit Mannschaft! Ach, Toni&#8230;</p>
<p><a href="http://www.addtoany.com/add_to/twitter?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2010%2F01%2Fwerder-muss-gewonn.html&amp;linkname=Werder%20muss%20gewonn%21" title="Twitter" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/plugins/add-to-any/icons/twitter.png" width="16" height="16" alt="Twitter"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2010%2F01%2Fwerder-muss-gewonn.html&amp;linkname=Werder%20muss%20gewonn%21" title="Facebook" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/plugins/add-to-any/icons/facebook.png" width="16" height="16" alt="Facebook"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/delicious?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2010%2F01%2Fwerder-muss-gewonn.html&amp;linkname=Werder%20muss%20gewonn%21" title="Delicious" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/plugins/add-to-any/icons/delicious.png" width="16" height="16" alt="Delicious"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/digg?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2010%2F01%2Fwerder-muss-gewonn.html&amp;linkname=Werder%20muss%20gewonn%21" title="Digg" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/plugins/add-to-any/icons/digg.png" width="16" height="16" alt="Digg"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/stumbleupon?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2010%2F01%2Fwerder-muss-gewonn.html&amp;linkname=Werder%20muss%20gewonn%21" title="StumbleUpon" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://meinesaison.tobiassinger.com/wp-content/plugins/add-to-any/icons/stumbleupon.png" width="16" height="16" alt="StumbleUpon"/></a> <a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save?linkurl=http%3A%2F%2Fmeinesaison.tobiassinger.com%2F2010%2F01%2Fwerder-muss-gewonn.html&amp;linkname=Werder%20muss%20gewonn%21">Share this post</a> </p>]]></content:encoded>
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		<title>Jahre voller Lust (Teil 3)</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 08:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias (Meine Saison)</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Jahr 2010 ist da – die Nuller Jahre sind vorbei. Ein Jahrzehnt, das aus der grauen Fußballmaus Werder Bremen einen regelmäßigen Champions League-Teilnehmer machte. Ich habe mir aus jedem Jahr ein besonderes Spiel herausgepickt und paar Zeilen dazu geschrieben. So ist ein sehr persönlicher Rückblick auf die Dekade entstanden, den ich nun in drei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><em>Das Jahr 2010 ist da – die Nuller Jahre sind vorbei. Ein Jahrzehnt, das aus der grauen Fußballmaus Werder Bremen einen regelmäßigen Champions League-Teilnehmer machte. Ich habe mir aus jedem Jahr ein besonderes Spiel herausgepickt und paar Zeilen dazu geschrieben. So ist ein sehr persönlicher Rückblick auf die Dekade entstanden, den ich nun in drei Teilen hier im Blog veröffentlichen werde. Heute gibt es den dritten und letzten Teil.</em></p>
<h3 style="text-align: justify;">28.11.2007: Werder Bremen &#8211; Real Madrid 3:2</h3>
<p></p>
<p style="text-align: justify;">
Der Sprung von Spiel gegen Juventus zum Spiel gegen Real Madrid ist groß. 21 Monate liegen zwischen den beiden Partien, in denen es für Werder viele aufregende, aber auch manche ärgerliche Ereignisse gibt. Der Herbstmeisterschaft 2006 folgen zunächste herbe Enttäuschungen: Wie schon in der Hinrunde verliert man gegen Schalke und den späteren Meister VfB Stuttgart. Als dann auch noch das Heimspiel gegen den HSV verloren geht, scheint der Meisterschaftszug abgefahren, doch weil den Schalkern zum Ende hin die Puste ausgeht, kann sich Werder mit einer Siegesserie wieder herankämpfen. Auch international sieht es gut aus: Nach der verpassten Qualifikation der KO-Runde der Champions League erreicht man im UEFA-Cup das Halbfinale. Gegen Espanyol Barcelona setzt es im Hinspiel jedoch eine bittere 0:3 Niederlage. Für Aufregung sorgt kurz vor dem Spiel ein nicht mit dem Verein abgestimmtes Treffen zwischen Miroslav Klose und Vertretern von Bayern München. Der ehemalige Publikumsliebling, der zudem seit geraumer Zeit das Tor nicht mehr trifft, wird fortan bei den Fans zum Buhmann. Im Rückspiel sieht er bereits in der Anfangsphase gelb-rot und steigert seine Beliebtheit dadurch nicht gerade. Werder scheidet aus und auch die letzten Chancen auf die Meisterschaft können nicht genutzt werden. Die Niederlagen gegen Bielefeld und Frankfurt werden zum Sinnbild einer Saison, die zwar insgesamt erfolgreich war, doch den hohen Erwartungen aus dem Winter nicht gerecht werden konnte. Dabei hat Werder diese Meisterschaft nicht etwa gegen die kleinen Gegner verloren, sondern in den direkten Duellen gegen Schalke und Stuttgart. Ein Sieg aus den beiden Spielen gegen Stuttgart hätte letztendlich ausgereicht, um die Schale erneut an die Weser zu holen. Um die Auswirkung dieser direkten Duelle zu verdeutlichen: Hätte Werder diese vier Spiele alle gewonnen, statt sie alle zu verlieren, wäre man mit sage und schreibe 14 Punkten Vorsprung Meister geworden, anstatt mit 4 Punkten Rückstand Dritter.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Sommerpause wechselt Klose nach langem Hick-Hack schließlich doch zu den Bayern und ist in Bremen endgültig unten durch. Sein Nachfolger Boubacar Sanogo kommt ohne große Vorschusslorbeeren nach Bremen, doch kann innerhalb kurzer Zeit die Kritiker &#8211; vorerst &#8211; zum Schweigen bringen. Nach einer bitteren 0:4-Heimniederlage gegen Bayern München am 2. Spieltag spielt Werder eine großartige Hinrunde, an deren Ende wieder 36 Punkte auf dem Konto stehen. Nur die schlechtere Tordifferenz gegenüber den Bayern verhindert die erneute Herbstmeisterschaft. Sanogo avanciert in dieser Hinrunde zu Werders Lebensversicherung, erzielt viele wichtige Tore. Es bleibt leider die einzige Phase seiner Werderkarriere, in der er überzeugen kann (vom Intermezzo im vergangenen Sommer abgesehen). Der Star der Mannschaft ist nach Kloses Abgang endgültig der Brasilianer Diego, der sich immer mehr auch in das Blickfeld der europäischen Spitzenclubs spielt. Neben ihm kann Daniel Jensen endlich konstant starke Leistungen abliefern und wird in Abwesenheit der Platzhirsche Frings und Borowski zum Schlüsselspieler im Mittelfeld. Kein Spiel zeigt dies deutlicher, als das Champions League-Match gegen Real Madrid. Ein Blick auf die Aufstellung verdeutlicht die Verletzungsmisere, die sich wie ein roter Faden durch die Hinrunde zieht. Neben dem gesperrten Diego muss Werder gegen Real auf Wiese, Owomoyela, Frings, Borowski, Almeida, Klasnic und nach sechs Minuten auch auf Fritz verzichten. Mit Vander, Vranjes, Tosic und dem nach neunmonatiger Verletzungspause erstmals wieder auflaufenden Hunt gegen das große Real &#8211; kann das gutgehen?</p>
<p style="text-align: justify;">Es kann! Werder liefert, auch gerade angesichts der Personalsituation, eines seiner besten Spiele der Ära Schaaf ab und bezwingt Madrid mit 3:2. Das 2:1 durch Sanogo ist in seiner Entstehung und Vollendung vielleicht das schönste, das Werder in der Champions League je erzielt hat. Die Zuschauer im Stadion sind 90 Minuten lang wie elektrisiert, die Stimmung ist für Bremer Verhältnisse gigantisch. Am Ende steht grenzenloser Jubel und die Hoffnung auf neue europäische Lorbeeren. Doch es kommt anders: Werder versagt in Piräus und muss in der Rückrunde erneut mit dem UEFA-Cup vorlieb nehmen. Neben dem Wirbel um den exzentrischen Neuzugang Carlos Alberto ist dies die größte Enttäuschung dieser Hinrunde. Die Tore des nach zwei Nierentransplantationen wiedergenesenen Ivan Klasnic gegen Bayer Leverkusen sorgen zu Weihnachten jedoch wieder für gute Laune.</p>
<h3 style="text-align: justify;">27.9.2008: Werder Bremen &#8211; 1899 Hoffenheim 5:4</h3>
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Das Jahr 2008 beginnt für Werder, wie so viele der vergangenen Jahre: Mit einer Krise. Man scheidet im Pokal gegen Dortmund aus und verpatzt auch den Auftakt in der Liga gegen Bochum. Binnen kurzer Zeit verspielt Werder alle Meisterschaftschancen. Dazu kommt das unglückliche und vor allem unnötige Ausscheiden aus dem UEFA-Cup gegen die Glasgow Rangers, wo Tim Wiese sein Juve-Flashback erlebt. Im Frühling 2008 scheint sich Werder aus der Spitzengruppe der Liga verabschiedet zu haben und nur ein großer Kraftakt zum Ende der Saison bringt Werder wieder in die Nähe der Champions League Ränge. Dann zeigt die Mannschaft jedoch, dass sie auch die entscheidenden Spiele gewinnen kann. Diese Eigenschaft hat man ihr aufgrund der Ergebnisse in den letzten beiden Jahren schon abgesprochen. Mit Siegen in Hamburg und Leverkusen sichert sich Werder die Herbstmeisterschaft und ist somit erneut für die Champions League qualifiziert.</p>
<p style="text-align: justify;">Die folgende Hinrunde bestätigt jedoch die Eindrücke der ersten Jahreshälfte: Werder fehlt die Balance zwischen Offensive und Defensive. Die Ergebnisse sind folglich sehr schwankend und reichen nicht mehr, um in der Liga oben dran zu bleiben. Werder kassiert viele Gegentore, die eine Bundesligamannschaft eigentlich nicht kassieren darf, weil die Defensive immer wieder weit aufrückt und die Rückwärtsbewegung des gesamten Teams so wirkt, als spiele hier eine Schülermannschaft. Man macht sich das Leben so viel zu schwer und steuert zeitweise einen neuen Vereinsrekord in Sachen Gegentoren an. Zum Glück ist Werders Offensive dank Diego und Rückkehrer Claudio Pizarro stark genug, um einen totalen Absturz zu verhindert. Neben den beiden entwickelt sich der von Schalke verpflichtete Mesut Özil vom Perspektiv- zum Stammspieler. Eine kurze Zeit lang sieht es sogar so aus, als reiche die Offensivpower aus, um wieder ein Wörtchen um die Meisterschaft mitzureden. In München verdirbt Werder den Hausherren kräftig den Oktoberfestauftakt, führt 25 Minuten vor Ende mit 5:0 in der Allianz-Arena. Die Anschlusstreffer des Ex-Bremers Borowski machen dieses Spiel aus Fansicht eher zu einem 7:0, als zum 5:2, das am Ende auf dem Spielberichtsbogen steht.</p>
<p style="text-align: justify;">Das folgende Spiel gegen den späteren Herbstmeister Hoffenheim beginnt ähnlich furios, zeigt dann jedoch das ganze Spektrum des Bremer Spiels 2008. Die fehlende Balance kulminiert in diesem Spiel und sorgt wie das gesamte Jahr für ein Wechselbad der Gefühle auf den Rängen. Nach einer halben Stunde führt Werder mit 4:1 in einem für Bundesligaverhältnisse extrem schnellen Spielen. Die Abwehrreihen beider Mannschaften haben große Probleme und die Schussgenauigkeit beider Mannschaften ist fast schon beängstigend (Hunt! Salihovic!!!). Hoffenheim kann Werder in der zweiten Hälfte immer mehr hinten rein drücken und nach Mertesackers roter Karte und dem Ausgleichstreffer der Badener droht das Spiel vollends zu kippen. Özil entscheidet das Spiel schließlich mit einem Konter gegen den Aufsteiger, der nicht nur wegen seiner tollen Moral von einer unglücklichen Niederlage sprechen darf. Das Spiel ist ein Fest des Angriffsfußballs, bei dem Werder zeigen kann, dass man in dieser Disziplin noch immer nationale Spitze ist.</p>
<h3 style="text-align: justify;">7.5.2009: Hamburger SV &#8211; Werder Bremen 2:3</h3>
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Die erste Hälfte des Jahres 2009 steht für Werder im Zeichen der Pokalwettbewerbe. Im Ligaalltag rennt Werder dem Geschehen weiterhin nur hinterher. Während man im Pokal einen hart erkämpften Auswärtssieg in Dortmund feiern kann, steht man in der Bundesliga nach zwei Niederlagen gegen Bielefeld und Schalke zum Rückrundenauftakt im Niemandsland der Tabelle. In der Folge spult Werder mehr oder weniger ein Pflichtprogramm herunter und konzentriert sich auf die Highlights in den KO-Spielen. Ein erster Höhepunkt des Jahres ist die Partie in Mailand. Werder muss einem äußerst unglücklichen 0:2-Rückstand hinterherlaufen. Dank einer insgesamt sehr starken Leistung schafft man die Überraschung und wirft Milan aus dem Wettbewerb. Im Pokal gelingt ein 5:2-Kantersieg beim heimstarken VfL Wolfsburg. Werder fügt dem späteren Deutschen Meister dabei die einzige Heimniederlage der Saison zu. Es wird immer deutlicher, dass sich Werders Qualitäten in den letzten eineinhalb Jahren verändert haben. Während man früher konstant gut spielte und dann in den entscheidenden Spielen scheiterte, wirkt die Mannschaft nun reifer und erfolgshungriger in den großen Spielen, doch dafür hat man Probleme, konstant gute Leistungen abzuliefern.</p>
<p style="text-align: justify;">Am Ende steht Werder auf einem sehr enttäuschenden zehnten Platz. Es ist erst das zweite Mal seit dem Wiederaufstieg 1981, dass Werder nach dem letzten Spieltag auf einem zweistelligen Tabellenplatz steht. Und wie schon 1999 ist dieser Umstand durch den Gewinn des DFB-Pokals nicht ganz so schwer zu verschmerzen. Der 1:0-Finalsieg gegen Leverkusen ist der krönende Abschluss einer über weite Strecken ärgerlichen Saison. Nach dem verlorenen UEFA-Cup-Finale gegen Donezk ist es eine große Genugtuung, doch noch einen Titelgewinn feiern zu können. Beachtlich an Werders Erfolgen in den Pokalwettbewerben sind auch die Umstände, unter denen sie zustande kommen. Es hat wohl nie widrigere Bedingungen gegeben, unter denen eine Mannschaft sich für zwei Finals qualifiziert hat: Im DFB-Pokal ist Werder die erste Mannschaft, die ohne ein einziges Heimspiel den Titel gewinnt. Im UEFA-Cup muss man die Rückspiele allesamt auswärts austragen, was gemeinhin als Nachteil gilt, und geht trotzdem jeweils als Sieger vom Platz.</p>
<p style="text-align: justify;">Komplettiert wurde das Auf und Ab durch Pokal und Liga durch die vier Spiele gegen den HSV. Wenn es jemals einen klaren Sieger im Duell der beiden Vereine gab, dann dort. Innerhalb von zweieinhalb Wochen trifft Werder in Pokal, UEFA-Cup und Liga auf den Nordrivalen und kann sich in diesen Duellen eindrucksvoll durchsetzen. Man spielt die Hamburger nicht etwa an die Wand, doch legt einen Siegeswillen an den Tag, der kaum zu bändigen ist. Im Pokal wird Tim Wiese zum Helden, indem er drei Elfmeter hält und Werder damit das Ticket nach Berlin sichert. Im UEFA-Cup macht Werder eine 0:1-Heimniederlage und einen 0:1-Rückstand im Rückspiel wett und erkämpft sich auch hier die Finalteilnahme. In der Liga düpiert man den HSV schließlich vollends und zerstört dessen letzte Hoffnungen auf die Meisterschaft. Es ist eine Seelenmassage in vierfacher Ausfertigung, die für vieles, aber nicht alles entschädigt. Im Dezember spielt man erneut in Hamburg und verliert mit 1:2. Von „Revanche“ sprechen indes nicht einmal die Hamburger. Wir haben die bizarre Situation, dass Werder in den letzten 14 Monaten von 6 Spielen gegen den HSV nur zwei gewonnen und drei verloren hat und doch immer noch als Gewinner dasteht. Schöner, verrückter Fußball.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Sommer verlässt Diego Bremen in Richtung Turin. Ohne ihn ist Werder nur die Hälfte wert, da sind sich die Beobachter einig. Nicht nur die Niederlage in Istanbul hat gezeigt, dass Werder ohne seinen kreativen Kopf keine Spitzenmannschaft ist. Dazu beendet der langjährige Kapitän Frank Baumann seine Karriere. Im Sommer 2009 scheint trotz prominenter Neuzugänge wie Marko Marin, Tim Borowski und Marcelo Moreno unklar, ob Werder an die Erfolge anknüpfen kann. Es folgt erneut eine turbulente Hinrunde, in der Werder von 28 Spielen nur drei verliert, zwischenzeitlich Lobeshymnen einheimst und am Ende trotzdem nicht ganz zufrieden sein kann.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie geht es nun weiter? Wird ein Rückblick in 10 Jahren wieder so erfreulich sein? Ich bin gespannt und freue mich auf eine spannende und hoffentlich auch erfreuliche Rückrunde.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lebenslang Grün-weiß!</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Den ersten Teil der Serie (2000 – 2002) <a href="../2010/01/jahre-voller-lust-teil-1.html" target="_blank">findet ihr hier</a>. Den zweiten Teil (2003 – 2006) <a href="http://meinesaison.tobiassinger.com/2010/01/jahre-voller-lust-teil-2.html" target="_blank">findet ihr hier</a>.</em></p>
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